Frühzeitig Lesen fördern
Veranstaltung „Fit ü Familie“ zeigt, wie Bücher die Sprachentwicklung und Bindung bei Kindern stärken – von Babys bis zum Kleinkindalter

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Die Förderung der Lesefreude und Sprachentwicklung bei Kindern beginnt bereits in den ersten Lebensmonaten. Im Rahmen der Veranstaltungsreihe „Fit ü Familie“ gab die Buchhändlerin Melena Renner von der Buchhandlung am Ärberturm Ratschläge und Tipps für Eltern, wie sie ihre Kinder erfolgreich an die Welt der Bücher heranführen können. Die Veranstaltung fand auf Einladung von Christine Müller vom KoKi-Netzwerk frühe Kindheit statt und bot eine Mischung aus Vortrag und interaktivem Bilderbuch-Gucken – ein Angebot, das sowohl Eltern als auch Kinder begeisterte.
Früh übt sich: Erste Bucherfahrungen für Babys
Schon in den ersten Lebensmonaten können Babys von Büchern profitieren. Speziell für diese Zeit gibt es sogenannte Leporellos mit klaren Schwarz-Weiß-Motiven, die den Kleinsten die ersten "Augenreisen" ermöglichen. Darüber hinaus sind Bücher mit verschiedenen haptischen Elementen wie Knistern, Rascheln, Schiebern und Türchen besonders spannend. Melena Renner betonte, dass Babys ihre Aufmerksamkeit oft nur kurz auf ein Buch richten können und gerne zwischen verschiedenen Büchern hin- und herspringen. Dies sei vollkommen in Ordnung und Teil des natürlichen Lernprozesses.
Gemeinsames Vorlesen: Zeit für Bindung und Rituale
Vorlesen ist weit mehr als nur das Erzählen von Geschichten. Es bedeutet, gemeinsam Zeit zu verbringen, zu kuscheln und Nähe zu erfahren. Besonders geeignet sind dafür ruhige Momente, etwa vor dem Schlafengehen. Eltern und Bezugspersonen dürfen dabei in ihrer Buchauswahl gerne auf Wiederholungen setzen – auch immer wieder die gleiche Geschichte zu lesen, ist für Kinder wunderbar und stärkt das Gefühl von Geborgenheit.
Nach Aussage von Melena Renner signalisiert das Vorlesen den Kindern: „Wir nehmen uns Zeit füreinander.“ Das trägt entscheidend zur Entwicklung einer liebevollen Beziehung bei.
Empfohlene Bücher für das erste Jahr
„Ja bis Nein darf alles sein. Ich entscheide!“ von Cornelia Lindner – Ein Buch, das mit vielen Bildern zum Durchblättern einlädt und Kinder spielerisch auf längeres Zuhören vorbereitet.
„So schön ist Frühling“ von Pe Grigo – Ein Mitmach-Buch, bei dem Kinder kleine Aufgaben erfüllen können, während die Eltern vorlesen. Ähnliche Bücher von Pe Grigo gibt es für alle Jahreszeiten.
Sprache fördern: Vorlesen ab dem zweiten Lebensjahr
Mit zunehmendem Alter entdecken Kinder neue Wörter und haben Freude an Reimen. Ab etwa einem Jahr kann Vorlesen die Sprachentwicklung gezielt unterstützen. Besonders beliebt sind dabei Reimbücher und Geschichten, die zum Mitsprechen und Nachahmen einladen.
„Ritter will nicht kämpfen“ von Günther Jakobs – Die Geschichte vom ängstlichen Otto, in Reimen erzählt.
„Matz, Fratz, Lieschen“ von Rose Pflock sowie weitere Werke von Kazua Iwamura – Bilderbuch-Klassiker, die immer wieder gerne gelesen werden.
Bücher für spezielle Alltagssituationen
Oft suchen Großeltern und andere Bezugspersonen gezielt nach Bilderbüchern, die bestimmte Alltagsthemen kindgerecht aufgreifen – beispielsweise Geschwisterstreit oder Arztbesuche. Solche Bücher helfen, Erlebnisse zu verarbeiten und verständlich zu erklären.
Die Rolle der Eigenständigkeit beim Bucherlebnis
Ein wichtiger Aspekt im Alltag: Kinder sollten ihre Bücher möglichst selbst auswählen dürfen – sei es in der Buchhandlung oder im eigenen Bücherregal. Dies stärkt ihre Eigenständigkeit und macht das Vorleseritual zu einem gemeinsamen, besonderen Erlebnis. Der regelmäßige Umgang mit Büchern ist zudem eine wertvolle Vorbereitung auf den Kindergarten und die Schule.
Fazit und Ausblick
Die Veranstaltung zeigte eindrucksvoll, wie früh die Liebe zu Büchern geweckt werden kann. Die Tipps von Melena Renner und das Engagement von Christine Müller unterstreichen die Bedeutung des gemeinsamen Lesens für die kindliche Entwicklung und die Eltern-Kind-Bindung.
Eltern und Bezugspersonen werden durch diese praxisnahen Empfehlungen ermutigt, das Vorlesen zu einem festen Bestandteil im Familienalltag zu machen. Der Einstieg in die Welt der Bücher ist damit spielerisch und niedrigschwellig möglich – und macht sowohl den Kleinen als auch den Großen Freude.
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