Bamberg wird Klimaschutz-Labor im Welterbe
Im Urban Living Lab suchen Fachleute und Partner aus Europa nach Lösungen, wie die Altstadt trotz Klimawandel ihren UNESCO-Status bewahren kann.

Ein europäisches Forschungsprojekt rückt den Klimaschutz im Welterbe in den Mittelpunkt. In Bamberg richtet das Zentrum Welterbe in diesem Jahr ein sogenanntes „Urban Living Lab“ aus. Im Fokus stehen dabei die Fragen, wie UNESCO-Welterbestätten auf den Klimawandel reagieren können, ohne ihren außergewöhnlichen universellen Wert zu verlieren, und welchen Beitrag Bamberg selbst zur Minderung des Klimawandels leisten kann.
Forschung mit praktischem Ansatz
Das Projekt „Urban Living Labs“ arbeitet an vier zentralen Themenfeldern: Klimarisikobewertung, Klimaanpassung, Klimaschutz sowie Beteiligung der Gemeinschaft und Kapazitätsaufbau. Ziel ist es, gemeinsam mit Kommunen, Fachbehörden und Zivilgesellschaft praxisnahe Lösungen zu entwickeln und zu erproben.
Die Forschung wird durch das Projekt GO2CHANGE ermöglicht, das im Rahmen des EU-Förderprogramms COST die Vernetzung von Wissenschaft und Praxis stärkt. Für Bamberg bedeutet das: Die im Projekt gewonnenen Erkenntnisse sollen direkt in die Weiterentwicklung des Managementplans für die UNESCO-„Altstadt von Bamberg“ einfließen.
Rolle Bambergs im europäischen Projekt
Im Jahr 2026 richtet die Stadt Bamberg unter der Federführung des Zentrums Welterbe die erste dieser „Urban Living Labs“ aus. Dabei sollen lokale Klimarisiken analysiert und geeignete Maßnahmen für Klimaanpassung und Klimaschutz im Welterbe-Management entwickelt werden. Zugleich wird die aktive Beteiligung regionaler Akteure gestärkt, insbesondere aus den Bereichen Stadtplanung, Umweltmanagement und Katastrophenschutz.
Das Vorhaben ordnet sich in aktuelle Entwicklungen im Welterbe-Management ein. Das UNESCO-Welterbekomitee betont nach Angaben der Mitteilung zunehmend die Bedeutung von Resilienz, Katastrophenrisikomanagement sowie Klimaschutz und Klimaanpassung. Diese Aspekte sind im Aktionsplan für das Welterbe in Europa für den Zeitraum 2024 bis 2031 als zentrale Ziele verankert.
Termine in Bamberg
Im Rahmen des Projekts sind in Bamberg mehrere Veranstaltungen vorgesehen. Sie markieren wichtige Schritte innerhalb des Jahresprogramms und bieten Raum für Austausch, Fachwissen und die Zusammenarbeit mit lokalen Akteuren.
Europäische Zusammenarbeit im historischen Bestand
Die Projektpartnerschaft umfasst Institutionen aus Norwegen, dem Vereinigten Königreich, Italien, Spanien, Polen und Deutschland sowie zahlreiche lokale Akteure aus Bamberg. Damit verbindet das Vorhaben europäische Perspektiven mit konkreten Anforderungen vor Ort. Der Austausch soll dazu beitragen, zentrale Zukunftsfragen im Umgang mit dem Klimawandel im historischen Bestand gemeinsam zu bearbeiten.
Einordnung für das Welterbe
Für Bamberg steht damit nicht nur die wissenschaftliche Beschäftigung mit Klimafragen im Vordergrund, sondern auch die praktische Anwendung im Alltag des Welterbe-Managements. Das Projekt will lokale Risiken sichtbar machen, Handlungsoptionen entwickeln und die Zusammenarbeit zwischen Forschung, Verwaltung und Gesellschaft stärken. Für eine UNESCO-Welterbestätte wie die „Altstadt von Bamberg“ ist das ein Ansatz, der Erhalt und Zukunftsorientierung miteinander verbindet.
Weitere Informationen nennt die Mitteilung unter der angegebenen Projektseite sowie auf Instagram über die Konten @zentrum.welterbe.bamberg und @go2change_cost.
Eigene Anzeige
Hier könnten Ihre Neuigkeiten stehen
Erreichen Sie Menschen in dieser Region – transparent als Anzeige gekennzeichnet.