Sanierung des E.T.A.-Hoffmann-Hauses startet 2026

Mit 2,55 Millionen Euro Bundesförderung wird das Literaturmuseum in Bamberg barrierefrei und multimedial neu gestaltet

Von Redaktion Bamberg
Sanierung des E.T.A.-Hoffmann-Hauses startet 2026
Fiktives KI-SymbolbildKI-generiert mit OpenAI · Herausgeber: Die Stadt Redaktion

Mit der offiziellen Übergabe eines Förderbescheids über 2,55 Millionen Euro durch die Parlamentarische Staatssekretärin Sabine Poschmann startet die umfassende Sanierung und Neukonzeptionierung des E.T.A.-Hoffmann-Hauses in Bamberg. Die Förderung des Bundes unterstreicht den hohen Stellenwert dieses kulturhistorisch einmaligen Ortes, der zum modernen Literaturmuseum umgestaltet werden soll.

Startschuss für die Zukunft eines Kulturdenkmals

Im Beisein zahlreicher Projektbeteiligter konnte Oberbürgermeister Andreas Starke den Förderbescheid entgegennehmen. Die Mittel fließen aus dem Bundesprogramm „Sanierung kommunaler Einrichtungen in den Bereichen Sport, Jugend und Kultur“ (SJK), das vom Bundesinstitut für Bau-, Stadt- und Raumforschung verantwortet wird.

Sabine Poschmann betonte bei der Übergabe: „Das E.T.A. Hoffmann-Haus in Bamberg ist echtes Kulturgut. Ich freue mich sehr, dass wir mit einer Förderung von 2,55 Millionen Euro aus dem Bundesprogramm die Sanierung unterstützen können. Das ist ein wichtiger Schritt, um das Gebäude fit für die Zukunft zu machen, es barrierefrei, energieeffizient und einfach zugänglich für alle zu gestalten. Bauen heißt eben nicht nur 'Neubauen', wir müssen auch erhalten, worauf wir stolz sind und was uns zusammenhält. Ich danke allen Beteiligten für ihr persönliches Engagement und wünsche eine erfolgreiche und schnelle Umsetzung dieses wichtigen Projekts.“

OB Starke: Ein Ort für Bildung, Austausch und Kultur

Oberbürgermeister Starke unterstrich die überregionale Bedeutung des Vorhabens: „Das E.T.A.-Hoffmann-Haus ist ein Juwel und ein wichtiger Bestandteil unserer Kulturlandschaft. Mit der Sanierung schaffen wir in den historischen Mauern ein modernes Literaturmuseum von überregionaler Ausstrahlung. Wir bewahren nicht nur ein Denkmal, sondern entwickeln einen lebendigen Ort für Bildung, Austausch und kulturelle Teilhabe. Mein großer Dank gilt dem Bund sowie weiteren Fördermittelgebern für die großzügige Unterstützung. Die Förderzusagen fallen passenderweise in das Jahr 2026, in dem wir bundesweit und besonders in Bamberg den 250. Geburtstag von E.T.A. Hoffmann feiern.“

Finanzierung der Sanierung

  • Bund: 2,55 Millionen Euro
  • Oberfrankenstiftung: 645.000 Euro
  • Bayerische Landesstiftung: 120.000 Euro
  • Stadt Bamberg: 430.000 Euro
  • Eigenanteil: 555.000 Euro
  • Stiftung Weltkulturerbe Bamberg (Eigentümerin): 900.000 Euro
  • Die Gesamtkosten für die Sanierung werden mit 4,3 Millionen Euro beziffert. Die Fördermittel sind bis Juni 2029 bewilligt. Geplanter Baubeginn ist Mitte bis Ende April 2026, die Arbeiten werden etwa 18 Monate dauern. Schon im vierten Quartal 2027 soll die museale Einrichtung erfolgen.

    Ein Ort mit Geschichte und Zukunft

    Das Haus am Schillerplatz 26 hat authentische Bedeutung für die Stadt. E.T.A. Hoffmann und seine Frau Thekla Michalina lebten hier in den Jahren 1809 bis 1813. Die Nutzung als Museum besteht seit Jahrzehnten und wird in enger Zusammenarbeit zwischen der E.T.A.-Hoffmann-Gesellschaft und der Stadt Bamberg gestaltet. 2017 wurde das Gebäude von der Stiftung Weltkulturerbe Bamberg erworben und seither ist eine umfassende Sanierung mit Neuausrichtung beschlossen.

    Mit der Wiedereröffnung entsteht das einzige Museum, das sich ausschließlich dem Schaffen von E.T.A. Hoffmann widmet. Künftig erwarten Besucher barrierefreie, ganzjährig geöffnete Flächen für eine neue Dauerausstellung, regelmäßig wechselnde Sonderausstellungen zur Romantik und umfangreiche Angebote kultureller Bildung. Das Konzept verantwortet die Designagentur whitebox aus Dresden unter der Leitung von Christian Frommelt und Katharina Schumann.

    Neues Museum mit internationaler Strahlkraft

    Kurator Martin Habermeyer skizziert die künftige Ausrichtung: „Wir planen ein innovatives, multimediales Museum, in dem man die Komplexität von E.T.A. Hoffmann als Schriftsteller, Komponist, Zeichner und Jurist mit allen Sinnen nachempfinden kann. Das ehemalige Wohnhaus des Künstlers als Ort von literarischem Weltrang soll eine Begegnungsstätte mit Anziehungskraft für nationales und internationales Publikum sein.“

    Auch Dr. Fabian Ludovico, Direktor der Museen der Stadt Bamberg, betont den Mehrwert: „Das E.T.A.-Hoffmann-Haus ergänzt das breite museale Spektrum der Museen in Bamberg um eine bedeutende Facette der Literatur und bietet so die Möglichkeit, unseren Gästen ein interessantes und vielseitiges Angebot zu machen.“

    Die museale Konzeption erfolgt im inhaltlichen Austausch mit Bamberg unter der Leitung von Prof. Dr. Bettina Wagner von der E.T.A.-Hoffmann-Gesellschaft. Die wichtigsten Werke und Zeitdokumente werden aus der umfangreichen Sammlung der Staatsbibliothek präsentiert.

    Architekten und Baukoordination

    Für die Planung und Umsetzung sind die Architekten der ARGE Rebhan + Jacob verantwortlich. Die Bauaufsicht übernimmt die Stadtbau GmbH Bamberg. Damit sind erfahrene Partner an Bord, um den Denkmalschutz und die Anforderungen an ein modernes Museum zusammenzuführen.

    Fazit und Ausblick

    Mit der Förderung durch den Bund und zahlreiche Partner ist der Grundstein für die Zukunft des E.T.A.-Hoffmann-Hauses gelegt. Die Stadt Bamberg erhält damit einen kulturellen Leuchtturm, der auch weit über die Region hinaus Aufmerksamkeit erzeugen dürfte. Die kommenden Jahre werden zeigen, wie aus dem historischen Wohnhaus ein Museum mit internationaler Strahlkraft entsteht.

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