Kaufbeuren ersetzt 100-Euro-Zuschuss für Kindergarteneltern ab 2027 nicht

Der Kaufbeurer Stadtrat lässt die Kita-Elternentgelte ab 1. Januar 2027 unverändert. Kindergarteneltern tragen den Wegfall des 100-Euro-Zuschusses selbst.

Von Redaktion Kaufbeuren1 Min. Lesezeit

Die Elternentgelte für städtische Kindertageseinrichtungen in Kaufbeuren bleiben ab dem 1. Januar 2027 unverändert. Das hat der Stadtrat am 27. Oktober 2026 mit großer Mehrheit beschlossen. Den dann entfallenden staatlichen Elternbeitragszuschuss von 100 Euro im Monat will die Stadt nicht aus eigenen Mitteln ersetzen. Für Eltern von Kindergartenkindern steigt die Eigenbelastung damit um diesen Betrag.

Zum Jahresbeginn 2027 tritt eine Reform des Bayerischen Kinderbildungs- und Betreuungsgesetzes (BayKiBiG) in Kraft. Der bisherige Zuschuss für Eltern von Kindergartenkindern wird als Förderkomponente in den erhöhten Qualitätsbonus überführt, der direkt in die Betriebskosten der Kindertageseinrichtungen fließen soll. Die Reform sieht für die Jahre 2027 bis 2029 zusätzliche Betriebskostenförderung vor: Alle Betreuungsformen sollen vom gestiegenen Qualitätsbonus profitieren. Außerdem sind eine Teamkräfteförderung und eine Funktionsstellenpauschale vorgesehen. Nach Angaben der Stadt fallen die Zuschüsse für Teamkräfte jedoch geringer aus als bisher; sie verweist deshalb auf eine mögliche Reduzierung von Assistenzkräften.

Stadt verweist auf hohe Betriebskosten

Die Stadt begründet den Verzicht auf einen eigenen Zuschuss mit ihrer angespannten Haushaltslage. Ein kommunaler Ausgleich des Elternbeitragszuschusses würde nach ihren Angaben 1,5 Millionen Euro kosten. Für den Betrieb ihrer Kindertageseinrichtungen wendet die Stadt demnach bislang durchschnittlich rund 8.000 Euro pro Betreuungsplatz und Jahr aus eigenen Mitteln auf. Das jährliche Defizit der städtischen Einrichtungen beziffert sie auf rund 15 Millionen Euro.

Familien mit keinem oder geringem Einkommen können laut Mitteilung eine teilweise oder vollständige Übernahme der Betreuungskosten beantragen.

Prüfung einer Geschwisterermäßigung

Auch einem separaten Antrag von Grünen und SPD zur Prüfung einer Geschwisterermäßigung stimmte der Stadtrat mit großer Mehrheit zu. Die Prüfung soll untersuchen, wie Familien mit mehreren Kindern kurzfristig entlastet werden könnten. Die Ergebnisse sollen im ersten Quartal 2027 präsentiert werden.

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