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Sport

3. Liga im Fokus: Talentplattform und Debatte um Regionalliga-Reform

Neuendorf würdigt die Bedeutung der Liga, während im Amateurfußball Ergebnisse und weitere Partien des 3.-Liga-Wochenendes im Blick standen

Von Herold-Team05.09.26, 19:39

DFB-Präsident Bernd Neuendorf hat im MagentaSport-Interview im Rahmen des Wochenendes des Amateurfußballs die Bedeutung der 3. Liga hervorgehoben und zugleich die Diskussion um eine Reform der Regionalliga bekräftigt. Anlass der Meldung sind zudem mehrere Partien des 3.-Liga-Wochenendes, darunter der neue Startrekord des MSV Duisburg, der Heimsieg von Rot-Weiß Essen sowie der erste Heimsieg von Preußen Münster seit 309 Tagen.

Neuendorf: 3. Liga als Talentschmiede

Neuendorf bezeichnete die 3. Liga als wichtige Plattform für Talente. Er verwies darauf, dass dort bereits viele Karrieren an Schwung gewonnen hätten. Zugleich sagte er, viele erste Ligen in anderen Ländern würden die 3. Liga beneiden oder gerne gegen sie tauschen.

Ein weiteres Thema ist das sogenannte Kompass-Modell. Danach würde die Zahl der Regionalligen von fünf auf vier reduziert, allerdings würde jeder Meister aufsteigen. Neuendorf betonte dazu, der Anspruch müsse sein, dass Meister aufsteigen. Es könne nicht sein, dass in der Regionalliga fünf Meister gekürt würden, aber nur vier in der 3. Liga landeten. Das sei ein Zustand, der nicht erträglich sei und nicht unterstützt werden könne. Ein Ergebnis soll idealerweise Ende 2026 oder Anfang des folgenden Jahres erreicht werden.

MSV Duisburg mit historischem Start

Der MSV Duisburg hat Kickers Offenbach aus der Saison 2011/2012 als besten Starter der 3.-Liga-Geschichte abgelöst. Vier Spiele, vier Siege und eine Tordifferenz von plus neun markieren nun den neuen Bestwert. Der Erfolg gelang trotz Unterzahl und Rückstand in Regensburg.

Torschütze Peter Remmert sagte, die Mannschaft habe Mentalität und Moral bewiesen. Trainer Dietmar Hirsch sprach von enormem Willen, großem Zusammenhalt und davon, dass er sich nicht daran erinnern könne, schon einmal ein Spiel in Unterzahl gedreht zu haben. Das sei noch bemerkenswerter und absolut respektabel.

Unentschieden in Rostock, Klarheitssieg für Saarbrücken

Beim 1:1 zwischen Rostock und Wiesbaden gab es zwei unterschiedliche Sichtweisen. Hansa-Coach Daniel Brinkmann sprach von zwei verlorenen Punkten. Zugleich hob er hervor, dass seine Mannschaft eine richtig gute Leistung gezeigt habe und sich nur mit mehr Toren belohnen müsse. Trainerkollege Daniel Scherning lobte seine Mannschaft für alles, was nach dem 0:1 kam. Er sprach von mutigen Wechseln, viel Energie und fußballerischen Komponenten auf dem Platz. Der eine Punkt sei mindestens verdient gewesen, und bei längerer Spieldauer wäre seine Mannschaft möglicherweise sogar der Sieger gewesen.

Der 1. FC Saarbrücken gewann in Meppen klar mit 6:1. FCS-Coach Argirios Giannikis sprach dabei von einem nächsten Entwicklungsschritt.

Preußen Münster feierte den ersten Heimsieg seit 309 Tagen. Trainer Thomas Wörle sagte, das sei etwas ganz Besonderes für die Mannschaft gewesen. Man habe zuhause unbedingt den Bock umstoßen wollen.

Weiteres Programm bei MagentaSport

Am Sonntag geht es live weiter ab 13.15 Uhr mit Würzburg gegen VfB 2. Ab 19.15 Uhr folgt das Fortuna-Duell Köln gegen Düsseldorf. Alle Spiele der 3. Liga gibt es nur bei MagentaSport live.

Rot-Weiß Essen schlägt Viktoria Köln

Rot-Weiß Essen gewann gegen Viktoria Köln mit 1:0. Trainer Uwe Koschinat sprach von einem harten Spiel mit einer unglaublich starken ersten Halbzeit seiner Mannschaft. RWE habe Mut mit Intelligenz verbunden, sei im Verteidigen hartnäckig gewesen und habe zudem beschwingt guten Fußball gespielt. In der zweiten Halbzeit sei es ein dreckiger Arbeitssieg gewesen. Koschinat verwies außerdem auf eigene Etappenziele, zu denen weniger Gegentore gehörten. Dass dies mit der jungen Truppe auf diese Art gelungen sei, sei hervorragend.

