Ende einer Vorzeige-Kooperation an Bamberger Schulen

Inklusives Lernmodell mit über 300 Schülern sucht ab 2026 neue Gastschule wegen Platzmangel

Von Redaktion Bamberg
Ende einer Vorzeige-Kooperation an Bamberger Schulen
Fiktives KI-SymbolbildKI-generiert mit OpenAI · Herausgeber: Die Stadt Redaktion

Das inklusive Lernen an der Gaustadter Grund- und Mittelschule in Kooperation mit der Bertold-Scharfenberg-Schule der Lebenshilfe Bamberg gilt seit Jahren als Vorbildmodell. In flexibel jahrgangskombinierten Klassen werden aktuell über 300 Schülerinnen und Schüler sowie weitere 18 Kinder in sogenannten Partnerklassen gemeinsam unterrichtet. Dieses Modell unterstützen viele in der Schulfamilie mit großem Engagement.

Wachsender Raumbedarf stellt Schulen vor Herausforderungen

Der Stadtteil Gaustadt erlebt seit Jahren ein dynamisches Wachstum. Neue Baugebiete und eine jüngere Bevölkerung führen zu steigenden Schülerzahlen. Wie Schulreferentin Gabriele Kepic berichtet, wurden im laufenden Schuljahr erstmals 83 Erstklässler eingeschult – so viele wie nie zuvor. Gleichzeitig steigt der Bedarf an Betreuungsplätzen am Nachmittag, was die Schule räumlich an ihre Grenzen bringt. Notwendige Fachräume wurden bereits zu Klassenzimmern umfunktioniert.

Verschiedene Maßnahmen, wie der Ausbau von Dachgeschossflächen und ehemaliger Hausmeisterwohnungen sowie die zeitweise Anmietung eines Pfarrsaals, zeigen den kreativen Umgang der Schulgemeinschaft mit dieser Entwicklung.

Steigende Anforderungen auch stadtweit

Der Trend macht sich nicht nur in Gaustadt, sondern im gesamten Stadtgebiet bemerkbar. „Wir beobachten einen Anstieg der Schülerzahlen bei etwa zwei Dritteln unserer Grundschulen im Stadtgebiet. An anderen Schulen hält sich die Schülerzahl auf einem hohen Niveau,“ erläutert Schulrätin Sandra Lichtenstein vom Staatlichen Schulamt.

Planung und Entwicklung mit Perspektive

Die kommunale Schulentwicklung arbeitet intensiv daran, tragfähige Lösungen zu finden. In Zusammenarbeit mit dem Staatlichen Schulamt und dem Schulreferat werden Strategien entwickelt, damit auch zukünftig alle Grundschulkinder wohnortnah beschult und betreut werden können. Dennoch bleibt der Raumbedarf in Gaustadt trotz aller Maßnahmen akut, weshalb weitere Entscheidungen unvermeidlich wurden.

Wechsel der Partnerklassen – Kooperation endet vor Ort

Vor diesem Hintergrund hat die Schulleitung in Gaustadt die schwere Entscheidung getroffen, ab dem Schuljahr 2026/27 die Kooperation mit der Lebenshilfe Bamberg zu beenden. Schulleiterin Susanne Dörfler unterstreicht die Bedeutung der inklusiven Partnerklassen: „Das inklusive Konzept bereichert unser Schulleben enorm, und ich wünschte, wir hätten räumliche Kapazitäten, um die Zusammenarbeit fortzusetzen.“

Die Schulleitung betont, der Lebenshilfe mit Erfahrung und Beratung weiterhin zur Seite zu stehen und den Übergang eng zu begleiten.

Neue Gastschule für inklusives Erfolgsmodell gesucht

Tobias Fürst, Schulleiter der Bertold-Scharfenberg-Schule der Lebenshilfe, sucht nun gemeinsam mit dem Staatlichen Schulamt eine neue Gastschule für die Partnerklassen ab dem Schuljahr 2026/27. Kriterien sind unter anderem eine Fahrzeit von maximal 20 Minuten vom Sitz der Lebenshilfe in der Moosstraße. Gespräche mit möglichen Grund- und Mittelschulen in Bamberg haben bereits begonnen.

Etwa 60 Prozent der Kinder aus den Partnerklassen leben im Landkreis, was die Bedeutung eines zentral gelegenen neuen Standorts unterstreicht. Die Beteiligten betonen den Mehrwert des Modells für alle Seiten und möchten die erfolgreiche Kooperation in neuer Umgebung fortsetzen.

Anhaltendes Bevölkerungswachstum wirkt sich aus

Bamberg verzeichnet seit Jahren steigende Einwohnerzahlen, was sich direkt auf die Sozial- und Bildungsinfrastruktur auswirkt. Der Bedarf an Schulplätzen wächst, wodurch größere Klassen und zusätzliche Herausforderungen für Schulen entstehen.

Kontakt und Auskünfte

title="STADT BAMBERG, Amt für Bürgerbeteiligung, Presse- und Öffentlichkeitsarbeit"

subtitle="Rathaus Maxplatz, Maximiliansplatz 3, 96047 Bamberg"

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title="Bertold-Scharfenberg-Schule, Lebenshilfe Bamberg"

subtitle="Schulleitung: Tobias Fürst"

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Das Erfolgsmodell Partnerklassen steht damit am Beginn eines neuen Kapitels. Die Verantwortlichen hoffen, das inklusive Konzept zukunftsfest an einer neuen Schule weiterführen zu können – und setzen dabei auf das starke Netzwerk in der Stadt und im Landkreis Bamberg.

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