Sozialstrukturatlas Bamberg: sechste Ausgabe zur kleinräumigen Lage von Demografie und sozialen Strukturen

Die Stadt Bamberg hat die sechste Ausgabe ihres Sozialstrukturatlas vorgelegt. Die Veröffentlichung macht soziale und demografische Strukturen innerhalb der Stadt anhand von 32 Indikatoren kleinräumig vergleichbar und zeigt zugleich gesamtstädtische Entwicklungen über mehrere Jahre.
Der aktuelle Atlas bestätigt Bamberg im regionalen Vergleich weiterhin als eher junge Stadt. Zugleich schreitet der demografische Wandel auch hier deutlich voran. Innerhalb Oberfrankens weist Bamberg unter den kreisfreien Städten das niedrigste Durchschnittsalter auf. Dennoch ist das Durchschnittsalter der Stadtbevölkerung von 42,5 Jahren im Jahr 2022 auf 43,0 Jahre im Jahr 2025 gestiegen. Der Anteil der Menschen ab 65 Jahren erhöhte sich im selben Zeitraum von 19,7 Prozent auf 20,6 Prozent.
Nach Angaben der Stadt stellt diese Entwicklung unter anderem Anforderungen bei Mobilität, beim altersgerechten Wohnen, bei wohnortnaher Versorgung sowie bei Pflege- und Unterstützungsangeboten.
Deutliche Unterschiede zwischen den Sozialräumen
Besonders deutlich werden die unterschiedlichen Ausgangslagen beim Blick auf die Sozialräume. Im Sozialraum Bamberg-Nord ist nicht einmal jeder zehnte Einwohner 65 Jahre oder älter. Im Sozialraum Bruderwald dagegen ist es mehr als jeder Dritte. Auch beim Durchschnittsalter liegen beide Sozialräume weit auseinander: Während die Menschen in Bamberg-Nord im Schnitt 36,7 Jahre alt sind, liegt das Durchschnittsalter im Bruderwald bei 49,8 Jahren.
Unterschiede zeigen sich auch bei der Zusammensetzung der Bevölkerung. Der Anteil der Menschen mit nicht-deutscher Staatsangehörigkeit liegt im Sozialraum Wildensorg bei 5 Prozent, im Sozialraum Volkspark und Gereuth/Südflur bei etwa 33 Prozent.
Soziale Lage und Arbeitsmarkt
Auch bei der sozialen Lage gibt es deutliche Unterschiede zwischen den Sozialräumen. Bei der Sozialwohnungsdichte ist nach Jahren des Rückgangs erstmals wieder ein leichter Anstieg zu verzeichnen. Im Jahr 2025 gab es in Bamberg 20,3 Sozialwohnungen je 1.000 Einwohner. Dazu beigetragen haben nach Angaben der Stadt insbesondere neue Wohnungen auf dem Lagarde-Gelände sowie 35 Altbestände, die neu in die kleinräumige Auswertung aufgenommen wurden.
Auf dem Arbeitsmarkt zeigt sich ein gemischtes Bild: Der Anteil der Beschäftigten ist in Bamberg von 60 Prozent im Jahr 2020 auf knapp 65 Prozent im Jahr 2025 gestiegen. Gleichzeitig ist die Arbeitslosenrelation gegenüber den Vorjahren gestiegen und lag 2025 bei 4,3 Prozent.
Grundlage für Fachplanungen
Der Sozialstrukturatlas bündelt Zahlen und Daten für interne und externe Nutzungen. Bürgermeister und Sozialreferent Jonas Glüsenkamp sagte dazu, der Sozialstrukturatlas helfe, Entwicklungen frühzeitig zu erkennen und genauer hinzuschauen. Gerade der Blick auf die einzelnen Sozialräume zeige, wo sich Veränderungen abzeichnen und wo unterschiedliche Entwicklungen parallel stattfänden. Der Atlas liefere keine fertigen Erklärungen, gebe aber die Grundlage, gemeinsam mit Fachstellen und den Menschen vor Ort genauer nach Ursachen, Bedarfen und passenden Maßnahmen zu suchen.
Der Sozialstrukturatlas kann unter www.stadt.bamberg.de/Bürgerservice/Ämter/Amt-für-Inklusion/Sachgebiet-Sozialplanung/ abgerufen werden.
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