Burghauser Aufsichtsrat beschließt Umsetzung des Geothermie-Wärmenetzes
Rund 27 Millionen Euro Investitionen und erste Anschlüsse bilden die Grundlage für die Fernwärmeversorgung

Beschluss für Geothermie-Wärmenetz gefasst
Die Energie Burghausen GmbH (EBG) hat nach eigenen Angaben einen wichtigen Schritt für die künftige Wärmeversorgung der Stadt erreicht. In einer jüngsten Sitzung beschlossen Aufsichtsrat und Gesellschafterversammlung die Umsetzung des Burghauser Geothermie-Wärmenetzes. Nach Angaben der Stadt Burghausen und der Energie Südbayern (ESB) ist damit der Weg für den Aufbau einer klimaneutralen Fernwärmeversorgung frei.
Für das Vorhaben sind laut Pressemitteilung Investitionen von rund 27 Millionen Euro vorgesehen. Dieses Volumen bezieht sich auf den Ausbau der Fernwärmeversorgung durch die EBG. Hinzu kommen Investitionen in das Leitungsnetz.
Wärme aus Kirchweidach-Halsbach
Die Wärme soll in der Geothermieanlage der Naturwärme Kirchweidach-Halsbach in etwa drei Kilometern Tiefe gewonnen werden. Von dort ist eine rund zehn Kilometer lange Transportleitung nach Burghausen vorgesehen. Diese Leitung wird den Angaben zufolge derzeit unter Federführung der Stadt Burghausen errichtet.
In einer neuen Energiezentrale soll die Wärme anschließend an das Burghauser Wärmenetz übergeben werden. Aufbau und Betrieb dieses Netzes übernimmt die Energie Burghausen GmbH.
Erste Anschlüsse als Grundlage für die Entscheidung
Als wesentliche Grundlage für den Beschluss nennt die Pressemitteilung die erfolgreiche Gewinnung erster Anschlussnehmer. Dadurch habe das Projekt wirtschaftlich auf eine tragfähige Basis gestellt werden können. Ziel der EBG sei es, dauerhaft einen attraktiven und verlässlichen Wärmepreis anzubieten und zugleich einen Beitrag zum Klimaschutz zu leisten.
Planungen laufen seit 2022
Die Planungen für das Projekt begannen laut Mitteilung im Jahr 2022. In den vergangenen vier Jahren wurden demnach Machbarkeitsstudien erstellt, Fragen der Wirtschaftlichkeit und der technischen Umsetzung geprüft sowie Fördermöglichkeiten vorbereitet. Mit dem nun gefassten Grundsatzbeschluss besteht nach Angaben der Beteiligten die nötige Planungssicherheit für die weiteren Schritte.
Nächste Schritte bis zur Umsetzung
Nach dem Beschluss sollen nun Finanzierungsgespräche mit Banken folgen. Außerdem steht die Bewilligung der beantragten Bundesförderung aus. Parallel dazu sollen die Detailplanungen weitergeführt und zusätzliche Anschlussnehmer gewonnen werden.
Darüber hinaus prüft die EBG nach eigenen Angaben die Anbindung weiterer möglicher Wärmeabnehmer, darunter öffentliche Einrichtungen. Das Wärmenetz soll so schrittweise weiterentwickelt werden.
Inbetriebnahme der ersten Ausbaustufe für 2028 vorgesehen
Die erste Ausbaustufe soll nach derzeitigem Stand im Jahr 2028 in Betrieb gehen. Mit der Nutzung von Geothermie könnte dann künftig ein erheblicher Teil des Burghauser Wärmebedarfs CO₂-neutral gedeckt werden. Nach Darstellung der Projektpartner entsteht damit eine Energieinfrastruktur, die über Jahrzehnte Bestand haben und einen wesentlichen Beitrag zum Klimaschutz leisten soll.
Gemeinschaftsprojekt von Stadt und Energieunternehmen
Die Energieversorgung Burghausen GmbH ist seit 1997 das gemeinsame Energieunternehmen der Stadt Burghausen und der Energie Südbayern GmbH. Beide Gesellschafter halten jeweils 50 Prozent der Anteile. Nach Angaben der Stadt bringen die Partner dabei kommunale Perspektive, strategische Ausrichtung sowie energiewirtschaftliche und technische Kompetenz zusammen.
Neben der Stadt Burghausen, der EBG und der ESB ist auch die Naturwärme Kirchweidach-Halsbach an dem Vorhaben beteiligt. Die Pressemitteilung bezeichnet das Projekt als eines der bedeutendsten kommunalen Geothermie-Wärmeprojekte im südostbayerischen Raum.
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