Waldbrandgefahr im Blick: Luftbeobachter trainieren in Bamberg
Jährliche Schulung stärkt Funkkommunikation und Brandlokalisierung aus der Luft

Die Beobachtung und Früherkennung von Waldbränden aus der Luft gehört zu den besonders anspruchsvollen Aufgaben im Katastrophenschutz. Einblicke in diese Arbeit gibt die jährliche Standortschulung für Luftbeobachter am Flugplatz Bamberg, die in diesem Jahr von Rebecca Ammon als externe Beobachterin begleitet wurde. Ihr Erfahrungsbericht zeigt, welche Herausforderungen die Luftbeobachterinnen und Luftbeobachter täglich meistern.
Schulung am Flugplatz Bamberg: Theorie trifft Praxis
Die jährliche Schulung ergänzt die umfangreiche Ausbildung der beteiligten Luftbeobachterinnen und Luftbeobachter, die aus unterschiedlichen Bereichen stammen: Neben Mitgliedern des öffentlichen Dienstes nehmen auch ehrenamtliche Piloten, Feuerwehrleute der Stadt Bamberg sowie Verantwortliche aus Bayreuth und dem Landkreis Erlangen-Höchstadt teil.
Im theoretischen Teil erhalten die Teilnehmenden zunächst eine Einweisung in den Funkbetrieb. Sie lernen das Fliegeralphabet und die Regeln im Funkverkehr, die für die Kommunikation mit der Leitstelle sowie für technische Vorgänge unerlässlich sind. Die komplexe Funkkommunikation ist eine der Schlüsselqualifikationen für den Einsatz aus der Luft.
Früherkennung und Lokalisierung von Waldbränden
Die große Bedeutung der Luftbeobachtung wird besonders bei längeren Hitze- und Trockenperioden deutlich: Dann steigt die Waldbrandgefahr und die Regierung von Oberfranken ordnet regelmäßige Beobachtungsflüge an.
Während der Schulung berichtete Matthias Rocca, Kreisbrandrat aus dem Landkreis Erlangen-Höchstadt, von einem ausgedehnten Waldbrand im Tennenloher Forst. Hier wurden zur Brandüberwachung neben Flugzeugen auch Drohnen eingesetzt. Doch besonders bei großen Gebieten bleibt die genaue Lokalisierung eines Feuers herausfordernd – nicht zuletzt, weil nicht überall befahrbare Wege existieren.
Michael Hoh, zuständiger Mitarbeiter im Amt für Brand- und Katastrophenschutz der Stadtverwaltung, beschreibt den Ablauf im Ernstfall: „Sobald ein Waldbrand entdeckt wird, melden sie die Leitstelle. Dann bleibt das Flugzeug solange in der Luft, bis die Feuerwehr eintrifft und Einsatzkräfte dorthin geleitet werden.“ Die Luftbeobachter weisen vom Flugzeug aus den Weg und unterstützen die Koordination der Löschkräfte am Boden.
Extreme Bedingungen im Cockpit
Die Arbeit der Luftbeobachter ist nicht nur technisch anspruchsvoll, sondern auch körperlich fordernd. Arnold Schneider vom Landratsamt Forchheim bringt es nach mehr als 40 Jahren Erfahrung auf den Punkt: „Der Einsatz im Flugzeug-Cockpit ist wie in einem Auto während eines Staus bei 30 Grad Celsius – allerdings mit geschlossenen Fenstern und ohne Klimaanlage.“ Die Hitze im Cockpit, die Enge und die ständige Aufmerksamkeit verlangen höchste Konzentration.
Praxisübung: Waldbranderkennung über Bamberg
Im praktischen Teil der Schulung steigen die Teilnehmerinnen und Teilnehmer ins Kleinflugzeug. Rebecca Ammon berichtet eindrücklich von den körperlichen Empfindungen während des Fluges – vom lauten Vibrieren bis zur zunehmenden Hitze und den ungewohnten Bewegungen des Leichtflugzeugs.
Während eines Überflugs über Gaustadt und andere Gebiete wird die Beobachtung simuliert: Gesucht wird nach Hinweisen auf Waldbrand – typischerweise aufsteigender Rauch. Doch auch die Unterscheidung zwischen Staubentwicklung durch Fahrzeuge und echter Rauch erfordert Erfahrung. Laut Alexander Nüßlein, Stützpunktleiter der Luftrettungsstaffel und Pilot beim Übungsflug, sind überhitzte Mähdrescher die häufigste Ursache für Brände. Die Aufgabe der Luftbeobachter besteht darin, Brände so früh wie möglich zu erkennen und schnell zu melden, damit sie sich nicht auf ganze Wälder ausweiten.
Training für den Ernstfall
Die Übung endet an der Giechburg, wo das Team gezielt nach simulierten Brandherden sucht und die Kommunikationskette im Notfall testet. Der Erfahrungsaustausch unter den Profis und die regelmäßigen Übungen sind entscheidend, um im Ernstfall schnell und wirkungsvoll reagieren zu können.
Am Ende ihrer Teilnahme zeigt sich Rebecca Ammon beeindruckt von der Professionalität und Einsatzbereitschaft der Luftbeobachterinnen und Luftbeobachter. Die anspruchsvollen Bedingungen erfordern höchste Aufmerksamkeit – und eine gute Portion „Flugfestigkeit“.
Engagement und Verantwortung
Die jährliche Standortschulung am Flugplatz Bamberg zeigt, wie wichtig die Zusammenarbeit zwischen ehrenamtlichen und hauptamtlichen Kräften ist. Die regelmäßige Schulung sichert die Qualität der Luftbeobachtung und hilft, im Ernstfall Schäden an Mensch und Natur zu minimieren.
Kontakt für weitere Informationen
title="STADT BAMBERG – Amt für Bürgerbeteiligung, Presse- und Öffentlichkeitsarbeit"
subtitle="Ansprechpartner: Sebastian Martin"
phone="0951/87-1022"
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