Neumarkt stellt erste Ergebnisse zur Gemeinwohlprämie vor

Oberbürgermeister Markus Ochsenkühn überreicht Urkunden und zahlt erste Vergütungen an teilnehmende Betriebe und Landwirtinnen sowie Landwirte im Bürgerzentrum Alte Schule in Pölling.

Übergabe der „Urkunden der Wertschätzung" an die ersten Landwirte im Neumarkter Vergütungsprogramm für Gemeinwohlleistungen (ganz links: Oberbürgermeister Markus Ochsenkühn, ganz rechts Christian Hiß, Geschäftsführer von Regionalwertleistungen GmbH, sowie Prof. Dr. Jan Niessen vom Sustainability Campus der TH Nürnberg (3. von rechts). Bild: Stadt Neumarkt, Lara Koller
Übergabe der „Urkunden der Wertschätzung" an die ersten Landwirte im Neumarkter Vergütungsprogramm für Gemeinwohlleistungen (ganz links: Oberbürgermeister Markus Ochsenkühn, ganz rechts Christian Hiß, Geschäftsführer von Regionalwertleistungen GmbH, sowie Prof. Dr. Jan Niessen vom Sustainability Campus der TH Nürnberg (3. von rechts). Bild: Stadt Neumarkt, Lara Koller© Lara Koller

Die Stadt Neumarkt hat im Bürgerzentrum in der Alten Schule in Pölling die ersten Ergebnisse ihres Pilotprogramms zur Gemeinwohlprämie vorgestellt. Oberbürgermeister Markus Ochsenkühn überreichte dabei an insgesamt sechs Betriebe „Urkunden der Wertschätzung“. Zugleich wurden erste Vergütungen an teilnehmende Landwirtinnen und Landwirte ausgezahlt.

Erste Prämien für teilnehmende Betriebe

Aktuell beteiligen sich sieben landwirtschaftliche Betriebe an dem Programm. Fünf von ihnen haben bereits einen Nachhaltigkeitsgrad von mindestens 55 Prozent erreicht und erhalten dafür eine Prämie zwischen 2.300 und 3.500 Euro. Der durchschnittliche Nachhaltigkeitsgrad der teilnehmenden Betriebe liegt nach Angaben der Stadt bei 68 Prozent.

Die Landwirte, die als erste eine Gemeinwohlprämie erhalten haben, sind Markus Grübler, Hierl Agrar GbR, Stefan Kerschensteiner, Christian Risch und Thomas Schuster.

100.000 Euro für Gemeinwohlleistungen

Grundlage des Programms ist die sogenannte Regionalwertleistungsrechnung. Mit ihr werden ökologische, ökonomische und gesellschaftliche Leistungen der Landwirtschaft messbar gemacht. Der Stadtrat hatte einstimmig beschlossen, dafür 100.000 Euro zur Honorierung dieser Gemeinwohlleistungen bereitzustellen.

Nach Angaben der Stadt ist Neumarkt damit die bundesweit erste Kommune, die ein Vergütungsprogramm auf Basis der Regionalwert-Leistungsrechnung aufgelegt hat.

Auswertung für sechs Betriebe liegt bereits vor

Für sechs der sieben Betriebe, darunter zwei ökologisch wirtschaftende, liegt bereits eine detaillierte Auswertung vor. Demnach wurden insgesamt Nachhaltigkeitsleistungen im Wert von 448.000 Euro erbracht. Das entspricht rund 1.420 Euro pro Hektar.

Kennzahlen im Überblick

  • 490 gehaltene Nutztiere
  • 48 Prozent Flächenanteil mit reduzierter Bodenbearbeitung
  • 89 Prozent betriebseigene Futtermittel
  • 11 Hektar Blühflächen
  • 29.300 kWh selbst produzierter Strom

Besonders hohe Durchschnittswerte erreichen die Betriebe in den Bereichen regionale Wirtschaftskreisläufe mit 80 Prozent und regionale Vernetzung mit 89 Prozent. Auch bei Klima & Wasser sowie bei den Beschäftigungsverhältnissen liegen die Werte jeweils bei 79 Prozent, beim Tierwohl bei 77 Prozent.

Zusammenarbeit mit Wissenschaft und Praxis

Begleitet wurde das Projekt von der Regionalwert Leistungen GmbH mit Geschäftsführer Christian Hiß und Projektleiter Eric Waibel. Fachlich eingebunden war außerdem das Kompetenzzentrum Nachhaltige Ernährungs- und Ressourcenwirtschaft der TH Nürnberg am Sustainability Campus Neumarkt unter Leitung von Prof. Dr. Jan Niessen.

Nach Angaben der Stadt flossen zudem praktische Erfahrungen der Neumarkter Lammsbräu ein, die bei der Anwendung der Regionalwertleistungsberechnung im Unternehmensumfeld als Vorreiter gilt. Koordiniert wird das Programm von Ralf Mützel, dem Amtsleiter des Amtes für Nachhaltigkeit bei der Stadt Neumarkt.

Weitere Betriebe können sich beteiligen

Das Pilotprogramm ist auf drei Jahre angelegt. Die Stadt Neumarkt ruft weitere Landwirtinnen und Landwirte in Neumarkt dazu auf, sich zu beteiligen, auch noch im aktuell laufenden Jahr.

Nach Angaben der Stadt kann sich die Teilnahme auch für Betriebe lohnen, die den Mindestnachhaltigkeitsgrad von 55 Prozent noch nicht erreichen. Sie erhalten im Rahmen der Auswertung einen umfassenden Satz an Kennzahlen, mit denen sie im eigenen Betrieb weiterarbeiten können.

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