Besuch bei Verano Watersports am Triefenrieder Bahnhof

Landrat Dr. Ronny Raith hat gemeinsam mit Bürgermeister Andreas Kroner und Wirtschaftsförderin Teresa Sitzberger das Unternehmen Verano Watersports am Triefenrieder Bahnhof in Triefenried Bahnhof besucht. Firmeninhaber Robert Sommer und Miteigentümer Karl Fischer begrüßten die Gäste.
Langjährige Entwicklung des Betriebs
Das Unternehmen besteht seit 36 Jahren. Nach Angaben des Betriebs wurde die Mega-Sports Vertriebs GmbH 1990 gegründet. Sommer erläuterte bei dem Besuch die Aufgabenverteilung im Unternehmen: Karl Fischer ist demnach der Techniker und Ingenieur, Robert Sommer der Kaufmann.
Zu Beginn verkaufte und produzierte der Betrieb Kajaks, Kanus und Paddel. Früher gab es in Deutschland nach Angaben des Unternehmens noch über 120 Kajakhändler, heute seien es nur noch fünf. Damals produzierten die Unternehmer in Triefenried Bahnhof und in einem tschechischen Werk Boote aus Kunststoff. Der Betrieb beschäftigte zu dieser Zeit über 50 Mitarbeiter. Heute gibt es nur noch den Standort in Triefenried Bahnhof; dort arbeiten noch sechs Personen.
Die Produktion wurde nach China verlagert. Am Stammsitz werden laut Pressemitteilung nur noch Spezialaufträge und Entwicklungsarbeit erledigt. 2015 verkauften Sommer und Fischer Patente und Namensrechte aus der Kajakproduktion. Seither wurden die Produkte weiterentwickelt: Aus dem früheren Hauptprodukt Kanadier wurden Luftboote und Stand Up Paddles, kurz SUP. Die Luftboote werden unter dem Namen Verano Watersports vertrieben.
Markt, Handel und Herausforderungen
Sommer und Fischer bezeichneten sich heute als Händler, die eigene und Fremdprodukte verkaufen. Zu ihren wichtigsten Grundsätzen zählen Qualität, Kundenservice und faire Preise.
Auch das Messegeschäft habe sich verändert. Früher seien sie auf Bootsmessen vertreten gewesen, heute eher auf Caravan- und Freizeitmessen.
Die Handelspartner kommen überwiegend aus Asien und den USA. Paddel werden von der amerikanischen Marke Werner vertrieben; der Firmengründer wurde in Ludwigsthal im Landkreis Regen geboren.
Die eigenen Boote, SUPs und Zubehörteile werden in Asien gefertigt. Das Unternehmen betonte, dass die Produktion im Ausland notwendig sei, um im Wettbewerb bestehen zu können.
Der Markt in der Freizeitbranche sei schwierig geworden. Das Onlinegeschäft spiele heute eine zentrale Rolle, während den Showroom vor Ort nur noch wenige Kunden besuchen. Auf die Corona-Hochphase folgten nun schwächere Jahre.
Ein großes Thema für die Unternehmer ist die Nachfolge. Bisher habe sich noch niemand gefunden, der den Betrieb übernehmen möchte. Zudem kritisierten Sommer und Fischer die Bürokratie und gesetzliche Vorgaben. Ein kleiner Onlineshop müsse die gleichen Auflagen erfüllen wie multinationale Großunternehmen. Diese Zeit fehle dann bei der Produktentwicklung.
Reaktionen der Gäste
Landrat Dr. Ronny Raith verwies darauf, dass der Bürokratieabbau bei vielen Betriebsbesuchen eine zentrale Forderung sei. Als Landkreis könne man hier nicht direkt eingreifen, die Anliegen würden aber nach München und Berlin weitergegeben.
Wirtschaftsförderin Teresa Sitzberger bot Unterstützung bei möglichen Förderungen an. Bürgermeister Andreas Kroner hob die Bedeutung des Betriebs für die Stadt Regen hervor.
Produktpalette im Showroom
Im Showroom präsentierten die Unternehmer die Produktpalette: SUPs, Kajaks und Kanus, alles aufblasbar und leicht zu transportieren, sowie Produkte für Freizeit und Pool, darunter Sonnenbrillen und Poolcouch.
Landrat Raith bedankte sich für den Einblick in den Betrieb und wünschte weiterhin viel Erfolg.
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