Future Day 2026 in Geisenfeld: Schwarz Gruppe zeigt Konzepte für zukunftsfähige Lieferketten

Im „Kaufland Logistikzentrum Geisenfeld“ haben die Unternehmen der Schwarz Gruppe am Donnerstag, 24. September 2026, beim zweiten Future Day über die Zukunft von Lieferketten informiert. Unter dem Motto „Sustainable Logistics: Über Partnerschaften die Zukunft gestalten“ kamen nach Unternehmensangaben mehr als 650 Branchenentscheider und Innovationstreiber zusammen.
Im Mittelpunkt standen Logistiklösungen, die Lieferketten robuster, effizienter und emissionsärmer machen sollen. Gastgeber Kaufland zeigte dabei unter anderem die vollautomatisierte Food-Kommissionierung am Standort Geisenfeld.
Austausch über Technik, Infrastruktur und Praxislösungen
Der Future Day diente laut Mitteilung als Plattform für den Austausch über Technologien, Infrastruktur, Arbeitswelten und konkrete Anwendungen. Die Schwarz Gruppe stellte dabei das Zusammenspiel ihrer Bereiche Einzelhandel, Produktion, Kreislaufwirtschaft und Digitalisierung in den Vordergrund. Genannt wurden Kaufland, Lidl, Schwarz Produktion, PreZero und Schwarz Digits sowie externe Partner.
Pascal Siegmund, Leiter Logistik International bei der Kaufland Stiftung, sagte: „Bei der Transformation der Logistik warten wir nicht auf fertige Lösungen, sondern entwickeln sie gemeinsam mit den anderen Unternehmen der Schwarz Gruppe und unseren Partnern selbst. Genau das zeigen wir in Geisenfeld - mit einem hochautomatisierten Logistikzentrum, das Zukunftsfähigkeit neu definiert“.
Er ergänzte: „Auch bei der E-Mobilität unserer Logistik gehen wir weiter voran und bauen an allen Logistikstandorten Ladeparks für E-Lkw auf. Gleichzeitig wollen wir Leerfahrten und Wartezeiten deutlich reduzieren. Dafür vernetzen wir Daten und bauen daraus Transportnetzwerke auf und aus. Davon profitieren am Ende alle: unsere Partner und vor allem unsere Kunden, weil wir unsere Filialen noch effizienter mit Ware versorgen können.“
Live-Demo eines autonomen Elektro-Lkw
Zu den vorgestellten technischen Ansätzen gehörte ein kabinenloser Elektro-Lkw mit autonomer Fahrfunktion. Nach Angaben der Schwarz Gruppe setzt Lidl in Deutschland dieses Fahrzeug gemeinsam mit Einride als erster Lebensmitteleinzelhändler auf öffentlichen Straßen in Deutschland ein. Die Teilnehmer des Future Day 2026 sahen den Lkw demnach erstmals bei einer Live-Demo in Aktion.
Weitere Beispiele aus den Logistikzentren waren KI-gestützte Greifersysteme zur Umpalettierung, Inspektionsroboter für die Qualitäts- und Bestandskontrolle sowie eine datenbasierte Bedarfsplanung, die Lieferengpässe und Überbestände verringern soll. Für die digitale Vernetzung verwies das Unternehmen auf die Cloud-Plattform „STACKIT“ von Schwarz Digits.
Maverick Malcher, Geschäftsführer Schwarz Mobility Solutions, sagte: „Das Logistiknetzwerk der Unternehmen der Schwarz Gruppe ist das zentrale, zirkuläre Bindeglied unseres Ökosystems. Smarte Technologien und Data-Governance machen Warenströme agil und widerstandsfähig. Gemeinsam bringen wir Innovationen direkt in den Realbetrieb und sichern so die Handlungsfreiheit und Zukunftsfähigkeit unserer Lieferketten.“
Automatisierung soll Beschäftigte entlasten
Ein weiterer Schwerpunkt war die Arbeitswelt in der Logistik. Nach Darstellung der Schwarz Gruppe sollen smarte Robotik und vollautomatisierte Food-Kommissionierung körperlich belastende Sortier- und Routinearbeiten übernehmen. Zugleich würden autonome Systeme Berufsbilder hin zu stärker steuernden Expertentätigkeiten verändern.
Als Beispiel nannte das Unternehmen die „PreZero Fahrschule“, mit der bundesweit eigene Nachwuchs- und Fachkräfte sowie Beschäftigte externer Partner aus- und weitergebildet werden. Zudem engagiert sich Lidl nach eigenen Angaben im Branchendialog Lebensmitteleinzelhandel und Ernährungsindustrie für verbindliche Sozialstandards.
Dekarbonisierung und Kreislaufwirtschaft
Beim Thema Nachhaltigkeit verwies die Schwarz Gruppe auf ihr Ziel „Net-Zero bis 2050*“. Genannt wurden eine bessere Auslastung, smarte Routenplanungen und emissionsreduzierte Antriebe.
- Lidl in den Niederlanden stellt die Filialbelieferung laut Mitteilung bis 2027 vollständig auf E-Lkw um.
- PreZero rüstet seine Entsorgungsflotte schrittweise auf alternative Antriebe um.
- Kaufland baut an allen deutschen Verteilzentren E-Ladeparks auf.
- Warenverteilzentren trennen Wertstoffe systematisch im Sinne der „Road to Zero Waste“.
- Als weiteres Beispiel nennt die Mitteilung den PET-Wertstoffkreislauf der Schwarz Produktion.
Florian Schütze, Geschäftsleiter Corporate Responsibility der Schwarz Corporate Affairs, sagte: „Transformation in der Logistik gelingt nur, wenn wir Technologien, Infrastruktur und Partnerschaften gemeinsam denken. Die Unternehmen der Schwarz Gruppe elektrifizieren Flotten, etablieren zirkuläre Wertstoffströme und investieren gezielt in Innovationen. So beweisen wir gemeinsam mit unseren Partnern: Eine zukunftsfähige Logistik ist der Schlüssel zu ökonomischer Stärke.“
Zahlen zum Standort und zum Netzwerk
Die Schwarz Gruppe bezifferte ihr Logistik- und Handelsnetzwerk auf rund 250 Logistik- und Warenverteilzentren zur Versorgung von mehr als 14.500 Filialen von Lidl und Kaufland in 33 Ländern. Hinzu kommen 19 Produktionswerke der Schwarz Produktion, PreZero mit einer Entsorgungsflotte an rund 470 Standorten sowie „Tailwind Shipping Lines“ mit elf Schiffen.
Für das „Kaufland Logistikzentrum Geisenfeld“ nannte das Unternehmen unter anderem diese Kennzahlen:
- 350 Lkw pro Tag
- mehr als 8.000 Paletten täglich im Eingang
- 80 Prozent des Food-Sortiments vollautomatisch, 20 Prozent manuell
- 70 Prozent der Depalettierung automatisch per Roboter, 30 Prozent manuell an Ergonomie-Stationen
- Regale mit knapp 30 Meter Höhe, 100 Meter Länge und 40 Meter Breite
- Nutzfläche in der Größe eines Fußballfelds mit Platz für bis zu 30.000 Paletten
- 15 Regalbediengeräte parallel im Einsatz mit einem Durchsatz von 50 Paletten pro Stunde je Gerät
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