Entwarnung zu Umweltbelastungen im ehemaligen Militärgelände
Landrat Dr. Ronny Raith informiert nach Angaben des Umweltministeriums über den aktuellen Stand zu Grund- und Oberflächenwasser sowie die geplante Vorbereitung der Entsorgung gefährlicher Fässer
Nach einem Gespräch mit dem stellvertretenden tschechischen Umweltminister Pavel Vlček hat Landrat Dr. Ronny Raith Entwarnung für den Landkreis Regen gegeben: Für die bayerischen Gebiete bestehe keine Gefahr für die Umwelt, da eine Belastung wegen der geografischen Lage ausgeschlossen sei.
Das Treffen im Grenzort Bayerisch Eisenstein hatte die tschechische Generalkonsulin Dr. Ivana Červenková auf Bitte von Landrat Raith organisiert. Anlass waren im Grenzgebiet entdeckte Giftfässer und die Frage möglicher Gefahren für Grund- und Oberflächenwasser sowie für die Umgebung.
Untersuchungen und Einschätzung der Lage
Vertreter des tschechischen Umweltministeriums informierten den Landrat, Bürgermeister, die Leiter der Nationalparks Bayerischer Wald und Šumava sowie Vertreter des Wasserwirtschaftsamtes und der Unteren Naturschutzbehörde über den Zustand des Altlastengebiets im ehemaligen Militärgelände im Böhmerwald. Dort waren Behälter mit Chemikalien gefunden worden.
Nach Angaben des Ministeriums zeigen die bisherigen Untersuchungsergebnisse keine lokale oder grenzüberschreitende Belastung von Grund- oder Oberflächenwasser. Dennoch könne eine Kontamination zum jetzigen Zeitpunkt nicht vollständig ausgeschlossen werden, da eine detaillierte hydrogeologische Untersuchung und ein anschließendes Monitoring erst nach der Entfernung des Schadstoffes im Rahmen der Sanierungsarbeiten möglich seien.
Der tschechische Geologische Dienst hatte das Gebiet bereits 2021 erstmals auf Grundwasser untersucht und damals eine Belastung als unwahrscheinlich eingestuft.
Wegen der militärischen Vergangenheit des Areals könne auch das Vorhandensein von Blindgängern nicht ausgeschlossen werden. Deshalb müssten umfangreichere Feldarbeiten verschoben werden, bis das Gebiet vollständig gesichert sei.
Weitere Schritte der Sanierung
Das tschechische Umweltministerium stellte auch den Stand der Untersuchungs- und Sanierungsarbeiten vor. Das Jahr 2023 habe grundlegende Erkenntnisse gebracht, insbesondere durch geophysikalische Untersuchungen, die historische Abfalldeponien aufgedeckt hätten. Weitere Untersuchungen hätten das Ausmaß der Kontamination präzisiert.
Für die nächsten Schritte arbeitet das Umweltministerium mit dem tschechischen Verteidigungsministerium zusammen. Dieses soll die notwendige Entwässerung im Gebiet sicherstellen und bereitet eine Ausschreibung für die Entfernung der gefährlichen Fässer vor, damit dies noch in diesem Jahr erfolgen kann. Die konkrete Durchführungsmethode soll auf Grundlage der Ergebnisse der Vorbereitungsphase festgelegt werden. Bis dahin bleibt das Gelände gesichert.
Die tschechische Polizei und die tschechische Armee sichern das Gebiet und verhindern unbefugten Zutritt.
Im persönlichen Gespräch am Grenzbahnhof Bayerisch Eisenstein konnten nach Angaben der Beteiligten viele Fragen geklärt werden. Dort informierten die tschechischen Regierungsvertreter auch die Nachbarn aus Bayern. Zahlreiche Fässer und Gefäße seien inzwischen ausgegraben worden; die Inhaltsstoffe würden fachmännisch entsorgt.
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