Ausbau des Bahnknotens Bamberg: Planungsschritte bis 2029

Stadt und Deutsche Bahn wollen den ICE-Halt sichern und den Knoten für künftige Fern- und Regionalverkehre vorbereiten – mit Meilensteinen 2026/2027 und geplantem Baubeginn 2029.

Von Redaktion Bamberg
Ausbau des Bahnknotens Bamberg: Planungsschritte bis 2029
Bild zum Beitrag© Presse Stadt Bamberg

Die Stadt Bamberg und die Deutsche Bahn wollen die Planungen für den Ausbau des Bahnknotens Bamberg zügig voranbringen. Darauf haben sich Oberbürgermeister Sebastian M. Niedermaier, Baureferentin Annegret Michler sowie Verantwortliche der Deutschen Bahn in einem gemeinsamen Gespräch verständigt. Beteiligt waren auch Nicole Kumpfmüller-Böhm, Leiterin Großprojekt VDE 8.1 Nürnberg - Bamberg, und Nils Pahl, Leiter Projekte VDE 8.1 Nürnberg - Bamberg.

Nach Angaben der Beteiligten ist der Ausbau aus Sicht der Stadt eine zentrale Voraussetzung dafür, den ICE-Halt in Bamberg zu sichern und den Wirtschaftsstandort zu stärken. Zugleich soll der Bahnknoten für künftige Anforderungen im Fern- und Regionalverkehr fit gemacht werden.

Fernverkehr und Wettbewerb setzen den Rahmen

Anlass des Gesprächs sind auch jüngste Entwicklungen im deutschen Fernverkehr. Die Bundesnetzagentur hat entschieden, dass Wettbewerber der Deutschen Bahn auf hochbelasteten Strecken künftig mindestens ein Viertel der verfügbaren Trassenkapazitäten erhalten sollen. Damit sollen mehr Wettbewerb auf der Schiene sowie attraktivere Angebote und günstigere Fahrpreise ermöglicht werden.

Von dieser Regelung könnte nach Angaben der Stadt insbesondere das italienische Bahnunternehmen Italo profitieren, das ab 2028 unter anderem die Strecke von München über Bamberg und Berlin bis Hamburg bedienen will. In diesem Zusammenhang wird auch über künftige ICE-Systemhalte wie den in Bamberg diskutiert.

Oberbürgermeister Niedermaier wertet zudem die Unterstützung des bayerischen Staatsministers für Wohnen, Bau und Verkehr, Christian Bernreiter, als wichtiges Signal. Nach Mitteilung der Stadt hatte der Minister zugesichert, keine ICE- oder IC-Angebotsausdünnungen in Städten wie Bamberg hinnehmen zu wollen.

Bamberg als Verkehrsdrehscheibe in Nordbayern

Für die Stadt ergibt sich daraus nach eigener Einschätzung die Aufgabe, ihre Rolle als leistungsfähiger Fernverkehrsknoten in Nordbayern weiter zu stärken. Bamberg übernimmt nach Angaben der Pressemitteilung als Umsteige- und Verkehrsdrehscheibe eine wichtige Funktion für die gesamte Region. Derzeit fahren durchschnittlich 450 Züge pro Tag durch den Knoten Bamberg.

Stadt und Bahn betonen übereinstimmend die Bedeutung des Projekts für leistungsfähige Bahnverbindungen in Nordbayern sowie auf der Achse zwischen München und Berlin. Die enge Zusammenarbeit soll dazu dienen, die Planungen konsequent fortzuführen und die nächsten Schritte gemeinsam vorzubereiten.

Diese Meilensteine sind vorgesehen

Im Gespräch wurden die nächsten Wegmarken des Projekts benannt:

  • Im Herbst 2026 soll der aktuelle Planungsstand dem Bamberger Stadtrat vorgestellt werden.
  • Im Frühjahr 2027 sollen die vollständigen Planunterlagen an das Eisenbahn-Bundesamt übergeben werden.
  • Damit soll das Planfeststellungsverfahren abgeschlossen werden können.
  • Nach derzeitigem Stand ist vorgesehen, 2029 mit den Bauarbeiten zu beginnen.

Nach Angaben der Stadt soll das Verfahren eng begleitet werden, um Planungssicherheit zu schaffen und den Ausbau ohne Verzögerungen voranzubringen.

Lärmschutz, Welterbe und Verkehrsführung

Neben dem Zeitplan standen auch inhaltliche Herausforderungen auf der Agenda. Ein Schwerpunkt war die Gestaltung des Lärmschutzes im Welterbe. Dabei geht es darum, die gesetzlichen Anforderungen an den Schallschutz zu erfüllen und zugleich Lösungen zu entwickeln, die sich sensibel in das historische Stadtbild einfügen.

Wichtig ist der Stadt außerdem ein abgestimmtes Sperrungs- und Umleitungskonzept. Damit sollen die Belastungen für Bürger und Wirtschaft so weit wie möglich reduziert werden.

Weitere Themen des Austauschs waren die Ausgestaltung des neuen S-Bahn-Haltepunkts Bamberg-Süd sowie die weitere Bürgerkommunikation. Die Stadt will dazu alle aus ihrer Sicht besonders wichtigen Themen für das weitere Verfahren zusammenstellen und sich auch in der Kommunikation eng mit der Deutschen Bahn abstimmen.

Hintergrund zum Projekt VDE 8.1

Das Großprojekt VDE 8.1 Nürnberg - Bamberg ist Teil der Aus- und Neubaustrecke Nürnberg - Berlin, dem Verkehrsprojekt Deutsche Einheit Nr. 8. In Bamberg erfolgt dabei ein zentraler Lückenschluss entlang der Schnellfahrstrecke. Auftraggeber und Finanzierer ist der Bund. Die DB InfraGO AG setzt die Maßnahmen im Auftrag des Bundes um.

Vorgesehen ist, die bestehende zweigleisige Strecke auf vier Gleise zu erweitern. Zudem sollen alle technischen Anlagen im Eisenbahnknoten vollständig erneuert werden. Geplant sind außerdem Optimierungen der Gleisbeziehungen und Gleisanschlüsse.

Der rund 8,6 Kilometer lange Ausbauabschnitt umfasst laut Pressemitteilung unter anderem:

  • 17 Brücken
  • rund 61 Kilometer Gleise
  • etwa 150 Weichen
  • vier Bahnübergänge
  • ein neues elektronisches Stellwerk
  • den neuen Haltepunkt Bamberg-Süd
  • die Ausstattung mit dem europäischen Zugsicherungssystem ETCS

Mit dem Ausbau sollen Kapazität, Zuverlässigkeit und Leistungsfähigkeit des Bahnverkehrs deutlich erhöht werden. Nach Darstellung der Stadt schafft das Projekt damit zugleich die infrastrukturellen Voraussetzungen, um Bambergs Funktion als Fernverkehrs- und Umsteigeknoten langfristig zu sichern und weiter auszubauen.

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