Methan unter dem Fußballplatz: Sanierung startet

Gunzenhausen investiert über zwei Millionen Euro, um Deponiegase sicher abzuleiten und Umwelt sowie Sportbetrieb zu schützen

Unter dem Fußballplatz des 1. FC Gunzenhausen verbirgt sich ein bedeutendes Umweltprojekt: Die Sanierung der ehemaligen städtischen Hausmülldeponie „Insel der Au“. Schon seit Jahrzehnten lagert hier, unter einer dichten Erdschicht, einst abgelagerter Hausmüll. Obwohl die Halde schon vor langer Zeit zugeschüttet wurde und längst grünes Gras gewachsen ist, bestehen unter der Oberfläche weiterhin Umweltrisiken.

Hintergrund der Sanierung: Altlasten und Methangas

Die Stadtverwaltung Gunzenhausen beschäftigt sich bereits seit vielen Jahren mit der Überwachung der „Insel“. Immer wieder wurde das Gefährdungspotenzial durch Detailuntersuchungen bewertet. Das zentrale Problem: Unterirdisch entstehen durch die Zersetzung von Abfällen Gase wie Methan und Kohlendioxid, die in Form von Bodengas an die Oberfläche dringen wollen.

Glücklicherweise tritt kein belastetes Sickerwasser aus, obwohl sich die Deponie in der Nähe der Altmühl befindet. Die Zersetzungsprozesse sorgen aber weiterhin für die Entstehung von Gasen, was Handlungsbedarf erforderlich macht.

Maßnahmen zur sicheren Entsorgung des Deponiegases

Um die Gasbildung unter Kontrolle zu bringen, werden aktuell auf dem Sportplatzgelände spezielle Leitungen sowie sogenannte Bodenluft-Absaugpegel verlegt. Diese Maßnahmen dienen dazu, das Deponiegas sicher abzusaugen und kontrolliert zu entsorgen.

Das Ingenieurbüro CDM Smith übernahm die Planungen, Ausschreibungen und die Bauleitung des Projekts. Die Treuchlinger Carl Heuchel GmbH & Co. KG ist mit der sachgerechten Bodensanierung betraut und führt die Verlegearbeiten durch.

Künftig wird die Lambda Gesellschaft für Gastechnik mbH aus Herten eine spezielle Verbrennungsanlage errichten. Dieses System dient dazu, das abgesaugte Gas sachgerecht zu verbrennen. Nach derzeitigen Plänen soll die Anlage für einen Zeitraum von drei bis fünf Jahren betrieben werden.

Das laufende Sportgeschehen auf dem Fußballplatz des 1. FC Gunzenhausen wird dadurch nicht beeinträchtigt. Die Sanierungs- und Sicherungsmaßnahmen finden parallel zum Trainings- und Spielbetrieb statt.

Keine Nachverwertung des Deponiegases

Eine Weiterverwendung oder energetische Nutzung des Gases ist laut Stadtbaumeister Max Pelczer nicht vorgesehen. Das Deponiegas aus der „Insel der Au“ ist nicht ausreichend hochwertig, sodass eine Nachverwertung unwirtschaftlich wäre. Die endgültige Entsorgung der Gase steht somit im Vordergrund.

Finanzierung und Zukunft der Deponie

Die Kosten für die Sanierung und Entsorgung werden auf über zwei Millionen Euro geschätzt. Allerdings übernimmt die Gesellschaft für Abfallwirtschaft und Abfallbehandlung mbH (GAB), bei der die Stadt Mitglied ist, einen Großteil der Kosten. Lediglich ein Eigenanteil von rund 150.000 Euro blieb für Gunzenhausen – eine Summe, die bereits vollständig erbracht wurde.

Stadtbaumeister Max Pelczer erläutert zur weiteren Vorgehensweise: „Stillgelegte Hausmülldeponien gibt es vielerorts, wir müssen dieser Umweltsünde entgegentreten.“ Die Stadt bleibt weiterhin verantwortlich für die Sicherheit, die Überwachung und das Risikomanagement an diesem Standort. Die Abstimmung mit dem 1. FC Gunzenhausen sichert, dass der Sportbetrieb reibungslos weiterlaufen kann, während parallel für mehr Umwelt- und Anwohnerschutz gesorgt wird.

Blick nach vorn

Das Beispiel Gunzenhausen zeigt, wie vorausschauende Sanierungsmaßnahmen mit Bedacht und Verantwortung umgesetzt werden. So wird die Altlast im Untergrund zwar nicht beseitigt, aber ein wirksamer Schutz für Mensch und Umwelt gewährleistet.

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