Neumarkt deckt zwölf Barrieren auf
OB Ochsenkühn kündigt Maßnahmen zur besseren Barrierefreiheit an

Barrierefreiheit bleibt ein zentrales Thema in Neumarkt i.d.OPf. Der Beirat für Menschen mit Behinderung hat im Frühjahr zwölf konkrete Barrieren, sogenannte „Stolperfallen“, im Stadtgebiet aufgedeckt. In enger Zusammenarbeit mit der Arbeitsgruppe offene Behindertenarbeit wurden sie bis Ende Mai systematisch dokumentiert. Die Ergebnisse übergaben Mitglieder des Beirats, darunter Vorsitzender Georg Kohlmann, Dr. Alois Kölbl, Sigrid Steinbauer-Erler (Behindertenbeauftragte des Stadtrats) sowie Anna Lehrer (Sachgebiet Soziales), an Oberbürgermeister Markus Ochsenkühn.
Alltägliche Hürden sichtbar gemacht
Der Beirat betont, dass viele Barrieren im Stadtbild ohne Einschränkung gar nicht auffallen, für Betroffene jedoch massive Einschränkungen bedeuten können. Physische Hindernisse sind dabei nur ein Teil des Problems. Auch weniger offensichtliche Hürden erschweren die gleichberechtigte Teilhabe. Die Stadt Neumarkt wird zwar für ihre bisherigen Fortschritte anerkannt, dennoch zeigt die dokumentierte Liste weiteren Handlungsbedarf auf.
Die zwölf Stolperfallen im Überblick
Rathaus II: Fehlender zweiter Handlauf am Eingang erschwert Menschen mit halbseitiger Lähmung den Zugang. Zusage zur raschen Nachrüstung.
Nürnberger Straße: Aufgebrochener Fuß- und Radweg behindert Rollstuhlfahrer. Die Stadt kümmert sich um die Schadensbehebung.
Regensburger Straße: Unebene Pflastersteine auf Höhe Aldi – der Bauhof sorgt für Ausgleich.
LGS-Park: Fehlende Sitzplätze für Menschen mit Handicap, Lösungsvorschlag für die Arena vorhanden.
Grünterrassen und Spielbrunnen: Kein Handlauf vorhanden; OB lässt prüfen, ob barrierefreie Plätze besser erreichbar werden müssen.
Mülltonnen auf Gehwegen: Versperren immer wieder Wege, auch für Eltern mit Kinderwagen. Sensibilisierung der Bürger gefordert.
Fehlender Treffpunkt für junge Menschen mit Handicap: Verweis an die EUTB in der Hallertorstraße.
Überdachte Bushäuschen: Fehlende Unterstände in der Innenstadt – zwei neue werden in der Marktstraße geplant.
Städtische Homepage: Noch nicht vollständig barrierefrei. Ein neues Projekt setzt die gesetzlichen Vorgaben um.
Parkplätze: Nicht immer ausreichend groß für Fahrdienste. Verwaltung prüft Anpassungsmöglichkeiten.
Kopfsteinpflaster: Problematisch für viele Betroffene; liegt im Fokus der Altstadtgestaltung.
WC beim Münster: Fehlende Aufstellhilfe für Rollstuhlfahrer; keine nachträgliche Veränderung der fest eingebauten Ausstattung vorgesehen.
Reaktionen und Lösungsansätze
Oberbürgermeister Markus Ochsenkühn reagierte mit ersten Lösungsansätzen auf viele der vorgebrachten Anliegen. Mehrfach sagte er Prüfungen oder sogar direkte Umsetzungen zu. Die Zusammenarbeit mit den Betroffenen wird dabei ausdrücklich betont, um individuelle Bedarfe besser zu erkennen und nachhaltige Verbesserungen zu erzielen.
Der Beirat bewertet positiv, dass die Verwaltung bei fast allen Punkten noch während des Treffens Lösungswege diskutierte. Dennoch bleibt die Erkenntnis: Nicht alle Hindernisse lassen sich sofort beseitigen, kontinuierliche Arbeit ist gefragt.
Inklusion als fortlaufender Prozess
Am Ende der Begegnung betonte OB Ochsenkühn, dass die Belange von Menschen mit Behinderung aktiv in die Stadtentwicklung einbezogen werden. Die gemeldeten Stolperfallen sollen schnellstmöglich geprüft werden, konkrete Lösungen folgen. Die Aktion soll künftig jährlich stattfinden, damit am Thema Barrierefreiheit kontinuierlich gearbeitet wird.
Viele der genannten Stolpersteine betreffen nicht nur Menschen mit Handicap, sondern auch andere Gruppen, wie Eltern mit Kinderwagen oder ältere Menschen. Damit ist die Reduzierung von Barrieren ein zentraler Faktor für mehr Lebensqualität aller Bürgerinnen und Bürger in Neumarkt.
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