Nürnberger Seniorennetzwerke stärken Teilhabe im Alter

Beim Nürnberger Demografieforum diskutierten Fachleute über Einsamkeit im Alter, pflegende Angehörige und die Rolle lokaler Seniorennetzwerke.

Von Redaktion Nürnberg2 Min. Lesezeit

Einsamkeit im Alter betrifft nicht nur die Menschen, die sich isoliert fühlen, sondern kann auch ihr gesamtes soziales Umfeld belasten. Diese Perspektive stand beim achten Nürnberger Demografieforum im Mittelpunkt. Fachleute aus Wissenschaft, Seniorenarbeit und Zivilgesellschaft kamen am Donnerstag, 15. Oktober 2026, im Saal Heilig-Geist zusammen.

Unter dem Titel „Mehr zusammen, weniger allein – Nürnberg vernetzt gegen Einsamkeit“ diskutierten sie über Wege aus der Isolation und darüber, wie Teilhabe und ein selbstbestimmtes Leben im Alter gestärkt werden können. Das Forum ist Teil des Dialogs zur Weiterentwicklung des seniorenpolitischen Gesamtkonzepts der Stadt Nürnberg.

Auch pflegende Angehörige können isoliert sein

Prof. Frieder Lang vom Lehrstuhl für Psychogerontologie an der Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg machte deutlich, dass Einsamkeit mehr ist als Alleinsein. Gesundheitliche Einschränkungen, Pflegebedürftigkeit oder der Verlust nahestehender Menschen können im hohen Alter soziale Kontakte erschweren. Wichtig seien deshalb Angebote im unmittelbaren Wohnumfeld, die Begegnungen ermöglichen und Zugehörigkeit schaffen.

Prof. Dorothea Geuthner vom Stadtseniorenrat Nürnberg lenkte den Blick auf pflegende Angehörige: „Wenn man sich den ganzen Tag um eine Person kümmern muss, bleibt kaum genug Zeit, soziale Kontakte zu pflegen.“ Auch sie seien dadurch einem erhöhten Risiko sozialer Isolation ausgesetzt. Einsamkeit wirke sich nicht nur auf die Betroffenen selbst aus, sondern auf ihr gesamtes soziales Umfeld.

Seniorennetzwerke bringen Angebote in die Stadtteile

Eine wichtige Rolle spielen die Nürnberger Seniorennetzwerke. Sie bündeln Angebote vor Ort, vermitteln Kontakte und schaffen verlässliche Anlaufstellen für ältere Menschen. Sozial- und Seniorenreferentin Elisabeth Ries sagte: „Mit den Seniorennetzwerken ermöglichen wir die Vernetzung der Angebote für ältere Menschen direkt vor Ort. Nur wer sich auf verlässliche Strukturen in seinem Wohnumfeld verlassen kann, fühlt sich eingebunden, sicher und zugehörig – auch dann, wenn die persönlichen Möglichkeiten durch das Alter eingeschränkt werden.“

Das Forum erinnerte zugleich an das 20-jährige Bestehen der Seniorennetzwerke. Ihre Angebote erreichen nach Angaben der Stadt heute nahezu das gesamte Stadtgebiet und sollen älteren Menschen helfen, möglichst lange selbstbestimmt in ihrem vertrauten Umfeld zu leben. Mit Blick auf die angespannte Haushaltslage betonte Ries: „Gerade die Seniorennetzwerke zeigen, wie mit begrenzten Mitteln eine große Wirkung erzielt werden kann. Sie stärken Gemeinschaft, beugen Einsamkeit vor und ermöglichen vielen Menschen ein gutes Leben im Alter. Diese Erfolgsgeschichte müssen wir fortschreiben.“

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