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Infrastruktur

„Gestaltungsoffensive Bamberg“: Handbuch für den öffentlichen Raum

Der Bau- und Werksenat beschließt die Erarbeitung eines Gestaltungshandbuchs mit Qualitätsmaßstäben und Orientierung für Straßen, Plätze und weitere Bereiche – mit Orientierung an „So viel Regelung wie erforderlich – so viel Gestaltungsspielraum wie möglich“.

Von Redaktion Bambergvor 6 Tagen

Der Bau- und Werksenat des Stadtrats hat den Startschuss für die „Gestaltungsoffensive Bamberg“ gegeben. Ziel des Vorhabens ist die Erarbeitung eines Gestaltungshandbuchs für den öffentlichen Raum, das künftig klare Qualitätsmaßstäbe und Orientierung für die Gestaltung von Straßen, Plätzen und weiteren öffentlichen Bereichen geben soll. Es richtet sich an die Stadt selbst ebenso wie an Gewerbetreibende, Eigentümerinnen und Eigentümer sowie Planende.

Oberbürgermeister Sebastian M. Niedermaier sagte, Bamberg habe ein Stadtbild, um das viele beneidet würden. Dieses Erbe verpflichte die Stadt, dürfe aber nicht daran hindern, sich weiterzuentwickeln. Deshalb wolle man genauer hinschauen, was den öffentlichen Raum in Bamberg besonders mache, was zur Stadt passe und wie gute Gestaltung einfacher und verständlicher werden könne.

Qualitätsrahmen statt zusätzlicher Bürokratie

Die Stadt betont, dass die Gestaltungsoffensive nicht auf möglichst viele neue Vorschriften zielt. Vielmehr sollen bestehende Regelungen überprüft, aktualisiert und sinnvoll miteinander verbunden werden. Leitgedanke des Projekts ist den Angaben zufolge: „So viel Regelung wie erforderlich – so viel Gestaltungsspielraum wie möglich.“

Das geplante Gestaltungshandbuch soll mit anschaulichen Positiv- und Negativbeispielen zeigen, welche Lösungen sich für Bamberg eignen. Zugleich soll klar erkennbar sein, was rechtlich verbindlich ist und was als gestalterische Empfehlung dient. Nach Angaben der Stadt kann das Anforderungen nachvollziehbarer machen und Genehmigungsprozesse transparenter gestalten.

Das Projekt ist im Rahmen der Städtebauförderung grundsätzlich förderfähig. Die Stadt stimmt derzeit mit der Regierung von Oberfranken ab, in welcher Höhe Fördermittel für die Erarbeitung des Gestaltungshandbuchs eingesetzt werden können.

Welterbe, Alltag und Klimaanpassung

Bamberg ist seit 1993 UNESCO-Welterbe und gehört nach Angaben der Stadt zu den bedeutendsten historischen Stadtlandschaften Deutschlands. Gleichzeitig steigen die Anforderungen an den öffentlichen Raum. Genannt werden attraktive Rahmenbedingungen für Handel und Gastronomie, Orte zum Verweilen und Begegnen, Raum für neue Mobilitätsformen sowie die Folgen des Klimawandels. Dazu zählen mehr Begrünung, Verschattung, Entsiegelung und ein angepasstes Wassermanagement. Auch Barrierefreiheit und sichere Mobilität sollen berücksichtigt werden.

Im Mittelpunkt steht die Qualität des Stadtbildes und des öffentlichen Raums. Das UNESCO-Welterbe und der Denkmalschutz sollen mit den Anforderungen einer lebendigen Innenstadt, wirtschaftlicher Entwicklung, Barrierefreiheit, Mobilität und Klimaanpassung verbunden werden. Zu den vorgesehenen Gestaltungsprinzipien gehören der behutsame Erhalt und die Weiterentwicklung des Welterbes, eine hohe Aufenthaltsqualität, eine möglichst konsistente Gestaltung des öffentlichen Raumes sowie Begrünung, Verschattung und Entsiegelung. Auch Stadtmobiliar, Beleuchtung, Beschilderung und technische Infrastruktur sollen betrachtet werden.

Stadt will auch selbst Vorbild sein

Baureferentin Annegret Michler machte deutlich, dass die Stadt auch an die eigenen Maßnahmen Maßstäbe anlegen will. Wenn von privaten Eigentümern und Gewerbetreibenden Qualität und ein gutes Gespür für das Bamberger Stadtbild erwartet würden, müsse die Stadt bei ihren eigenen Straßen, Plätzen, Möbeln, Beleuchtungen und Beschilderungen mit gutem Beispiel vorangehen. Die Gestaltungsoffensive solle deshalb nicht nur Vorgaben für andere formulieren, sondern auch die Qualität kommunaler Maßnahmen in den Blick nehmen.

Michler verwies zudem auf die Diskussion um die Kastanien am Michelsberg. Diese habe gezeigt, wie wichtig es sei, gestalterische Fragen frühzeitig zu klären und nachvollziehbar zu machen. Mit gemeinsamen Gestaltungsprinzipien und konkreten Leitdetails solle Orientierung geschaffen werden, etwa für den Straßenbau oder die Gestaltung von Baumscheiben im denkmalgeschützten Umfeld. So werde für die Bürgerschaft früher deutlich, welche Lösungen möglich seien und woran sich die Stadt orientiere. Zugleich erleichtere dies Abstimmungen und mache Planungen effizienter.

Beteiligung aus Verwaltung und Stadtgesellschaft

Die Erarbeitung des Gestaltungshandbuchs soll fachübergreifend und unter Beteiligung wichtiger Akteure erfolgen. Eine verwaltungsinterne Arbeitsgruppe mit Vertreterinnen und Vertretern unter anderem aus Stadtplanung, Denkmalschutz, Welterbe, Wirtschaftsförderung, Straßenverkehr, Klima- und Umweltbereich sowie Bau- und Vergaberecht soll die fachlichen Grundlagen erarbeiten.

Zudem ist ein Runder Tisch „Gestaltungsoffensive Bamberg“ vorgesehen. Dort sollen unter anderem Handel und Gastronomie, Eigentümerschaft, Architektur und Stadtgestaltung, Welterbe und Denkmalpflege, die Interessenvertretung für Menschen mit Behinderungen sowie Bürgerschaft und weitere relevante Gruppen ihre Perspektiven einbringen.

Niedermaier sagte, am Ende solle nicht nur ein Ordner mit Regeln im Rathaus stehen. Vielmehr solle ein Bild davon entstehen, wie Bamberg mit seiner besonderen Geschichte auch in Zukunft aussehen und sich anfühlen soll.

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Bei der Gestaltung des öffentlichen Raums geht es häufig auch um kleine Maßnahmen. So wurde im Jahr 2023 das Umfeld am Kranen aufgewertet, indem die alten Bänke durch neue, ansehnliche Sitzgelegenheiten ersetzt wurden.
Foto: Stadtplanungsamt

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