Gunzenhausen erhält Staatspreis für Zukunftswäldchen

Bürgerschaftliches Engagement und nachhaltige Forstwirtschaft schaffen klimaresistente Wälder im Ortsteil Filchenhard

Gunzenhausen erhält Staatspreis für Zukunftswäldchen
Bild zum Beitrag© Redaktion Gunzenhausen

Die Stadt Gunzenhausen wurde im Oktober vom Bayerischen Staatsministerium für Ernährung, Landwirtschaft, Forsten und Tourismus mit dem Staatspreis für vorbildliche Waldbewirtschaftung ausgezeichnet. Entscheidenden Anteil an dieser Ehrung hatte das Zukunftswäldchen im Ortsteil Filchenhard – ein von der Agenda 21-Gruppe und engagierten Bürgerinnen und Bürgern ins Leben gerufenes Projekt, das auf vorbildliche Weise bürgerschaftliches Engagement mit nachhaltiger Forstwirtschaft verbindet.

Gemeinschaftsprojekt: Der Wald von morgen entsteht

Abseits der üblichen Besucherströme wächst das Zukunftswäldchen auf einem etwa 1 Hektar großen städtischen Grundstück. Dort haben Ehrenamtliche gemeinsam mit der Agenda 21-Gruppe klimaresistente, heimische Baumarten gepflanzt und pflegen diese kontinuierlich. Ziel des Projektes ist es, einen Lebensraum zu schaffen, der den Herausforderungen des Klimawandels standhält und das ökologische Gleichgewicht fördert.

„Unsere Agenda-Gruppe beschäftigt sich seit einigen Jahren intensiv mit dem Thema Auswirkungen des Klimas“, erklärt Ingrid Pappler. „Doch alleine wird es unseren Wäldern nicht besser gehen. So wurde aus den theoretischen Überlegungen eine Erstaufforstung auf städtischem Grund. Wir wollten nicht nur darüber reden, sondern selbst aktiv werden. Daher haben wir uns entschlossen, ein kleines Wäldchen zu pflanzen. Dabei wurden wir von vielen Seiten kräftig unterstützt. Angefangen vom Bürgermeister Karl-Heinz Fitz bis hin zu tatkräftigen Bürgerinnen und Bürgern, darunter hochmotivierte Kinder und Jugendliche. Bei insgesamt sechs Arbeitseinsätzen, die alle im Winter stattfanden, arbeiten wir gemeinsam mit dem Revierförster Bernhard Leidel an unserem Wald und damit auch an der Zukunft der nächsten Generationen.“

Struktur und Vielfalt: So wurde das Zukunftswäldchen geplant

Das Konzept entstand in enger Zusammenarbeit mit Förster Bernhard Leidel. Insgesamt wurden rund 2000 Laubbäume gepflanzt, gesäumt von Wildobstbäumen und Heckensträuchern. Neben klassischen Baumarten wie Stieleiche, Winterlinde und Feldahorn wurden auch vier sogenannte 'Bauminseln' mit besonderen Arten wie Elsbeere, Esskastanie, Walnuss und Vogelkirsche angelegt. Ein Schutzzaun verhindert Verbissschäden, wobei aus Gründen der Nachhaltigkeit ein alter Maschendrahtzaun wiederverwendet wurde.

  • Rund 2000 Laubbäume gepflanzt
  • Vier Bauminseln mit besonderen Arten
  • Nachhaltige Materialnutzung beim Zaun
  • Arbeitseinsätze vor allem im Winter
  • Engagement und Auszeichnung

    Die Umsetzung des Projekts erfolgte ausschließlich durch ehrenamtliche Helferinnen und Helfer. „Das Konzept überzeugt und hat sich bis nach München ins Staatsministerium herumgesprochen. Vor kurzem wurden wir mit dem Staatspreis für vorbildliche Forstwirtschaft bedacht,“ berichtet Ingrid Pappler. Die Anerkennung verdeutlicht, welche Wirkung nachhaltiges Handeln und gemeinschaftliche Initiative entfalten können.

    Soziale Wirkung: „Wir brauchen den Wald, der Wald braucht uns!“

    Ein besonderer Nebeneffekt: Gemeinsame Arbeit am Zukunftswäldchen stärkt das Bewusstsein für Umwelt und Zusammenarbeit. Babett Gutmann, Initiatorin und Mitarbeiterin am Projekt, verweist auf das gute Gefühl, gemeinsam Zukunft zu gestalten. Die Helfenden werden mit Gemeinschaft und dem Blick auf das entstehende Wäldchen belohnt.

    Blick nach vorn: Kontinuität gefragt

    Die Arbeit am Zukunftswäldchen ist noch lange nicht abgeschlossen. Für das Frühjahr ist das Ausschneiden geplant, im Sommer folgt die Kontrolle des Anwuchses, in Trockenperioden muss bewässert und bei Bedarf im Winter nachgepflanzt werden. Weitere Arbeitseinsätze sind bereits in Vorbereitung – helfende Hände sind jederzeit willkommen.

    „Das Projekt ist natürlich noch längst nicht abgeschlossen. Die nächsten Arbeitseinsätze sind bereits in Planung. So müssen wir im Frühjahr ausschneiden, im Sommer den Ausfall feststellen, bei Trockenheit bewässern und im Winter, wenn nötig, nachpflanzen,“ fasst Ingrid Pappler zusammen.

    Wer am Projekt Gunzenhäuser Zukunftswald interessiert ist oder mitmachen möchte, kann sich direkt an Ingrid Pappler wenden. Das Zukunftswäldchen bei Filchenhard zeigt eindrucksvoll, wie nachhaltige Forstwirtschaft und bürgerschaftliches Engagement Hand in Hand gehen können – ein nachhaltiges Beispiel für die Region und darüber hinaus.

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