Nürnberger Schulen bieten Jugendlichen viele Wege, Demokratie selbst zu erleben

Der Nürnberger Bildungsausschuss befasste sich mit Demokratieangeboten für Jugendliche. Dazu gehören Rathausbesuche, Planspiele und der nächste Demokratie-Empfang am 2. Februar 2027.

Von Redaktion Nürnberg2 Min. Lesezeit

Wie werden kommunale Entscheidungen getroffen, und wie können Schülerinnen und Schüler ihre Interessen einbringen? Mit diesen Fragen befasste sich der Bildungsausschuss der Stadt Nürnberg am Freitag, 30. Oktober 2026. Das Bildungsreferat stellte Angebote vor, mit denen junge Menschen Demokratie kennenlernen und selbst mitgestalten können.

Rathausbesuche und -führungen richten sich besonders an vierte Klassen. Dort erfahren die Schülerinnen und Schüler, welche Aufgaben eine Kommune hat und wie Stadtrat und Oberbürgermeister arbeiten. Im vergangenen Schuljahr besuchten mehr als 80 Schulklassen das Nürnberger Rathaus.

Das Format „Wie wird Politikexterner Link, öffnet ein neues Fenster gemacht?“ steht allen Schularten und Jahrgangsstufen offen. Es ermöglicht Besuche öffentlicher Sitzungen mit Vor- und Nachbesprechungen. Die Jugendlichen können Fragen stellen und mit Vertreterinnen und Vertretern aus Politik und Verwaltung ins Gespräch kommen. Die Ausgestaltung richtet sich nach den Interessen der jeweiligen Schule und erfolgt auf Anfrage. Auch Schülerparlamente können ihre Sitzungen im Großen Sitzungssaal des Rathauses abhalten.

Beim Planspiel Kommunalpolitik schlüpfen ältere Schülerinnen und Schüler in die Rolle von Stadtratsmitgliedern. Sie bilden Fraktionen, entwickeln Anträge, beraten über unterschiedliche Positionen und stimmen ab. Mitglieder des Stadtrats begleiten das Format und sprechen mit den Jugendlichen. Pro Jahr stehen sechs Termine zur Verfügung; bislang haben 680 Schülerinnen und Schüler teilgenommen.

Der Stadtschülerrat vertritt die Interessen der Schülerinnen und Schüler aller Schularten. Seine Mitglieder sprechen regelmäßig mit der Bildungsreferentin und wirken unter anderem beim Demokratie-Empfang und im MINT-Netzwerk mit. Ihre Erfahrungen tragen sie als Multiplikatorinnen und Multiplikatoren in die Schulen weiter.

Beim Demokratie-Empfang der Nürnberger Schulen können Jugendliche eigene Projekte vorstellen, sich mit Schülerinnen und Schülern anderer Schularten austauschen und mit Vertreterinnen und Vertretern aus Politik, Verwaltung und Stadtgesellschaft ins Gespräch kommen. Der nächste Empfang findet am Dienstag, 2. Februar 2027, statt.

Beim Europatag setzen sich Schülerinnen und Schüler ab der zehnten Jahrgangsstufe mit der Europäischen Union und aktuellen europäischen Fragen auseinander. Der nächste Europatag ist für Mai 2027 geplant.

Der Mädchen-Zukunftstag am Montag, 8. März 2027, richtet sich an Schülerinnen der achten bis elften Jahrgangsstufe. Im Mittelpunkt stehen berufliche Perspektiven, gesellschaftliche Teilhabe und weibliche Vorbilder. Beim Speed-Dating können die Schülerinnen Frauen in Führungspositionen kennenlernen und sich über unterschiedliche Berufs- und Lebenswege austauschen.

Der Kommunalwahltag „Nürnberg wählt – und Du?“ vermittelte vor der Kommunalwahl 2026 fast 250 Schülerinnen und Schülern ab der zehnten Jahrgangsstufe Wissen über kommunale Aufgaben, den Ablauf und die Bedeutung von Wahlen sowie Möglichkeiten politischer Beteiligung. Auch das Engagement als Wahlhelferin oder Wahlhelfer wurde vorgestellt. Das Format ist vor künftigen Wahlen erneut vorgesehen.

Das Bildungsreferat entwickelt für Lehrkräfte neben dem Nürnberger Demokratiekalender auch eine digitale Taskcard weiter. Beide bündeln Veranstaltungen, Projekte, Lernorte und Unterrichtsmaterialien. Die Angebote reichen von einem 15-minütigen Impuls bis zu einer ganzen Unterrichtseinheit. Einen Überblick bietet der Demokratie-Kalender für Schulenexterner Link, öffnet ein neues Fenster.

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