Geretsrieder ILN tritt von Wärmeliefervertrag mit Eavor zurück

Die ILN zieht sich vom Wärmeliefervertrag mit Eavor zurück. In Geretsried und Wolfratshausen bleibt offen, ob der zweite Geothermie-Loop gebaut wird.

Von Redaktion Geretsried1 Min. Lesezeit
Metallteile auf einer Werkbank in einer fiktiven Industriehalle.

KI-generiert · Herausgeber: Hessen App GmbH

KI-Symbolbild

Die Isar Loisach Naturwärme GmbH (ILN) tritt vom Wärmeliefervertrag mit Eavor zurück. Gesellschafter und Aufsichtsrat beschlossen den Schritt am vergangenen Dienstag. Anlass ist Eavors Ankündigung vom 13. Oktober, beide Bohranlagen aus Geretsried abzuziehen. Damit ist derzeit offen, ob und wann der zweite Loop gebaut und die für das Fernwärmeprojekt benötigte Wärme bereitgestellt werden kann. Sie ist Voraussetzung für einen großflächigen Ausbau der Fernwärmeversorgung in Geretsried und Wolfratshausen.

Der Vertrag war 2024 auf Grundlage der damals geplanten Projektparameter geschlossen worden. Inzwischen haben sich wesentliche Grundlagen verändert, insbesondere die Zahl und Dimensionierung der Loops sowie der Zeitplan. Das betrifft nach Angaben der ILN die erwartbare Wärmeleistung, die Wirtschaftlichkeit und das Risikoprofil des Vorhabens.

Geretsrieds Erster Bürgermeister Patrik Kohlert begründete den Rücktritt auch mit der Verantwortung gegenüber den Bürgerinnen und Bürgern. Ziel sei eine sichere und bezahlbare Wärmeversorgung, die sich wirtschaftlich trägt. Unter den derzeitigen Rahmenbedingungen könne die ILN das nicht verlässlich zusagen. Geschäftsführer Jan Dühring erklärte, für das veränderte Projekt fehlten derzeit belastbare Angaben zu Leistungen und kalkulierbaren Bedingungen. Wenn Eavor wirtschaftlich tragfähige Rahmenbedingungen vorlege, sei die ILN zu neuen Gesprächen bereit.

Die ILN will weiter an einer regenerativen und wirtschaftlich attraktiven Wärmelösung für Geretsried und Wolfratshausen arbeiten. Gemeinsam mit den beteiligten Unternehmen SWG und ESB prüft sie alternative und ergänzende Möglichkeiten der Wärmeerzeugung.

Städtische Wärmeplanung läuft unabhängig weiter

Unabhängig vom Geothermieprojekt arbeitet die Stadt Geretsried an ihrer kommunalen Wärmeplanung. Sie soll zeigen, welche Formen der Wärmeversorgung in den verschiedenen Stadtgebieten grundsätzlich infrage kommen. Konkrete Gebäudeanschlüsse an ein Fernwärmenetz weist sie nicht aus.

Das derzeit erarbeitete Kartenmaterial soll bis Jahresende fertiggestellt und auf der Website der Stadt veröffentlicht werden. Es wird unter anderem mögliche Potenziale für Erdwärmesonden und Grundwasserwärmepumpen zeigen.

Eigene Anzeige

Hier könnten Ihre Neuigkeiten stehen

Erreichen Sie Menschen in dieser Region – transparent als Anzeige gekennzeichnet.

Jetzt anfragen→

Artikel teilen:

Quellen & Infos

Verantwortung

Redaktionell verantwortlich
Konrad Mayer