55 Jahre Städtepartnerschaft Neumarkt–Issoire: Festakt und neue Weichenstellung
Dreitägiger Besuch in der Auvergne mit Gesprächen, persönlichen Begegnungen und Bekanntgabe einer Neuregelung

Neumarkt und die französische Stadt Issoire haben das 55-jährige Bestehen ihrer Städtepartnerschaft mit einem dreitägigen Besuch in der Auvergne gefeiert. Eine 20-köpfige Delegation aus Neumarkt unter Leitung von Oberbürgermeister Markus Ochsenkühn war dazu nach Frankreich gereist. Im Mittelpunkt standen persönliche Begegnungen, der Austausch über die weitere Pflege der Partnerschaft und ein gemeinsamer Festakt.
Empfang in Issoire und erste Gespräche
Die Delegation war am Freitag in den frühen Morgenstunden mit dem Bus nach Issoire aufgebrochen und erreichte die Stadt um 18.30 Uhr. Zur Reisegruppe gehörten neben Vertretern des Stadtrats und des Lions-Clubs auch Mitglieder des Trachtenvereins „Almenrausch“.
Nach der Ankunft wurden die Gäste von Issoires Bürgermeister Bertrand Barraud und seinem Team empfangen. Nach Angaben der Stadt nutzten die beiden Rathauschefs ein erstes Gespräch dazu, neue Initiativen auszuloten, mit denen die Partnerschaft auch künftig lebendig gehalten werden soll.
Anschließend feierte die Delegation gemeinsam mit Bürgerinnen und Bürgern von Issoire. In den Monaten Juli und August finden dort freitagabends regelmäßig Veranstaltungen im Stadtzentrum statt, bei denen Musiker in den Straßen spielen und im Freien gemeinsam gefeiert wird.
Einblicke in Stadt und Region
Am Samstag stand für die Neumarkter Gäste das Kennenlernen von Issoire und der Landschaft der Auvergne auf dem Programm. Bürgermeister Barraud führte die Delegation zudem durch das Rathaus und den Sitzungssaal seiner Gemeinde.
Festakt zum 55-jährigen Bestehen
Der Höhepunkt des Wochenendes folgte am Samstagabend bei einem Festakt unter Kastanienbäumen. In seinem Grußwort hob Oberbürgermeister Markus Ochsenkühn die Bedeutung der gewachsenen Beziehungen hervor.
Er erinnerte dabei an den 13. November 1971, als die damaligen Oberbürgermeister Theo Betz in Neumarkt und Dr. Jean Grolier in Issoire im Geist des Élysée-Vertrags den Grundstein für die Verbindung legten. Was einst als politischer Auftrag begonnen habe, sei heute zu einer festen Bindung geworden.
Als wichtige Zeichen dieser Verbundenheit nannte Ochsenkühn insbesondere die Schüleraustausche. Zudem dankte er Maguy Vissac, die auf Seiten von Issoire seit Jahren als treibende Kraft der Partnerschaft wirke. Ebenfalls würdigte er die langjährige 2. Bürgermeisterin Gertrud Heßlinger für ihren Einsatz, die Verbindung lebendig zu halten.
Freundschaft als europäisches Fundament
Nach den Worten Ochsenkühns lebt die Städtepartnerschaft nicht allein von offiziellen Programmen, sondern vor allem von Begegnungen, Gesprächen und daraus entstandenen Freundschaften. Gerade in Zeiten von Krisen und Unsicherheiten sei die deutsch-französische Freundschaft ein Fundament Europas. Die Partnerschaft zwischen Neumarkt und Issoire zeige, wie Europa im Kleinen durch Vertrauen, Respekt und Austausch funktioniere.
Auch Issoires Bürgermeister Bertrand Barraud würdigte die Beständigkeit der Verbindung. Trotz der Distanz von 1100 Kilometern sei die Achse Neumarkt–Issoire von Verlässlichkeit geprägt. Er betonte die Bedeutung des Friedensgedankens und hob hervor, wie wichtig Begegnungen junger Menschen im Rahmen von Austauschprogrammen seien. Zugleich sagte er zu, die gewachsene Verbindung auch künftig gemeinsam mit Neumarkt aktiv weiterzupflegen.
Neuregelung bei der Partnerschaftsarbeit
Im Rahmen der Partnerschaftsfeier wurde zudem bekannt, dass Stadträtin Michaela Zeitz künftig das Amt der Referentin für die Partnerschaft mit Issoire übernehmen wird.
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