Neues Grabfeld für Sternenkinder in Coburg eröffnet

Symbolischer Gedenkort mit Flussblumenbeet bietet Familien würdevollen Abschied und Unterstützung

Von Redaktion Coburg
Neues Grabfeld für Sternenkinder in Coburg eröffnet
Bild zum Beitrag© Redaktion Coburg

Auf dem Coburger Friedhof wurde am Donnerstag feierlich ein zweites Grabfeld für sogenannte Sternenkinder eingeweiht. Das neu gestaltete Areal am Glockenberg ist ein besonderer Ort des Gedenkens für Kinder, die vor, während oder kurz nach der Geburt verstorben sind. Im Zentrum der Anlage steht ein symbolträchtiges Blumenbeet, das einen Fluss andeutet – ein Bild für den Übergang und das Weiterleben in Erinnerung.

Ein Ort des Gedenkens und der Verbundenheit

Die Eröffnung wurde von einer Vielzahl Mitwirkender begleitet. Dominik Sauerteig, selbst Vater einer 14 Monate alten Tochter, zeigte sich bei der Einweihung tief bewegt und betonte: „Es ist schrecklich, sein Kind zu verlieren, das mag ich mir gar nicht ausmalen. Umso wichtiger ist dieser Ort, denn die Kinder, die das Licht der Welt nie oder nur kurz erblickt haben, sind hier nicht allein. Ihr Verlust hat eine Bedeutung – sie sind mitten unter uns.“

Auch die Klinikseelsorge und verschiedene lokale Partner trugen maßgeblich zur Entstehung des Grabfelds bei. Gemeinsam mit dem Verein, der Firma Geiss aus Seßlach, dem Beerdigungsinstitut Brehm und dem Grünflächenamt investierten die Beteiligten rund 400 Arbeitsstunden in die Umsetzung.

Engagement und Unterstützung

Fridolin Rech, Direktor des Sana Klinikums, unterstrich die gesellschaftliche Bedeutung des Grabfelds und kündigte an, dass das Klinikum künftig die Kosten für die Bestattungen übernehmen wird. Er betonte: Leben und Sterben gehören zum Alltag im Klinikum, weshalb die Unterstützung für solche Initiativen selbstverständlich sei. So könne ein würdevoller und schöner Platz geschaffen werden, an dem Familien gemeinsam trauern und gedenken können.

Die Rolle des Vereins und persönliche Erfahrungen

Sandra Wagner, Gründerin des Vereins und selbst betroffene Sternenkindermama, schilderte, wie wichtig diese Orte für Eltern sind: „Für mich war das Grab meiner Kinder viele Jahre ein Kraftort, ein Ort der Verbindung.“ Ihr persönliches Engagement verleiht der Initiative Authentizität und macht die Bedeutung des neuen Grabfelds besonders eindrucksvoll spürbar.

Würdige Zeremonie und künftige Bestattungstermine

Die Einweihung des Grabfeldes wurde von einer einfühlsamen Segenszeremonie durch die Seelsorge des Klinikums begleitet. Künftig werden Beerdigungen von Sternenkindern jeweils im April und Oktober an einem Freitag stattfinden. Dies gibt betroffenen Familien die Möglichkeit, gemeinsam Abschied zu nehmen und ihre Kinder in einem geschützten Rahmen zu verabschieden.

Initiative, Engagement und Anteilnahme

Die Realisierung des Grabfelds ist ein Zeichen des Zusammenhalts in Coburg. Der Dank gilt allen Helfenden, insbesondere dem Verein, der Klinikseelsorge, der Firma Geiss aus Seßlach, dem Beerdigungsinstitut Brehm und dem Grünflächenamt für ihr außerordentliches Engagement. Die Stadt und das Sana Klinikum setzen damit ein Zeichen für Mitgefühl und gesellschaftliche Verantwortung.

Mit dieser Initiative rückt das Thema Sternenkinder stärker ins öffentliche Bewusstsein und gibt betroffenen Familien einen würdevollen Raum zum Trauern und Erinnern. Das Grabfeld steht künftig allen offen, die einen Ort für ihr Gedenken suchen.

Eigene Anzeige

Hier könnten Ihre Neuigkeiten stehen

Erreichen Sie Menschen in dieser Region – transparent als Anzeige gekennzeichnet.

Jetzt anfragen

Hat dir der Artikel geholfen? Teile ihn gern: