Bamberg startet Mentoringprojekt „Balu und Du“

Elftklässler begleiten Grundschulkinder als „Balus“ – rund elf Tandems laufen bereits, eine Erweiterung ist geplant.

Von Redaktion Bamberg
Bamberg startet Mentoringprojekt „Balu und Du“
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Am Eichendorff-Gymnasium Bamberg ist ein neues Mentoringprojekt angelaufen, das Oberstufenschülerinnen und Grundschulkinder in einem regelmäßigen, freiwilligen und verlässlichen Austausch miteinander verbindet. Im Mittelpunkt steht dabei das bundesweite Programm „Balu und Du“, das am Standort Bamberg in Kooperation mit der Rupprechtschule umgesetzt wird.

Seit diesem Schuljahr begleiten Elftklässlerinnen des Eichendorff-Gymnasiums als „Balus“ jüngere Kinder der Rupprechtschule, die im Projekt als „Moglis“ bezeichnet werden. Ziel ist es, den Grundschulkindern zusätzliche Bezugspersonen zu geben und ihnen durch regelmäßige Treffen Stabilität, Zugewandtheit und neue Erfahrungen zu ermöglichen.

Mentoring auf Augenhöhe

Das Projekt setzt auf ein einfaches, aber wirkungsvolles Prinzip: eine verlässliche Begleitung zwischen älteren Schülerinnen und jüngeren Kindern. Die Beteiligten treffen sich wöchentlich und gestalten die Begegnungen freiwillig und auf Augenhöhe.

Nach Angaben aus der Pressemeldung profitieren die jüngeren Kinder dabei von einem Kontakt, der über den familiären Rahmen hinausgeht. Für die Balus selbst ist das Engagement ebenfalls von Bedeutung: Sie übernehmen Verantwortung, stärken ihre sozialen Kompetenzen und erleben, welche Wirkung persönlicher Einsatz haben kann.

Wissenschaftliche Begleitstudien, auf die sich die Mitteilung bezieht, kommen zu dem Ergebnis, dass Kinder, die an „Balu und Du“ teilnehmen, selbstsicherer sind, sich in der Schule wohler fühlen und ein stärkeres Zugehörigkeitsgefühl entwickeln.

Schulleiter Ansgar Lennartz betont die Bedeutung des Projekts für die Schule und hebt hervor, dass Schülerinnen hier echte Verantwortung übernehmen dürfen. Das Projekt sei ein Beispiel dafür, was möglich werde, wenn junge Menschen aktiv eingebunden werden.

Auch aus Sicht der Teilnehmenden selbst wird die Entwicklung im Tandem als bereichernd beschrieben. Eine Schülerin aus der 11. Klasse, Mira, schildert, dass es darum gehe zu sehen, wie sich ein Kind nach und nach öffnet und mutiger wird. Mit der Zeit entstehe eine vertrauensvolle Verbindung.

Eine neunjährige Grundschülerin machte ihrer Balu nach Angaben der Pressemitteilung ein besonders persönliches Kompliment: Sie wünschte sich, die Mentorin wäre ihre große Schwester.

Bamberg als Pilotstandort

Das Vorhaben wurde in Kooperation mit der Rupprechtschule eingeführt. Die Oberstufenschülerinnen des Eichendorff-Gymnasiums werden dabei pädagogisch begleitet: durch ihre Lehrerin und Projektleiterin Katrin Kaiser sowie durch die Schulsozialarbeiterinnen der Rupprechtschule, Lena Hecht-Wiechert und Tatjana Djukanovic.

Als Multiplikator brachte der Bamberger Psychologe Dr. Michael Svitak das Konzept von „Balu und Du e. V.“ nach Bamberg und unterstützte die Umsetzung am Eichendorff-Gymnasium.

Der Bamberger Zweite Bürgermeister und Sozialreferent Jonas Glüsenkamp zeigt sich beeindruckt von der fachlichen Begleitung des Projekts. Er verweist darauf, dass die Teilnehmenden bestens betreut würden und das Programm dazu beitrage, dass jüngere Mitglieder der Stadtgesellschaft gemeinsam durch bereichernde Erfahrungen wachsen.

Der Pilot startete im Schuljahr 2025/26 mit rund elf Balu-Mogli-Tandems, die sich seit Oktober 2025 regelmäßig treffen. Eine Auftaktveranstaltung im April markierte den offiziellen öffentlichen Abschluss der ersten Phase und zugleich den Startschuss für die Weiterentwicklung.

Weiterentwicklung mit der Baghira-Erweiterung

Beim Bamberger sozialen Hackathon „Mach halt!“ entwickelte Katrin Kaiser gemeinsam mit zwei Teilnehmern eine weitere Idee: die sogenannte Baghira-Erweiterung. Der Name greift die Figur des Panthers aus dem Dschungelbuch auf.

Künftig sollen Schülerinnen und Schüler der Oberstufe nicht nur als Mentoren wirken, sondern auch Projektverantwortung übernehmen. Dazu gehören nach der Mitteilung unter anderem:

  • Akquise von Tandems
  • Organisation von Veranstaltungen
  • Vertretung des Projekts nach außen
  • Ab dem kommenden Schuljahr wird dieses Konzept am Eichendorff-Gymnasium im zweiten P-Seminar-Durchgang umgesetzt. Damit ist es von Beginn an als übertragbares Format gedacht.

    Projektleiterin Katrin Kaiser beschreibt die Umsetzung und Weiterentwicklung der Mentoring-Idee als wertvolles Lern- und Handlungsfeld. Sie bedankte sich zudem bei allen Sponsoren, die das Pilotprojekt unterstützen.

    Auch auf Seiten der Stadt gibt es Zustimmung zur möglichen Ausweitung. Schulreferentin Gabriele Kepic hält es für wünschenswert, wenn weitere Schulen Interesse an dem Tandem-Projekt entwickeln würden.

    Öffentliche Wahrnehmung und Bildmaterial

    Die Pressemitteilung verweist außerdem auf zwei Fotoaufnahmen des Projekts. Auf einem Bild begleitet die Oberstufenschülerin Friederike als Balu die Grundschülerin Mara von der Rupprechtschule. Ein weiteres Bild zeigt unter anderem Dr. Dominik Esch, Gründer und geschäftsführenden Vorstand von „Balu und Du e. V.“, gemeinsam mit Projektleiterin Katrin Kaiser, drei Balus sowie weiteren Beteiligten aus Schule und Stadt.

    Mit dem Start am Eichendorff-Gymnasium Bamberg und der geplanten Baghira-Erweiterung entwickelt sich das Mentoringprojekt nach Angaben der Mitteilung zu einem Format, das schulische Verantwortung, soziale Begleitung und Zusammenarbeit zwischen verschiedenen Generationen miteinander verbindet.

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