55 Mittelschüler diskutieren mit Landrat über Krankenhäuser und Freizeitangebote

Die Zukunft der Krankenhäuser im Landkreis Regen, die Aufgaben des Landrats und Ideen für Freizeitangebote: 55 Schülerinnen und Schüler der neunten Klassen und der M10 an der Mittelschule Zwiesel diskutierten mit Landrat Dr. Ronny Raith. Begleitet wurde er von Kathrin Götz, der kommunalen Jugendpflegerin des Landkreises Regen. Schulleiterin Iris Schneck begrüßte die Gäste.
Raith bot den Jugendlichen das Du an und ermunterte sie ausdrücklich, auch persönliche oder kritische Fragen zu stellen. „Ihr dürft wirklich alles fragen“, sagte er. Götz erklärte, dass sie Jugendliche und Fachkräfte bei Fragen zur Jugendarbeit unterstützt, und ermutigte die Schülerinnen und Schüler ebenfalls, ihre Anliegen offen anzusprechen.
Krankenhäuser und medizinische Versorgung
Besonders ausführlich sprachen die Jugendlichen über die Krankenhäuser in Zwiesel und Viechtach und die Folgen möglicher Veränderungen für die medizinische Versorgung. Raith nannte drei Szenarien: den Erhalt beider Häuser, eine Schwerpunktbildung an einem Standort oder ein Zentralkrankenhaus im Raum Regen. Eine Entscheidung sei noch nicht gefallen; darüber müsse der Kreistag befinden.
Bei jeder Variante müssten medizinische Qualität und eine leistungsfähige Notfallversorgung gewährleistet sein, sagte der Landrat. Auch Finanzierung und Erreichbarkeit seien wichtige Fragen. Er verwies auf bundespolitische Vorgaben, den baulichen Zustand, den Fachkräftemangel und die hohen Defizite der Krankenhäuser. Trotz hoher Auslastung entstehe jährlich ein Defizit in Millionenhöhe.
Raith erklärte außerdem, bei einer Zentralisierung könne die ambulante Versorgung an den bisherigen Standorten erhalten bleiben. Zu klären sei auch, wie ein mögliches Zentralkrankenhaus mit öffentlichen Verkehrsmitteln erreichbar wäre. Bei dem komplexen Thema sollten sich die Jugendlichen gründlich informieren und Aussagen aus sozialen Medien oder Stammtischgesprächen nicht ungeprüft übernehmen, riet er.
Ideen für das Leben vor Ort
Die Schülerinnen und Schüler nannten Wünsche für ihre Wohnorte: ein Autokino-Event, Ballettangebote, einen Fitnesspark, einen wohnortnahen Gebetsraum und mehr Aktivitäten im Jugendcafé Zwiesel. Götz verwies auf Jugendbeauftragte in den Gemeinden sowie Vereine, Verbände und Jugendforen als mögliche Wege, Vorschläge einzubringen und umzusetzen. Sie betonte, Jugendliche sollten fehlende Angebote nicht nur wünschen, sondern auch selbst an deren Gestaltung mitwirken.
Raith ermunterte die Jugendlichen, ihre Anliegen vorzubringen und Mitstreiter zu suchen: „Nur wenn man es probiert, kann sich was verändern“. Er beschrieb seine Aufgaben als Leitung der Landkreisverwaltung, das Anstoßen politischer Initiativen und die Vertretung des Landkreises nach außen. Seine Arbeitswoche umfasse rund 100 Stunden. Dazu sagte er mit einem Schmunzeln: „Langweilig war mir tatsächlich schon länger nicht mehr“.
Auch nach seinem beruflichen Werdegang fragten die Jugendlichen. Raith berichtete von seinem Jurastudium, dem Referendariat und seiner Zeit als Rechtsanwalt. Bei der Berufswahl sollten junge Menschen möglichst viele Eindrücke sammeln und sich über verschiedene Möglichkeiten informieren, empfahl er. In diesem Zusammenhang verwies er auf den Berufswahltag in Regen am Samstag, 17. Oktober. Weitere Fragen betrafen die Handynutzung an Schulen, das Gehalt eines Landrats und seine Sprachkenntnisse.
Zum Abschluss ermunterte Raith die Schülerinnen und Schüler, sich mit Anliegen direkt an ihn zu wenden. Auch Götz bot ihre Unterstützung bei Fragen zur Jugendarbeit an. Nach dem offiziellen Ende nutzten einige Jugendliche noch die Gelegenheit zum persönlichen Gespräch mit dem Landrat.
Eigene Anzeige
Hier könnten Ihre Neuigkeiten stehen
Erreichen Sie Menschen in dieser Region – transparent als Anzeige gekennzeichnet.