Nürnberg würdigt 40 Jahre Frauenbeauftragte und zehn Jahre Männerberatung

Nürnberg würdigte 40 Jahre Frauenbeauftragte und zehn Jahre Ansprechpartner für Männer. Der Frauenanteil in den Dienststellenleitungen stieg auf 28 Prozent.

Von Redaktion Nürnberg1 Min. Lesezeit

Die Stadt Nürnberg hat am Donnerstag, 29. Oktober 2026, das 40-jährige Bestehen der Frauenbeauftragten und zehn Jahre des Ansprechpartners für Männer gewürdigt. An der Feier im Historischen Rathaussaal nahmen mehr als 300 Wegbegleiterinnen und Wegbegleiter aus Politikexterner Link, öffnet ein neues Fenster, Verwaltung und Zivilgesellschaft teil.

Die Aufgaben der Frauenbeauftragten reichen bis in die Anfänge zurück: Dazu gehörten die Unterstützung städtischer Mitarbeiterinnen, die Prüfung von Stadtratsvorlagen unter Gleichstellungsgesichtspunkten sowie Frauenberichte und Förderpläne. Der erste Frauenbericht erschien 1988. Damals standen auf der Ebene der Dienststellenleitungen vier Frauen 85 Männern gegenüber; der Frauenanteil betrug 4,5 Prozent.

Mit dem 1989 verabschiedeten Frauenförderplan und den seit 2012 fortgeschriebenen Gleichstellungsaktionsplänen wurden unter anderem Mentoring für Frauen und Führen in Teilzeit vorangebracht. Ende 2025 lag der Frauenanteil bei den Dienststellenleitungen bei 28 Prozent. Die Stadtspitze ist inzwischen paritätisch besetzt und umfasst vier Referentinnen. Zugleich wird Teilzeit laut Stadt auf höheren Führungsebenen seltener genutzt.

Ansprechpartner für Männer ergänzt die Gleichstellungsarbeit

Das Frauenbüro wurde 2015 mit dem Menschenrechtsbüro zusammengelegt. Im Jahr darauf nahm Matthias Becker seine Tätigkeit als Ansprechpartner für Männer auf. Er unterstützt unter anderem bei Fragen zur Vereinbarkeit von Beruf und Familie, zu Geschlechterrollen und in persönlichen Krisen. Außerdem hilft er männlichen Betroffenen häuslicher Gewalt dabei, Orientierung und Zugang zu passenden Angeboten zu finden.

Oberbürgermeister Marcus König betonte bei der Feier: „Gleichstellung ist keine Frage des Zeitgeistes, sondern eine Frage der Gerechtigkeit.“ Frauenbeauftragte Hedwig Schouten verwies auf die weiterhin erforderliche Gleichstellungsarbeit und forderte, sie auch bei knappen öffentlichen Haushalten nicht als verzichtbares Zusatzthema zu behandeln.

Ein Podiumsgespräch, moderiert von Autorin und BR-Redakteurin Barbara Streidl, blickte auf die Geschichte der vergangenen vier Jahrzehnte zurück. Ergänzt wurde das Programm unter anderem durch ein digitales Grußwort von Judith Rahner, Geschäftsführerin des Deutschen Frauenrats, sowie eine Plakatausstellung in der Ehrenhalle. Eine Dokumentation zum Jubiläum ist in der Mediathek der Medienwerkstatt Franken abrufbar.

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