Passauer KI-Plattform TRIA soll Bayerns Hochschulen unterstützen
Die Universität Passau entwickelt mit TRIA eine KI-Plattform, die zur gemeinsamen Infrastruktur für Bayerns Hochschulen werden soll. Sie soll Fragen von Studierenden beantworten, bei IT-Problemen helfen und Beschäftigte von Routineaufgaben entlasten. Perspektivisch könnte sie auch ganze Arbeitsprozesse unterstützen.
Entwickelt wurde TRIA vom Zentrum für Informations- und Medientechnologie (ZIM) der Universität Passau. Weitere bayerische Hochschulen nutzen die Plattform bereits oder bereiten eigene Anwendungen vor. Auch das Leibniz-Rechenzentrum und das Bayerische Wissenschaftsministerium haben das System erprobt.
Wissen für Antworten und Lösungsvorschläge
Hochschulen können TRIA mit eigenen Wissensbeständen verbinden, etwa mit internen Dokumentationen, Wissensdatenbanken oder Serviceangeboten. Daraus lassen sich maßgeschneiderte KI-Assistenten entwickeln. „TRIA ist nicht einfach eine intelligente Suchmaschine für Organisationen. Sie ist eine echte KI-Plattform, die Wissen versteht, interpretiert und kreativ Lösungsvorschläge entwickelt“, sagt Thomas Simon, Leiter des ZIM.
Jede Hochschule erhält einen eigenen abgeschotteten Bereich, in dem sie Daten verwalten und Anwendungen sowie KI-Agenten aufbauen kann. Nach Angaben der Universität werden die Informationen nicht zum Training externer KI-Modelle verwendet. Die Daten sollen damit im geschützten Umfeld der jeweiligen Organisation bleiben.
Erste Anwendungen an Hochschulen
An der Universität Würzburg beantwortet die auf TRIA basierende „RZ-Biene“ seit Mitte Juli Fragen zu IT-Problemen, auch außerhalb der üblichen Supportzeiten. Das System werde von den Beschäftigten positiv angenommen, berichtet Michael Tscherner vom Rechenzentrum der Universität Würzburg. Vor allem wiederkehrende Fragen könne der Bot übernehmen und so den persönlichen IT-Support entlasten. Seit Anfang Oktober soll das Angebot auch Studierenden zur Verfügung stehen.
Auch die Technische Hochschule Deggendorf sieht Einsatzmöglichkeiten. Ein großer Teil der Anfragen beim IT-Service-Desk betreffe wiederkehrende Probleme, sagt Alexander Pflieger, Referatsleiter Hochschuldigitalisierung. TRIA könnte künftig Wissen aus dem internen Wissensmanagement und dem Ticketsystem einbeziehen. So hätten Mitarbeitende mehr Zeit für komplexere Fälle.
Einsatz auch außerhalb der Hochschulen denkbar
Als weitere mögliche Einsatzfelder nennt die Universität Studienberatung, Bibliotheken und Verwaltung. Digitale Assistenten könnten Studierende von der Bewerbung bis zum Studienabschluss begleiten; KI-Agenten könnten perspektivisch auch komplexere Aufgaben selbstständig bearbeiten. Die Plattform könnte zudem für Behörden und Unternehmen interessant sein, wenn dort große Wissensbestände, wiederkehrende Prozesse und sensible Daten zusammenkommen.
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