Lebensgefahr an Bahnanlagen: Warnung vor Stromunfällen

Schwerer Stromunfall am Münchner Rangierbahnhof: Lebensgefährliche Verletzungen durch Hochspannung auf Bahnanlagen – Bundespolizei warnt besonders Jugendliche vor enormes Risiko.

Von Blaulichtreport2 Min. Lesezeit
Lebensgefahr an Bahnanlagen: Warnung vor Stromunfällen

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Die Bundespolizei warnt aktuell erneut vor den erheblichen Gefahren durch Stromunfälle an Bahnanlagen. Besonders in der Ferienzeit richtet sich die Warnung gezielt an Schüler und Jugendliche, sie für die unkalkulierbaren Risiken auf abgestellten Zügen zu sensibilisieren. Ein tragischer Vorfall am Sonntagmorgen in München unterstreicht die Dringlichkeit dieser Hinweise.

Schwerer Unfall am Rangierbahnhof Nord

Am Sonntag, den 10. August, ereignete sich am Rangierbahnhof Nord ein schwerer Unfall. Ein 30-jähriger Mann aus Ottobrunn war mit zwei Begleitern unterwegs, nachdem sie gemeinsam Alkohol konsumiert hatten. Gegen 04:00 Uhr bestieg der 30-Jährige einen Kesselwagen und stürzte aus mehreren Metern Höhe unkontrolliert zu Boden. Seine Begleiter, ein 24-Jähriger aus Untermenzing und ein 33-Jähriger aus Dresdenexterner Link, öffnet ein neues Fenster, leisteten umgehend Erste Hilfe und setzten die Rettungskette in Gang. Beide erlitten einen Schock und wurden vor Ort durch ein Kriseninterventionsteam betreut.

Der verunfallte Mann zog sich zahlreiche Verletzungen zu, darunter eine Fraktur des Schlüsselbeins. Besonders schwerwiegend sind die lebensbedrohlichen Verbrennungen zweiten bis dritten Grades, die 40 Prozent seiner Körperoberfläche betreffen. Vor Ort wurden persönliche Gegenstände des Mannes beschädigt aufgefunden. Eine Bierflasche wurde am Unfallort sichergestellt, was darauf hindeutet, dass der Mann zum Zeitpunkt des Unfalls unter Alkoholeinfluss stand.

Gefährliche Stromüberschläge und Sachschäden

Der Stromschlag durch die Oberleitung führte neben den Verbrennungen des Mannes auch zu einer Beschädigung der Bahnoberleitung selbst. Der entstandene Schaden wird auf rund 5.000 Euro geschätzt. Die Ermittlungen der Polizei, ob der Mann direkt vom sogenannten Stromfluss überschlagen wurde, dauern an. Es wird wegen gefährlichen Eingriffs in den Bahnverkehr ermittelt.

Bundespolizei warnt eindringlich

Die Bundespolizei betont, dass das Betreten von Bahnanlagen mit starken Risiken verbunden ist. Die Oberleitungen führen 15.000 Volt und stellen eine direkte Lebensgefahr dar – nicht nur durch Verbrennungen, sondern auch durch Abstürze in der Folge eines Stromschlags. Bereits die Nähe zur Oberleitung reicht aus, um einen Stromfluss hervorzurufen.

Bundespolizeiinspektion München: Zuständigkeit und Erreichbarkeit

Die Bundespolizeiinspektion München ist für die Gefahrenabwehr und Strafverfolgung im Bereich der Bahnanlagen innerhalb des deutschen S-Bahnnetzes zuständig. Ihr Zuständigkeitsbereich umfasst etwa 210 Bahnhöfe und Haltepunkte auf einer Strecke von 440 Kilometern – einschließlich der größten bayerischen Bahnhöfe sowie Landkreise wie Bad Tölz-Wolfratshausen, Dachau, Ebersberg, Erding, Fürstenfeldbruck, Landsberg am Lech und Starnberg.

Die Hauptdienststelle befindet sich in der Denisstraße 1 in München, rund 500 Meter vom Ostbahnhof entfernt. Weitere Diensträume stehen am Hauptbahnhof, in Pasing und in Freising zur Verfügung.

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Die Bundespolizei appelliert: Das Betreten von Bahnanlagen und das Klettern auf stehende Züge bergen schwerwiegende Gefahren für Leib und Leben. Sensibilisierung und Aufklärung bleiben daher weiterhin zentrale Aufgaben, um weitere Unfälle zu verhindern.

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