Zum DFB-Pokal-Duell mit RB Leipzig sagte Koschinat, man habe leider eine europäische Top-Mannschaft erwischt. Das werde eine heiße Aufgabe.

RWE-Spieler Tony Menzel berichtete von einem Umknicken im Zweikampf. Es habe sich direkt danach komisch angefühlt, weshalb er die Sache als zu heikel eingeschätzt habe. Über den Spielstil sagte er, die Mannschaft wolle aggressiv nach vorne verteidigen und hart dranbleiben. Das habe in den letzten Spielen sehr gut funktioniert. Zum Los RB Leipzig meinte er, es sei immer cool, wenn ein guter Gegner an die Hafenstraße komme, und man brauche sich nicht zu verstecken.

Viktoria-Trainer Marian Wilhelm erklärte, RWE habe in der ersten Halbzeit viel Druck gemacht und seiner Mannschaft viel vom eigenen Spiel genommen. Die Kölner hätten es nicht gut gelöst und in einzelnen Situationen Mut vermissen lassen. Die zweite Halbzeit sei deutlich besser gewesen, allerdings habe es immer wieder an der Sauberkeit gefehlt. Entscheidend sei eine Standardsituation gewesen, die einen faden Beigeschmack hinterlasse, weil sie etwas schwierig zustande gekommen sei.

Viktoria-Spieler Arne Schulz sagte, die erste Halbzeit habe nicht zu 100 Prozent gepasst. Man sei nicht in die Abläufe gekommen, wie es in den vergangenen Spielen gelungen sei. Die zweite Halbzeit sei wieder sehr Viktore-like gewesen. Die Mannschaft wolle dominant sein und das Spiel bestimmen. Darauf baue man auf.

Regensburg unterliegt Duisburg trotz Überzahl

Im Spiel SSV Jahn Regensburg gegen den MSV Duisburg hieß es 1:2. Peter Remmert, der Duisburger Torschütze zum 1:1, sagte, es sei natürlich nicht einfach gewesen, gegen eine Mannschaft in Überzahl zu spielen. Das Team habe es jedoch sehr gut hingekriegt und Mentalität sowie Moral bewiesen. Der Abend habe gezeigt, dass man die Duisburger niemals abschreiben dürfe.

Auf Vergleiche mit Erling Haaland angesprochen, sagte Remmert, er schaue sich bei einem der besten Stürmer der Welt gerne etwas ab. Er habe eine ähnliche Statur und vielleicht auch einen ähnlichen Laufstil, Haaland sei aber noch ein paar Level über ihm.

Zu den Vorgaben von Dietmar Hirsch in der Pause erklärte Remmert, man habe von vornherein damit gerechnet, dass trotz Unterzahl etwas möglich sei. Hirsch habe ihm und Jan-Simon Symalla mitgegeben, alles reinzuwerfen, dann könne sich die Mannschaft belohnen. Genau das sei gelungen.

Regensburgs Trainer Sascha Hildmann ärgerte sich über eine Partie, die aus seiner Sicht eigentlich total unter Kontrolle gewesen sei. Seine Mannschaft habe sich im Spielaufbau selbst in Schwierigkeiten gebracht, obwohl sie nicht in der Not gewesen sei, den Ball nach vorne zu spielen. Ein Konter habe zum 1:1 geführt. Das sei nicht nachvollziehbar und nerve ihn kolossal, weil die Mannschaft eigentlich ein gutes Spiel gemacht habe. Nach der Roten Karte gegen den Gegner habe Regensburg in der zweiten Halbzeit mit einem schönen Tor die Führung hergestellt. Dann müsse man die Partie cleverer herunterspielen. Die Einladung zum Ausgleich habe man jedoch gegeben. Eine Ecke oder ein Standard könne immer passieren, auch mit zehn Mann, aber das dürfe nicht passieren. Heute sei es passiert, und deshalb habe man ein Spiel verloren, das komplett unter Kontrolle gewesen sei.

MSV-Trainer Dietmar Hirsch sagte, er sei sehr stolz auf seine Mannschaft. So viel Moral, Wille und Zusammenhalt seien unfassbar. Schon im Vorjahr habe man Spiele in Unterzahl gewonnen, aber ein Spiel in Unterzahl zu drehen, sei noch bemerkenswerter. Er ziehe den Hut vor seinen Spielern und habe absoluten Respekt. Zum Doppelwechsel mit Peter Remmert und Jan-Simon Symalla zur Pause erklärte Hirsch, Sussek und Kother wären im Elf-gegen-Elf die Richtigen gewesen. Nach der Roten Karte habe man aber bis zur Halbzeit in dieser Konstellation weiterspielen wollen. Vorne habe man einen Stoßstürmer gebraucht, weshalb Remmert gekommen sei. Symalla sei ein Spieler, der sowohl gut verteidigen als auch mit Tempo nach vorne umschalten könne. Diese Ideen seien aufgegangen.

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