Kunst trifft Naturschutz: Landshuter Meisterklasse auf Exkursion
Schülerinnen erkunden seltene Arten im Naturschutzgebiet und gestalten kreative Werke für den Wettbewerb „Rote Liste“

Die Natur als Quelle der Inspiration: 14 Schülerinnen der ersten Meisterklasse der Staatlichen Meisterschule für Keramik und Design Landshut unternahmen gemeinsam mit ihrem Lehrer Martin Köver und der Schulsozialarbeiterin Stefanie Damböck eine besondere Exkursion in das Naturschutzgebiet „Ehemaliger Standortübungsplatz Landshut“. Unterstützt wurden sie dabei von Fabian Hertrich, dem Gebietsbetreuer des Schutzgebietes.
Exkursion in stille Winterlandschaften
Das Ziel dieses winterlichen Ausflugs war es, die Schülerinnen für den klasseninternen Wettbewerb zum Thema „Rote Liste“ zu inspirieren. Gefördert von der Danner-Stiftung München, knüpft dieses Thema an das Jahresthema der Staatlichen Meisterschule für Keramik und Design Landshut an: „Natur- und Umweltschutz“. Der Schutz seltener Arten und ihrer Lebensräume stand während der Exkursion im Zentrum der Aufmerksamkeit.
Der ehemalige Standortübungsplatz beherbergt eine Vielzahl solcher Arten. Wie Gebietsbetreuer Fabian Hertrich erläuterte, sind trotz winterlicher Ruhe die Lebensräume weiterhin voller Aktivität. „Gerade im Winter wird oft unterschätzt, wie lebendig so ein Naturschutzgebiet ist“, berichtet Hertrich. Im Gebiet kommen seltene Arten wie Gelbbauchunke, Kammmolch, Heidelerche, Wendehals und verschiedene heimische Orchideenarten vor.
Vielfalt in winterlicher Ruhe
Viele Tiere verbringen die kalte Jahreszeit in speziellen Rückzugsorten: Zugvögel überwintern im Süden, Amphibien ruhen unter Wurzeln oder im Boden. Spechte machen im Januar mit ihren Rufen auf sich aufmerksam und Wintervögel wie die Schwanzmeise durchstreifen die Landschaft. Spuren von Füchsen, Rehen und Hasen sind im Schnee zu entdecken.
Neben faszinierenden Naturbeobachtungen vermittelte Hertrich auch Einblicke in die praktische Naturschutzarbeit. Dazu zählen Maßnahmen zur Besucherlenkung, der Schutz bodenbrütender Vögel und technische Eingriffe wie die Anlage von Kleingewässern für Amphibien. Der Gebietsbetreuer machte deutlich: „Naturschutz bedeutet nicht nur Schützen, sondern auch Gestalten.“ Die professionelle Landschaftspflege umfasst daher auch den gezielten Einsatz von Maschinen, um zu gewährleisten, dass spezielle Lebensräume erhalten bleiben.
Von der Natur zur Kunst: Inspiration und Verantwortung
Die Verbindung von Naturschutz und künstlerischer Ausbildung prägte die Exkursion maßgeblich. Martin Köver und Fabian Hertrich organisierten den Ausflug gezielt, um den Schülerinnen den direkten Kontakt mit der Natur zu ermöglichen. Die kreative Auseinandersetzung mit natürlichen Formen, Farben und Strukturen ist historisch ein zentrales Element der Kunst – Künstler wie Claude Monet, Vincent van Gogh oder Caspar David Friedrich ließen sich von der Natur inspirieren.
Naturschutz als gesellschaftliche Aufgabe
Am Ende der Exkursion stand für die Schülerinnen fest: Naturschutz ist ein Thema, das alle betrifft. Hertrich betonte: „Jeder kann etwas tun – achtsames Verhalten, durch Wertschätzung der Natur und durch bewusste Entscheidungen im Alltag.“ Die Beziehung zwischen Mensch und Natur ist dabei keine Einbahnstraße, sondern beruht auf gegenseitigem Nutzen und Verantwortung.
Die im Wettbewerb entstandenen Exponate werden Anfang Dezember im Rahmen der Weihnachtsausstellung der Keramikschule Landshut präsentiert und spiegeln das Zusammenspiel von Handwerk, Design und ökologischem Bewusstsein wider.
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