Sanierung des Hallenbads Burghausen ab 2026
Trotz sinkender Gewerbesteuereinnahmen investiert der Stadtrat 26,56 Millionen Euro in die Modernisierung des Bads bis Ende 2027

Das Hallenbad Burghausen steht vor einer umfassenden Modernisierung: Anfang 2026 starten die dringend notwendigen Sanierungsarbeiten an dem beliebten Sport- und Freizeitzentrum. Trotz der aktuell angespannten Haushaltslage der Stadt Burghausen haben sich Stadtrat und Verwaltung nach ausführlicher Beratung für die Umsetzung entschieden und die Kostenberechnung nochmals überarbeitet.
Dringender Sanierungsbedarf trotz Rückgang bei Gewerbesteuern
Das 1972 eröffnete Hallenbad zählt seit Jahrzehnten zu den wichtigsten Sportstätten der Region und wurde zuletzt 2007 um eine Saunawelt und einen Erlebnisbereich erweitert. Mittlerweile ist das Gebäude jedoch in die Jahre gekommen – bauliche und technische Mängel machen die Sanierung unumgänglich.
Die Entscheidung des Stadtrats fällt in eine Zeit wirtschaftlicher Herausforderungen: Die erwarteten Gewerbesteuereinnahmen für 2025 liegen bei rund 25 Millionen Euro – ein deutlicher Rückgang im Vergleich zu den Vorjahren (35 Millionen in 2024, 87 Millionen in 2023). Dennoch betonte das Gremium die Bedeutung des Hallenbads, insbesondere für Familien, Schulen, Vereine und den regionalen Schwimmsport.
Kostensenkung und gezielte Einsparungen
Um die Sanierung realisieren zu können, wurden die Pläne im Detail überarbeitet. Die aktuelle Kostenberechnung vom Juli 2025 liegt mit 26.563.528 Euro netto rund 1,2 Millionen Euro unter dem Vorjahreswert. Eingespart wird vor allem bei den Freianlagen und durch den Verzicht auf Wärmepumpen, wodurch Minderkosten von etwa 2,71 Millionen Euro erzielt werden konnten. Gleichzeitig entstanden aber Mehrkosten, etwa wegen Betonsanierungen und Schadstoffbeseitigungen, in Höhe von rund 1,48 Millionen Euro.
Der finanzielle Spagat fordert den Verantwortlichen einiges ab – die Stadt betont jedoch die Notwendigkeit und den Mehrwert des Projekts.
Fördermöglichkeiten und Finanzierung
Burghausen erhält für die Hallenbadsanierung eine KfW-Förderung von etwa 2,52 Millionen Euro netto. Zusätzlich wurde eine Förderung für Schulsportstätten genehmigt. Aufgrund der guten Haushaltslage im Jahr 2023 wurden nicht alle beantragten staatlichen Förderungen bewilligt, darunter die FAG-Förderung und die Schwimmbadförderung der Regierung von Oberbayern.
Zeitrahmen: Start und Fertigstellung
Der Beginn der Bauarbeiten ist für Anfang Februar 2026 angesetzt. Nach aktuellem Stand soll der Probebetrieb im vierten Quartal 2027 erfolgen, die öffentliche Nutzung ist ab Dezember 2027 (pünktlich zu den Weihnachtsferien 2027/2028) vorgesehen.
Stimmen aus dem Stadtrat: Überregionale Bedeutung des Hallenbads
Bürgermeister Florian Schneider hob in der Sitzung vor allem die Rolle des Hallenbads für Sport, Gesundheit und Erholung hervor:
„Das Burghauser Hallenbad ist weit mehr als eine Sportstätte – es ist ein Ort der Begegnung, des Sports, der Gesundheit sowie natürlich auch der Erholung. Die Sanierung ist eine Investition in die Zukunft unserer Stadt und der Region.“
Ein Blick auf Burghausen: Wirtschafts-, Sport- und Kulturstandort
Die Stadt Burghausen an der Salzach verbindet beeindruckende Geschichte mit hoher Lebensqualität: Neben der längsten Burg der Welt bietet die Stadt ein breites Sport- und Freizeitangebot sowie renommierte Kulturveranstaltungen wie die internationale Jazzwoche und das traditionelle Burgfest.
Mit rund 17.100 Arbeitsplätzen, zahlreichen großen Chemieunternehmen und mehr als 13.000 Einpendlern gilt Burghausen als eines der wichtigsten Wirtschafts- und Innovationszentren im bayerischen Chemiedreieck.
Sanierung: Fragen, Meinungen und Perspektiven
Der weitere Verlauf der Sanierungsarbeiten wird mit Spannung erwartet. Das Hallenbad bleibt vorerst ein zentrales Thema in der kommunalen Entwicklung – sowohl für den Sport als auch für das soziale und kulturelle Leben in Burghausen und darüber hinaus.
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