Regensburger Forschung legte wichtige Grundlagen für den Medizin-Nobelpreis

Eine winzige Grünalge, die Licht wahrnimmt, hat neue Wege in der Hirnforschung eröffnet. Wichtige Grundlagen dafür erarbeitete der Biophysiker Peter Hegemann während seiner Zeit an der Universität Regensburg. Anfang Oktober 2026 erhielt er gemeinsam mit Georg Nagel von der Universität Würzburg und dem US-Wissenschaftler Karl Deisseroth den Medizin-Nobelpreis.
Hegemann forschte und lehrte von 1993 bis 2004 als Professor für Biochemie in Regensburg. Er untersuchte, wie die einzellige Alge Chlamydomonas Licht wahrnimmt und darauf reagiert. Seine Arbeiten trugen zur späteren Entdeckung der Kanalrhodopsine bei: lichtempfindlichen Proteinen, die elektrische Vorgänge in Zellen beeinflussen können.
Mit Licht Nervenzellen steuern
Werden solche Proteine gezielt in Nervenzellen eingebracht, lassen sich diese durch Lichtimpulse aktivieren oder hemmen. Die Methode heißt Optogenetik. Sie ermöglicht es Forschenden, zu untersuchen, welche Nervenzellen etwa an Erinnerungen, Gefühlen oder Bewegungen beteiligt sind.
Langfristig könnten die Erkenntnisse für die Behandlung neurologischer Erkrankungen wie Parkinson oder Epilepsie wichtig werden. Erste medizinische Anwendungen werden laut der Mitteilung bereits in klinischen Studien untersucht.
Zusammenarbeit mit Regensburg besteht fort
Die Verbindung zur Universität Regensburg ist weiterhin eng. Hegemann arbeitet mit Forschenden der Universität zusammen und begleitet das Regensburg Center for Ultrafast Nanoscopy (RUN) seit dessen Gründung als Mitglied des wissenschaftlichen Beirats. An gemeinsamen aktuellen Projekten untersuchen die Teams lichtempfindliche Proteine und deren Funktionsweise. Das RUN verbindet Physik, Chemie und Biologie, um schnelle Vorgänge auf kleinsten räumlichen Skalen sichtbar zu machen.
Universitätspräsident Professor Udo Hebel sagte: „Gleichzeitig sind wir Professor Hegemann für seine anhaltende Verbundenheit und Zusammenarbeit mit unserer Universität auch nach seinem Wechsel an die Humboldt-Universität sehr dankbar“.
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