Bamberg startet digitales Energieprojekt

Inklusive Energiegemeinschaften sollen Kosten senken und Emissionen reduzieren – Beteiligung auch ohne eigene Solaranlage möglich

Von Redaktion Bamberg
Bamberg startet digitales Energieprojekt
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Die Stadt Bamberg setzt einen wichtigen Schritt in Richtung nachhaltiger Energiezukunft: Im Rahmen des Forschungsprojekts PIA ("Professionalisierung. Inklusion. Akzeptanz – digitale Unterstützung zur Beteiligung an Energy-Sharing") wird untersucht, wie Energiegemeinschaften für alle Bevölkerungsschichten zugänglich und attraktiv gestaltet werden können.

Besonders Haushalte ohne spezielle Vorkenntnisse oder eigene Photovoltaikanlagen könnten davon profitieren. Der Ansatz: Strom wird über den eigenen Netzanschlusspunkt hinaus geteilt, sodass auch Menschen ohne eigene Solaranlagen Teil einer Energiegemeinschaft werden und gleichzeitig Kosten sowie Emissionen senken können.

Das Forschungsprojekt PIA und die Rolle Bambergs

Gemeinsam mit Städten wie Köln und Herzberg-Elster sowie renommierten Partnern wie Fraunhofer ISI, dem Bündnis Bürgerenergie und Es Geht GmbH, betritt Bamberg mit PIA Neuland. Ziel ist es, die bürokratischen und administrativen Hürden für Energiegemeinschaften durch digitale Plattformen radikal zu reduzieren.

Eine zentrale Fragestellung von PIA: Wie können digitale Tools dazu beitragen, dass sich auch einkommensschwächere Haushalte oder Menschen ohne technisches Hintergrundwissen einfach beteiligen können? Der Ansatz beinhaltet standardisierte Beteiligungsmöglichkeiten, die individuell auf Bedürfnisse und Lebenssituationen angepasst werden.

Bürgerschaftlicher Austausch und rechtliche Fortschritte

Im Rahmen eines Auftaktworkshops stellte das Projektteam in Bamberg erste Ideen lokalen Stakeholdern aus der Wohnungs- und Energiewirtschaft sowie sozialen Trägern und der Stadtverwaltung vor. Im Anschluss diskutierten auch interessierte Bürgerinnen und Bürger intensiv darüber, unter welchen Voraussetzungen eine Beteiligung für sie attraktiv wäre.

Die Umsetzung des Energy Sharing-Projekts war bislang an fehlenden rechtlichen Rahmenbedingungen gebunden. Diese Hürde ist jedoch jüngst gefallen: Der Bundesrat hat – nach dem Bundestag – mit dem neuen § 42c des Energiewirtschaftsgesetzes (EnWG) erstmals die gemeinsame Nutzung von Strom aus erneuerbaren Energien rechtlich ermöglicht.

Ausblick: Beteiligung und nächste Schritte

Nach dem erfolgreichen Workshop folgen nun entscheidende Schritte zur Weiterentwicklung des Projekts. Im Mittelpunkt stehen die Auswertung der Wünsche und Bedürfnisse der Bürgerinnen und Bürger sowie die Entwicklung passgenauer Modelle, die bald praktisch erprobt werden sollen. Geplant sind zunächst eine schriftliche Befragung und im nächsten Jahr eine weitere Präsenzveranstaltung.

Mitmachen und informieren

Wer sich für das Thema Energiegemeinschaften interessiert, hat die Möglichkeit, sich in den E-Mail-Verteiler eintragen zu lassen. So bleiben Interessierte über die weitere Entwicklung und kommende Veranstaltungen stets aktuell informiert.

Das Forschungsprojekt PIA markiert für Bamberg einen wichtigen Schritt, die Energiewende sozialer, inklusiver und digitaler zu gestalten. Damit stellt die Stadt gemeinsam mit ihren Partnern zentrale Weichen für eine moderne, solidarische Energieversorgung.

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