Weniger Körperverletzungen und Raub am Nelson-Mandela-Platz

In Nürnberg gingen Körperverletzungen, Raub- und Messerstraftaten am Nelson-Mandela-Platz zurück. Auch am Aufseßplatz meldet die Stadt erste Wirkungen von Sicherheitsmaßnahmen.

Von Redaktion Nürnberg2 Min. Lesezeit
Neutrale Ermittlungen

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Die Sicherheitslage am Nelson-Mandela-Platz hat sich in den ersten neun Monaten des Jahres merklich verbessert. Im Vergleich zum Vorjahr wurde die Zahl der Körperverletzungen dort mehr als halbiert; auch Raubdelikte gingen um mehr als die Hälfte zurück. Straftaten mit Messern wurden um mehr als ein Drittel seltener. Die Körperverletzungen innerhalb der Drogenszene seien nahezu auf null gesunken, teilten Oberbürgermeister Marcus König und der mittelfränkische Polizeipräsident Gernot Rochholz am Freitag, 9. Oktober 2026, mit.

Als Erfolgsfaktoren nannte König die enge Zusammenarbeit von Stadt, Polizei und Staatsanwaltschaft Nürnberg-Fürth sowie die Arbeitsgruppe „Nelson“. Die Polizei setzte nach Rochholz’ Angaben unter anderem auf eine ständige Präsenz und gezielte Rückschnitte von Pflanzen, um Verstecke von Dealern aufzulösen. Eine besondere Rolle spielten zudem die Waffen- und Messerverbotszone, die seit April 2025 gilt, und die im Dezember 2025 eingeführte Cannabisverbotszone.

Ermittlungen zu „Grooming“

Mit „Grooming“ ist in diesem Zusammenhang gemeint, dass Drogenhändler gezielt Kontakt zu teils noch minderjährigen Mädchen und jungen Frauen suchen. Laut Mitteilung werden Abhängigkeiten zunächst durch Geschenke, später auch durch Medikamente und Drogen geschaffen, um die Betroffenen sexuell auszubeuten. König erklärte, bei diesem Thema gelte für ihn „keinerlei Toleranz“.

Die Polizei gründete die Ermittlungskommission „Kajal“. Zusammen mit der Staatsanwaltschaft seien bislang 39 Tatverdächtige identifiziert worden. 21 Haftbefehle seien vollzogen und in 19 Fällen aufenthaltsbeendende Maßnahmen angeregt worden. Bislang sei eine Abschiebung erfolgt.

Maßnahmen am Aufseßplatz

Auf dem Aufseßplatz wurde die Alkoholverbotszone Ende Dezember 2025 ausgeweitet. Wiederholte Verstöße können Betretungsverbote nach sich ziehen; außerdem werden ausländerrechtliche Maßnahmen geprüft. Der städtische Ordnungsdienst und die Polizei sind gemeinsam präsent. Die Polizei hat ihre Videoüberwachung auf den Platz ausgeweitet. König wertete dies als weiteren großen Schritt, um das Sicherheitsgefühl der Menschen dort zu verbessern. Die Stadt meldet erste Wirkungen der Maßnahmen. Soziale Beratungsdienste bieten sowohl am Aufseßplatz als auch im unmittelbaren Bahnhofsumfeld Unterstützung für Menschen an, die Hilfe benötigen.

König verwies zudem auf den geplanten Bau des Schocken-Carrés, dessen Start noch für dieses Jahr vorgesehen sei. Sicherheit sei Chefsache, sagte der Oberbürgermeister. Sein Anspruch sei, dass der Hauptbahnhof und sein Umfeld sichere Orte sein müssten – für Reisende, Anwohnerinnen und Anwohner, Familien und besonders für Kinder und Jugendliche.

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