Bamberg baut Hochwasserrückhaltebecken nach jahrzehntelanger Planung

Gaustadt erhält Schutz vor Fluten mit 13.000 Kubikmeter Fassungsvermögen und neuem Radweg auf der Dammkrone

Von Redaktion Bamberg
Bamberg baut Hochwasserrückhaltebecken nach jahrzehntelanger Planung
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Im Bamberger Stadtteil Gaustadt schreitet der Bau des Hochwasserrückhaltebeckens "Wagnersleite" sichtbar voran. Seit Mitte Mai laufen die Arbeiten an dem bedeutenden Hochwasserschutzprojekt, das insbesondere für die Anwohner der Wagnersleite sowie der tiefer gelegenen Straßenzüge eine große Erleichterung bedeutet. Die Region war in der Vergangenheit, zuletzt im Sommer 2024, erneut von Überflutungen betroffen, was die Dringlichkeit der Baumaßnahme weiter unterstrich.

Gemeinschaftswerk mit langer Vorgeschichte

Der Baustart dieses technisch anspruchsvollen Projekts war lange überfällig. Bereits vor mehr als 30 Jahren wurde ein Bebauungsplan für das Rückhaltebecken verabschiedet. Wie Thomas Beese, Baureferent und Technischer Werkleiter von Bamberg Service, betonte, konnten erst jüngst alle notwendigen Fragen rund um den Grunderwerb geklärt werden. Damit wurde der Weg frei für die konkrete Umsetzung eines „großen Gemeinschaftswerks vieler Beteiligter“.

Am symbolisch nachgeholten Spatenstich Anfang Juli erklärte Oberbürgermeister Andreas Starke, das Projekt sei „ein lebendiges Beispiel für die Notwendigkeit dieses Projektes, das die Sicherheit der Bürgerinnen und Bürger erheblich erhöht“.

Technische Details des Rückhaltebeckens

Inzwischen ist der Verlauf und Bau des Damms bereits deutlich sichtbar. Die höchste Stelle des Damms misst 5,80 Meter. Das neu entstehende Becken ist auf ein sogenanntes HQ100-Ereignis ausgelegt – also ein Hochwasser, das statistisch einmal in 100 Jahren auftritt – und enthält zusätzlich einen

von 15 Prozent.

  • Stauraumkapazität: 13.000 Kubikmeter
  • Vergleich: Das entspricht etwa 60 Prozent des Sylvanersees
  • Ableitung: Im Hochwasserfall wird das angestaute Wasser binnen 24 Stunden über einen geregelten Kanal abgeleitet
  • Der Technische Werkleiter machte zudem deutlich: „Wir werden hier also kein Dauergewässer hinter dem Damm vorfinden.“ Das Rückhaltebecken funktioniert rein temporär bei außergewöhnlichen Niederschlagsmengen als Zwischenpuffer.

    Mehrwert für den Stadtteil Gaustadt

    Das Vorhaben bringt nicht nur Sicherheit, sondern auch einen neuen Verkehrsweg. Die Dammkrone wird künftig eine Wegeverbindung für Fußgänger und Radfahrer bieten. Zwischen der Rattlerstraße und dem Waldwiesenweg entsteht damit ein attraktiver und sicherer neuer Abschnitt – die Fertigstellung ist für Mitte September vorgesehen.

    Mitwirkende beim Spatenstich

    Am Bauprojekt beteiligt sind neben Stadtverwaltung und Wasserwirtschaft auch Vertreter von Baufirmen, Ingenieurgesellschaften sowie Bürgervereinen:

    • Robert (Baufirma Gebr. Stolz)
    • Ralf Deutschmann (KUBENS Ingenieurgesellschaft)
    • Thomas Beese (Technischer Werkleiter Bamberg Service)
    • Andreas Starke (Oberbürgermeister)
    • Daniela Reinfelder (1. Vorsitzende Bürgerverein Gaustadt)
    • Hans-Joachim Rost (Wasserwirtschaftsamt Kronach)
    • Bertram Felix (Kaufmännischer Werkleiter)
    • Theresa Schaiblein (Immobilienmanagement)
    • Birgit Scheer (Kämmereiamt Stadt Bamberg)
    • Das Hochwasserschutzprojekt in Gaustadt steht beispielhaft für die erfolgreiche Zusammenarbeit vieler Akteure und für zukunftssichere Stadtentwicklung in Zeiten klimatischer Herausforderungen.

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