Neuer Platz für Menschenrechte in Bamberg eröffnet
Der 8.000 Quadratmeter große Lagarde-Campus vereint Kultur, Nachhaltigkeit und gesellschaftlichen Zusammenhalt

Der Platz der Menschenrechte wurde am Samstag auf dem Lagarde-Campus in Bamberg feierlich eröffnet. Mit dem symbolischen Durchschneiden eines roten Bands durch Oberbürgermeister Andreas Starke, Regierungspräsident Florian Luderschmid sowie weiteren Vertreterinnen und Vertretern aus Politik, Verwaltung und Zivilgesellschaft wurde der rund 8.000 Quadratmeter große Platz offiziell der Öffentlichkeit übergeben.
Ein Zeichen für Werte und Zusammenhalt
Die Wahl des Namens steht nicht nur für eine städtebauliche Neuausrichtung, sondern setzt, so Oberbürgermeister Starke, „ein starkes Zeichen für unsere Werte in einer Zeit, in der Menschenrechte weltweit unter Druck geraten“. Der Platz entstand auf Initiative der Bamberger Amnesty-Gruppe und ist als Ort für Begegnung, Kultur und gesellschaftliches Leben konzipiert.
Nadja Malak, Geschäftsleiterin Movement Building bei Amnesty International Deutschland, betonte bei der Eröffnung die besondere Relevanz der Benennung in der aktuellen Weltlage. Sie mahnte an, dass Meinungs- und Versammlungsfreiheit vielerorts eingeschränkt werden und Menschenrechtsverletzungen zunehmend gerechtfertigt würden. Malak unterstrich die Bedeutung, Menschen zu stärken, die sich für Geflüchtete und Obdachlose engagieren – etwa im Rahmen des Projekts ‚Bamberg hilft‘, das künftig am Platz der Menschenrechte beheimatet ist.
Städtebauliches Glanzstück und kulturelles Zentrum
Der neue Platz ist Teil der umfassenden Entwicklung des Lagarde-Areals, ehemals eine US-Kaserne. Mit einer Fläche von gut 20 Hektar stellt es die größte innerstädtische Entwicklungsfläche Bambergs dar. Der modern gestaltete Platz integriert Bäume, Zisternen zur Bewässerung sowie nachhaltige Energiegewinnung durch Geothermie. Unmittelbar angrenzend befinden sich das Dienstgebäude von Kulturreferat und Kulturamt sowie die Kunstschule „Kunstkracher“.
Die Finanzierung des Projekts erfolgte mit beträchtlicher Unterstützung der öffentlichen Hand: Der Freistaat Bayern stellte 4,1 Millionen Euro an Fördermitteln bereit; das Programm „Nationale Projekte des Städtebaus“ steuerte weitere 2 Millionen Euro bei. Regierungspräsident Luderschmid würdigte sowohl die städtebauliche Leistung als auch die gute Partnerschaft zwischen Land, Stadt und Fördergebern.
Kulturreferat sieht vielseitige Möglichkeiten
Kulturreferentin Ulrike Siebenhaar sieht den neuen Platz als perfekten Ort für Veranstaltungen wie Flohmärkte, Bürgerfeste, Open-Air-Kino oder Theateraufführungen. Auch Baureferent Thomas Beese hob hervor, dass der Platz langfristig ein Ort der Offenheit bleiben und pfleglich behandelt werden solle.
Eröffnung mit Kunst, Musik und Gemeinschaft
Zur Einweihung wurde ein buntes Kulturprogramm geboten. Die Musikschule der Stadt eröffnete den Tag musikalisch mit dem Ensemble „Klehblätter“. Weitere Highlights waren Improtheater, Walking Acts, eine Kinderlesung von Judith Allert, ein offenes Atelier der Kunstschule „Kunstkracher“ sowie musikalische Beiträge von Boxgalopp, Captain Fusion und Bambägga. Die Veranstaltung wurde bis in die Nacht mit Salsa-Tanz im Regen fortgesetzt.
Oberbürgermeister Starke dankte allen Beteiligten, darunter dem Bürgerverein Ost, den Planern Barbara Hutter und Henning Holk sowie den Stadtwerken Bamberg für das innovative Energie- und Mobilitätskonzept auf dem Lagarde-Campus.
Blick in die Zukunft
Die Stadt und ihre Akteure sehen im Platz der Menschenrechte einen zentralen Impulsgeber für den Stadtteil. Starke fasste die Stimmung der Eröffnung zusammen: "Ich bin mir sicher: Wir erleben heute den Auftakt für die neue, lebendige Mitte des Bamberger Ostens.“ Die Entwicklung des Lagarde-Areals ist damit noch nicht abgeschlossen: Bereits angekündigt wurden weitere Projekte wie die Umnutzung der historischen Reithalle.
Mit der Einweihung des Platzes der Menschenrechte festigt Bamberg seinen Anspruch als Stadt des Miteinanders und der kulturellen Vielfalt. Die kommenden Jahre werden zeigen, wie dieser neue Ort das soziale und kulturelle Leben der Stadt bereichern wird.
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