Bamberg feiert nachhaltiges Silvesterfeuerwerk
Erstmals zentrales Spektakel an der Regnitz mit weniger Müll und besserer Luft – Spenden für Folgeprojekt gesucht

Der Start ins Jahr 2026 bedeutete für Bamberg eine Premiere: Erstmalig erlebte die Stadt ein zentrales Silvesterfeuerwerk auf der Regnitz. Organisiert von den Bürgervereinen Bamberg Mitte und IV. Distrikt Sand, wurde das Ereignis zum vollen Erfolg – eine positive Bilanz für Verantwortliche, Sicherheitsbehörden und das Publikum.
Ein Feuerwerk als Gemeinschaftserlebnis
Über 20 Minuten und 26 Sekunden verzauberten 5.866 Feuerwerkskörper den Himmel rund um das Alte Rathaus, Kranen und Leinritt. Vulkane, Feuertöpfe, römische Lichter und farbenfrohe Fächer sorgten für ein beeindruckendes Schauspiel. Oberbürgermeister Andreas Starke betonte: „Das Feuerwerk war für alle Zuschauerinnen und Zuschauer ein beeindruckendes Schauspiel und hat der Stadtgesellschaft in der Silvesternacht ein echtes Gemeinschaftserlebnis beschert.“
Auch die Sicherheitsbilanz fiel äußerst positiv aus. Polizei, Feuerwehr und das Klinikum Bamberg berichteten von einer ungewöhnlich ruhigen Nacht. Die Feuerwehr sicherte das Event mit einer Sicherheitswache und musste im Anschluss lediglich einige private Feuerwerksreste löschen. Die Notaufnahme behandelte nur vier ambulante Verletzungen im Zusammenhang mit Feuerwerk.
Weniger Müll, mehr Ordnung
Trotz der Größe des Events war die Abfallbilanz ermutigend: Durch das zentrale Feuerwerk sank die Müllmenge in der Innenstadt gegenüber dem Vorjahr um rund eine Tonne (minus 40 Prozent). Auch stark frequentierte Plätze wie die Obere und Untere Brücke, Markusbrücke und Kettenbrücke blieben sauberer. Besonders auffällig: Der Müll wurde vielerorts ordnungsgemäß um die städtischen Behälter platziert.
Der Gewinn für den Tourismus zeigte sich ebenfalls. Hotelbesitzer berichteten von verstärktem Gästebedarf, ausgelöst durch das zentrale Feuerwerk.
Luftqualität und Umweltschutz im Fokus
Laut Messungen war die Luftqualität in der Neujahrsnacht 2025/2026 deutlich besser als im Vorjahr. Die Belastungen durch Feinstaub und Stickstoffdioxid blieben niedriger. Allerdings verweist das Umweltamt auf die Lage der Messstation an der Löwenbrücke, die einige Einflüsse möglicherweise nicht exakt wiedergibt.
Beim „Feuerwerk für alle“ wurden ausschließlich rückstandsfrei verbrennende Raketen und Böller eingesetzt, um Umwelt- und Gewässerschutz zu gewährleisten. Auch das Schifffahrtsunternehmen Kropf bestätigte keinerlei Verschmutzungen durch das vor Ort vor Anker liegende Schiff.
Sicherheit stand an oberster Stelle: Die Startplattform auf der Regnitz bestand aus zwei Pontons, die nach Ankerproben der Wasserschutzpolizei sicher verankert wurden. Der Abbau der Materialien verlief reibungslos, unterstützt durch das Technische Hilfswerk.
Private Störfeuerwerke und behördliche Auflagen
Trotz einiger privater Störfeuerwerke in Verbotszonen blieb das zentrale Feuerwerk gesichert. Alle Auflagen von Feuerwehr, Ordnungs- und Umweltamt wurden erfüllt, auch das Gewerbeaufsichtsamt Bayreuth bestätigte einwandfreie Sicherheit.
Finanzierung und Spendenaufruf
Die Durchführung des Feuerwerks wurde durch rund 160 Einzelspenden ermöglicht, ergänzt durch 15 Spendenboxen in der Innenstadt. Dennoch bleibt eine Finanzierungslücke von 4.913 Euro offen. Die Veranstalter rufen dazu auf, das Projekt weiterhin finanziell zu unterstützen. Simone Franke, Vorsitzende des Bürgervereins IV. Distrikt Sand, unterstreicht: „Wir wollen die Menschen zusammenbringen, sie mit einem gemeinschaftlichen Erlebnis verbinden und positiv ins neue Jahr starten.“
Wer das Event nachträglich unterstützen möchte, kann an das Spendenkonto des Bürgervereins Bamberg Mitte überweisen:
Die Organisatoren danken allen beteiligten Ämtern, Einsatzkräften und Unterstützern für das gelungene Zusammenspiel. Oberbürgermeister Andreas Starke betont die vorbildliche Zusammenarbeit über alle Ebenen hinweg.
Blick in die Zukunft
Ob es eine Wiederholung des zentralen Feuerwerks zum Jahreswechsel 2026/2027 geben wird, ist noch offen. Die Veranstalter betonen, dass ein ausgebautes Sicherheitskonzept notwendig wäre, unabhängig davon, ob der Startpunkt erneut auf der Regnitz liegt.
Das „Feuerwerk für alle“ hat die Stadt Bamberg in der Silvesternacht begeistert und könnte als Beispiel für nachhaltige Stadtfeste mit Gemeinschaftscharakter und Umweltschutz dienen. Die weitere Entwicklung bleibt spannend – viele Bambergerinnen und Bamberger hoffen bereits auf eine Fortsetzung.
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