Gunzenhausen plant neues Mobilitätszentrum

Bei einer Fachexkursion nach Burgebrach und Cadolzburg sammelten Vertreter Impulse für vernetzte Angebote, ÖPNV und Lastenräder am Bahnhof.

Gunzenhausen plant neues Mobilitätszentrum
Bild zum Beitrag© Redaktion Gunzenhausen

Eine Fachexkursion nach Oberfranken hat Vertreterinnen und Vertreter aus Gunzenhausen mit Praxisbeispielen für moderne Mobilitätsangebote zusammengebracht. Im Mittelpunkt standen Lösungen, die den öffentlichen Nahverkehr stärken, verschiedene Verkehrsangebote verknüpfen und alltagstaugliche Alternativen zum motorisierten Individualverkehr aufzeigen.

Fachlicher Austausch in Burgebrach

Ende März 2026 reisten Mitglieder des Stadtrats sowie Mitarbeitende der Verwaltung und der Stadtwerke Gunzenhausen zunächst nach Burgebrach im Landkreis Bamberg. Die Gemeinde gilt in Fachkreisen als Vorreiter bei der Umsetzung innovativer Mobilitätskonzepte.

Für die Gunzenhäuser Delegation war der Besuch besonders relevant, weil am Bahnhof in Gunzenhausen ein modernes Mobilitätszentrum entstehen soll. Dieses Projekt soll den kommunalen ÖPNV stärken und als weiterer Schritt innerhalb der Verkehrswende dienen.

Die Reisegruppe wurde in Burgebrach vom Ersten Bürgermeister Johannes Maciejonczyk offiziell empfangen. Anschließend folgten fachlich fundierte Vorträge zum Aufbau und Betrieb eines Mobilitätszentrums im Landkreis Bamberg. Als Referenten wirkten Landrat Johann Kalb und der Fachbereichsleiter des Landratsamts Markus Hammrich mit.

Verknüpfung verschiedener Verkehrsangebote

Im Rahmen der Gespräche wurden die konzeptionellen Grundlagen, die planerischen Herausforderungen sowie die organisatorischen und finanziellen Rahmenbedingungen solcher Infrastrukturprojekte erläutert. Besonders betont wurde die Bedeutung, unterschiedliche Angebote an einem Standort zusammenzuführen.

Dazu zählen laut den vor Ort vermittelten Inhalten verschiedene Verkehrsträger, vom öffentlichen Personennahverkehr über Carsharing bis hin zum Fahrrad. Mobilitätsstationen können damit dazu beitragen, den motorisierten Individualverkehr zu reduzieren und flexible, bedarfsgerechte Mobilität zu fördern.

Im Anschluss besichtigte die Gruppe eine Mobilitätsstation in Burgebrach. Vor Ort standen insbesondere die Nutzerfreundlichkeit, der Flächenbedarf und die Einbindung in bestehende Verkehrsnetze im Fokus.

Cadolzburg als zweites Ziel der Exkursion

Die Fachexkursion führte danach weiter nach Cadolzburg. Nach einem kleinen Mittagsimbiss wurde die Delegation im Rathaus von Dritter Bürgermeisterin Claudia Augustin begrüßt.

Im Mittelpunkt des dortigen Programms stand ein Vortrag der Radverkehrsbeauftragten Silvia Weiß. Sie stellte das gemeindliche Lastenrad-Verleihsystem vor und ging dabei auf Konzeption, Betriebsstruktur und die Akzeptanz in der Bevölkerung ein.

Lastenräder als Baustein moderner Mobilität

Deutlich wurde, dass Lastenräder insbesondere im urbanen Raum ein erhebliches Potenzial zur Verlagerung von Transportwegen bieten. Dies gilt sowohl für den privaten als auch für den gewerblichen Bereich.

Nach Angaben aus der Exkursion können Lastenräder zur Entlastung des Verkehrs, zur Reduktion von Emissionen und zur Steigerung der Lebensqualität beitragen. Im Anschluss besichtigte die Gruppe eine Lastenrad-Verleihstation und gewann dabei Einblick in die praktische Umsetzung, die technischen Anforderungen und die Nutzungsvoraussetzungen.

Impulse für Gunzenhausen

Gunzenhausens Radverkehrsbeauftragter Klaus Stephan zog ein positives Fazit der Reise. Die Mobilitätswende zähle zu den prägenden Themen der Zeit, und die Exkursion sei von allen Beteiligten als äußerst gewinnbringend bewertet worden.

Der direkte Austausch mit erfahrenen Akteuren und das Erleben funktionierender Systeme im Realbetrieb hätten wertvolle Impulse geliefert. Viele der gewonnenen Erkenntnisse und Best-Practice-Beispiele seien unmittelbar auf Gunzenhausen übertragbar und könnten bei der Planung des Mobilitätszentrums am Bahnhof eine wichtige Rolle spielen.

Darüber hinaus habe die gemeinsame Fahrt auch eine teambildende Wirkung entfaltet und die Zusammenarbeit zwischen politischen Entscheidungsträgern und Verwaltung gestärkt. Einigkeit bestand laut Mitteilung darüber, dass eine erfolgreiche Stärkung des ÖPNV nur mit alltagstauglichen, attraktiven und gut vernetzten Angeboten möglich ist.

Angesichts der Verantwortung gegenüber kommenden Generationen wurde betont, dass entschlossenes Handeln erforderlich sei, um nachhaltige und umweltfreundliche Mobilitätslösungen konsequent voranzubringen.

Anhang

  • In Burgebrach besichtigte die Gunzenhäuser Reisegruppe eine Mobilitätsstation. Auf dem Bild sind die Exkursionsteilnehmerinnen und -teilnehmer zusammen mit den oberfränkischen Gastgebern zu sehen.
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