„Resiliente Region Bamberg“: Pilotprojekt von Stadt und Landkreis
Analyse der Krisenvorsorge und moderiertes Planspiel bis Herbst 2027 – keine öffentlichen Groß- oder Einsatzübungen für die Bevölkerung

Artikel anhören
Audioversion
Stadt und Landkreis Bamberg starten gemeinsam das Pilotprojekt „Resiliente Region Bamberg“. Ziel ist es nach Angaben der beiden Kommunen, die Region gemeinsam mit Organisationen und Einrichtungen vor Ort bestmöglich auf außergewöhnliche Krisenlagen vorzubereiten und ihre Widerstandskraft zu stärken.
In der Mitteilung verweisen Stadt und Landkreis auf aktuelle Ereignisse in Deutschland, die die Verwundbarkeit von Infrastruktur verdeutlichten, darunter Sabotage an Stromnetzen, Cyberangriffe und der jüngste versuchte Drohnenanschlag am Flughafen Leipzig/Halle. Auch der zeitweise Stromausfall in Berlin zu Jahresbeginn wird genannt. Vor diesem Hintergrund sei die Vorbereitung auf Krisen eine Pflichtaufgabe für Stadt und Landkreis Bamberg.
Krisenvorsorge, Katastrophenschutz und zivile Verteidigung gehörten bereits heute zu den Aufgaben der beiden Kommunen, heißt es weiter. Sie müssten in Krisenzeiten die Bevölkerung informieren, versorgen oder schützen und wichtige öffentliche Leistungen aufrechterhalten können. Dafür sei die enge Zusammenarbeit vieler Stellen erforderlich.
Gemeinsame Analyse und Planspiel
Am Projekt beteiligen sich unter anderem Feuerwehr, Rettungs- und Hilfsorganisationen, weitere Behörden, Unternehmen und Versorgungsbetriebe, Einrichtungen des Gesundheitswesens, der Bildung und Wissenschaft sowie Vereine, Verbände und weitere Organisationen aus der Zivilgesellschaft. Gemeinsam soll geprüft werden, was bereits gut funktioniert, wo Verbesserungen nötig sind und ob Kommunikations- und Entscheidungswege auch unter außergewöhnlichen Bedingungen verlässlich ineinandergreifen.
Das Projekt beginnt im Herbst 2026 und läuft bis Herbst 2027. Zunächst werden Organisationen und Einrichtungen aus der Region persönlich angesprochen und zur Mitwirkung eingeladen. Danach analysieren die Beteiligten gemeinsam die Krisenvorsorge in der Region. Dabei geht es auch um gegenseitige Abhängigkeiten sowie um Kommunikationswege.
Anschließend folgt ein moderiertes Planspiel, in dem ausgewählte Teilnehmerinnen und Teilnehmer ein realistisches Krisenszenario durchspielen. Dabei wird laut Mitteilung praktisch getestet, ob Kommunikation, Entscheidungen und das Zusammenspiel der verschiedenen Stellen auch unter extremen Bedingungen funktionieren.
Für die Bevölkerung entstehen dadurch keine Einschränkungen. Eine öffentliche Großübung oder eine praktische Einsatzübung im Stadtgebiet oder Landkreis sind nicht vorgesehen.
Ergebnisse für die Region und darüber hinaus
Nach der Auswertung der Gespräche und des Planspiels sollen bis Herbst 2027 konkrete Handlungsempfehlungen für Stadt und Landkreis entstehen. Zudem sollen die Erfahrungen aus Bamberg so aufbereitet werden, dass sie auch anderen Kommunen in ganz Deutschland als Orientierung dienen können. Als Produkt des Projekts nennt der Informationsflyer einen „Resilienzplan Region Bamberg“ sowie Erkenntnisse für andere Regionen als Blaupause.
Externe Fachleute, darunter BwConsulting, unterstützen Stadt und Landkreis bei der strukturierten Analyse und bringen Fachwissen zur Krisenvorsorge sowie zum Zusammenspiel von Staat, Wirtschaft und Gesellschaft ein.
Stimmen aus Stadt und Landkreis
Oberbürgermeister Sebastian M. Niedermaier betont, die Anforderungen an Städte und Gemeinden veränderten sich stetig. Er freut sich darüber, dass es gelungen sei, das geförderte Pilotprojekt zu starten. Es werde dazu beitragen, die Pflichtaufgaben in diesem Bereich gut zu bewältigen und das vorhandene Wissen regionaler Experten zusammenzuführen, um konkrete Verbesserungen für Bamberg abzuleiten.
Landrat Johannes Maciejonczyk verweist darauf, dass Krisenvorsorge nur gemeinsam gelingen könne. Das Projekt unterstütze Stadt und Landkreis dabei, mit fachlicher Begleitung bestehende Strukturen weiterzuentwickeln und die Handlungsfähigkeit auch in schweren Krisen nachhaltig zu stärken. Die Ergebnisse kämen der Region direkt zugute und lieferten zugleich Impulse für andere Kommunen.
Auf Seiten von Stadt und Landkreis begleiten Christian Hinterstein, Referent für Öffentliche Sicherheit, Recht und Ordnung, sowie Florian Wendel, Fachbereichsleiter für Öffentliche Sicherheit und Ordnung, und ihre Teams das Projekt fachlich.
Hintergrund zum Projekt
Der Informationsflyer beschreibt „Resiliente Region Bamberg“ als gemeinsamen Prozess von Verwaltung, Einsatzorganisationen, Wirtschaft, Wissenschaft und Zivilgesellschaft. Genannt werden als Beteiligte unter anderem Region Bamberg, Stadt Bamberg, Landkreis Bamberg, Einsatzorganisationen und Blaulichtorganisationen, Streitkräfte, Verwaltung, Wirtschaft, Zivilgesellschaft, Vereine und Medien sowie Wissenschaft und Bildung. Der Mehrwert liege darin, Sicherheit durch Zusammenarbeit zu schaffen und die Grundlage für eine resiliente Zukunft zu legen.
Eigene Anzeige
Hier könnten Ihre Neuigkeiten stehen
Erreichen Sie Menschen in dieser Region – transparent als Anzeige gekennzeichnet.