155 Bürger bringen Anliegen bei Grasbrunner Versammlung vor

Bei der Bürgerversammlung am 8. Oktober im Bürgerhaus Neukeferloh kamen 155 Bürgerinnen und Bürger zusammen, um sich über die Entwicklung Grasbrunns zu informieren und Anliegen vorzubringen. Schon vor Beginn konnten sich die Gäste an Informationsständen informieren und Fragen direkt an Mitarbeitende richten.
Für Ersten Bürgermeister Sebastian Stüwe war es die erste Bürgerversammlung in seinem neuen Amt. Er warb dafür, dass die Gemeinde vom Mitdenken, Nachfragen und Mitgestalten ihrer Bürgerinnen und Bürger lebt. Zu den Zukunftsthemen zählt auch die wirtschaftliche Entwicklung: Insbesondere der Technopark soll künftig stärker belebt werden.
Grasbrunn soll nach Stüwes Darstellung für Familien attraktiv bleiben und Zuzug ermöglichen. Dabei müsse die Entwicklung mit Augenmaß erfolgen, damit Infrastruktur und Verkehr mitwachsen können. Die Geburtenzahlen seien zuletzt deutlich zurückgegangen, während die Bevölkerung im Landkreis älter werde.
Verkehrsanliegen aus Harthausen
Besonders in Harthausen sorgen zunehmender Lkw-Verkehr, Geschwindigkeitsüberschreitungen und die Missachtung von Durchfahrtsverboten für Unmut. Die Gemeinde hat Verkehrszählungen durchgeführt und weitere Kontrollen vorbereitet. Beim Landkreis beantragte sie für die M25 tagsüber Tempo 30. Auch sichere Wege für Kinder, bessere Radverbindungen und die Sanierung von Straßen wurden angesprochen. Nach einem Hinweis aus dem Publikum soll zudem die Verkehrssituation in der Ekkehartstraße geprüft werden.
Über den digitalen Mängelmelder können Hinweise zu Straßenschäden, defekten Laternen und anderen Auffälligkeiten an die Gemeinde weitergegeben werden. Außerdem sucht die Gemeinde ehrenamtliche Spielplatzpatinnen und Spielplatzpaten.
Geothermie, Sport und Gemeindefinanzen
Für die geplante Geothermie sollen vorhandene Kellerräume im Technopark genutzt werden, um erhebliche Baukosten einzusparen. Stüwe betonte: „Die Wirtschaftlichkeit des Geothermie-Projekts ist das höchste Ziel, denn wir wollen nicht in eine finanzielle Schieflage geraten.“ Informationsveranstaltungen sollen Gelegenheit bieten, sich näher mit den Vorhaben auseinanderzusetzen.
Beim geplanten Neubau einer Dreifach-Tennishalle will der Tennisclub TCN selbst als Bauherr Verantwortung übernehmen. Die Gemeinde unterstützt das Projekt und wünscht sich, dass der Verein seine Jugendarbeit weiter stärkt. Eine Beteiligung der Bürgerschaft über Crowdfunding kann sich der Bürgermeister ebenfalls vorstellen.
Grasbrunn stehe trotz steigender Ausgaben solide da und sei schuldenfrei, hieß es bei der Versammlung. Sorgen bereitet die wachsende Kreisumlage. Stüwe wandte sich dazu direkt an die anwesende stellvertretende Landrätin Nicola Gerhardt: „Mein Wunsch wäre, dass der Landkreis etwas weniger macht, damit die Kreisumlage kleiner wird.“ Zugleich erklärte er, die Gemeinde müsse bei neuen Vorhaben genau hinschauen und verantwortungsvoll mit ihrem Geld umgehen.
Polizei und weitere Gesprächsmöglichkeiten
Polizeihauptkommissar Stephan Jochim bestätigte, dass Grasbrunn eine sichere Gemeinde sei. Er appellierte, gerade in der dunklen Jahreszeit aufmerksam zu bleiben und ungewöhnliche Beobachtungen frühzeitig zu melden. „Die Polizei kommt lieber zweimal umsonst als einmal zu spät.“
Bei der digitalen Umfrage „Ihre Meinung ist gefragt“ wurden Geothermie, Verkehrsüberwachung und Windenergie besonders häufig genannt. Stüwe ermutigte die Bürgerinnen und Bürger, Fragen und Ideen auch außerhalb der jährlichen Versammlung einzubringen. Dafür gibt es neben der Bürgerfragestunde und thematischen Informationsveranstaltungen das Gesprächsformat „Triff Stüwe“, das im Wechsel in den Gemeindeteilen stattfindet.
Der nächste Termin von „Triff Stüwe“ ist am 14. November 2026 im Dorfladen Harthausen.
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