Historische Schätze für Rosenheim entdeckt
Nachlass von Josef Sebald umfasst Dokumente und Fotos aus der NS-Zeit, die künftig digital zugänglich gemacht werden, um die Erinnerungskultur zu stärken.

Die Stadt Rosenheim hat kürzlich einen bedeutenden Teilnachlass von Nachkommen ihres einstigen Oberbürgermeisters Josef Sebald erhalten. Die Übergabe umfasst wertvolle historische Dokumente und Fotografien, die neue Einblicke in die Stadt- und Zeitgeschichte ermöglichen.
Historische Dokumente und neues Bildmaterial
Zu den übergebenen Unterlagen zählen insbesondere die Original-Entlassungsurkunde aus dem Konzentrationslager Dachau sowie Korrespondenz zur Entschädigung aus dem Jahr 1945. Ein besonderes Highlight der Sammlung ist ein bisher unbekanntes Fotoalbum, das rund 250 Aufnahmen enthält. Diese Bilder dokumentieren das Rosenheimer Stadtleben der 1930er und 1940er Jahre und erweitern so das bisherige Archivmaterial um bislang ungesehene Perspektiven aus dieser Zeit.
Bedeutung für das Stadtarchiv und die Erinnerungskultur
Das Stadtarchiv Rosenheim wird die Dokumente fachmännisch aufbereiten, sachgerecht verpacken und digital erfassen. Im Anschluss sollen die Materialien der Öffentlichkeit zur Verfügung gestellt werden. Damit leistet die Stadt einen wichtigen Beitrag zur Bewahrung und Weitergabe der lokalen Erinnerungskultur.
Josef Sebald: NS-Verfolgter und Stadtgestalter
Josef Sebald (1905–1960) war als Sozialdemokrat politisch engagiert und wurde während der NS-Zeit verfolgt sowie zweimal in Konzentrationslagern inhaftiert. Nach Kriegsende setzte er sich als Mitglied des Stadtrats und später als Landtagsabgeordneter für die Belange der Stadt ein. Im Jahr 1958 wurde er zum Oberbürgermeister gewählt. Während seiner Amtszeit prägte er unter anderem die Entwicklung des Salinengeländes grundlegend.
Zu Ehren Josef Sebalds wurde die Sepp-Sebald-Siedlung nach ihm benannt. Darüber hinaus plant die Stadt Rosenheim ein Gedenkzeichen an Sebalds früherer Wohnadresse in der Königstraße 15, gegenüber dem Rathaus, das noch dieses Jahr errichtet werden soll.
Blick in die Zukunft
Die Übernahme des Nachlasses ist ein wichtiger Schritt, um Stadtgeschichte sichtbar und erlebbar zu machen. Das neue Material bietet sowohl für die Forschung als auch für interessierte Bürgerinnen und Bürger einen einzigartigen Zugang zur Vergangenheit der Stadt Rosenheim. Die geplanten Aufbereitungs- und Digitalisierungsmaßnahmen sorgen dafür, dass dieses wertvolle Erbe auch kommenden Generationen erhalten bleibt.
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