Aschaffenburg gedenkt der Opfer von Schöntal
Ein Jahr nach der Gewalttat: Kranzniederlegung, Gedenkfeier und Pläne für Erinnerungsort und digitale Würdigung
Ein Jahr nach der tragischen Gewalttat im Park Schöntal gedenkt die Stadt Aschaffenburg den Opfern und betont Zusammenhalt und Menschlichkeit. Am Jahrestag kamen Bürgerinnen und Bürger, Vertreter religiöser Einrichtungen und die Stadtspitze zusammen, um gemeinsam innezuhalten und ein Zeichen gegen Hass, Hetze und Spaltung zu setzen.
Gedenken und Kranzniederlegung im Park Schöntal
Am 22. Januar 2025 läuteten um 12 Uhr die Kirchenglocken zur Erinnerung an das Geschehen im Vorjahr. Oberbürgermeister Jürgen Herzing legte einen Kranz am Tatort nieder. Damit würdigte die Stadt die beiden Getöteten und gedachte auch der Verletzten und aller Betroffenen.
Vor einem Jahr hatte ein psychisch kranker Mann eine Gruppe Kleinkinder im Park Schöntal angegriffen, ein Kind und einen couragierten Familienvater getötet sowie drei weitere Menschen verletzt. Diese Tat hatte die Stadt und ihre Einwohner nachhaltig erschüttert.
Gedenkfeier in der Christuskirche mit musikalischem Rahmen
Am Abend des Gedenktages fand eine öffentliche Gedenkfeier in der Christuskirche statt, die auch online übertragen wurde. Teilnehmende waren unter anderem Oberbürgermeister Jürgen Herzing, Stiftspfarrer Martin Heim, Dekan Rudi Rupp, Taoufik Hamid von der Marokkanischen Gemeinde und Pfarrerin Sandra Weiss.
Für den musikalischen Rahmen sorgten Christoph Emanuel Seitz an der Orgel und Vitus Schott an Trompete und Flügelhorn.
Worte des Gedenkens und der Dankbarkeit
In seiner Ansprache erinnerte Oberbürgermeister Herzing an die Fassungslosigkeit, Trauer und Angst, die damals die Stadt erfassten. Besonders hob er die Zivilcourage des verstorbenen Familienvaters hervor, der zu Hilfe eilte und dafür sein Leben ließ: "Ein kleines Kind, das voller Neugier und Vertrauen in unserer Stadt unterwegs war, ein Mann, ein Familienvater, der wegsah, half – der Zivilcourage zeigte und dafür sein Leben lassen musste."
Herzing betonte den würdevollen und entschlossenen Zusammenhalt der Aschaffenburger Bevölkerung: "Wir sind erschüttert, aber Aschaffenburg hat zusammengehalten." Er unterstrich auch, dass Hass und Hetze in der Stadtgesellschaft keinen Platz fänden.
Verantwortung und gesellschaftlicher Zusammenhalt
In seiner Rede legte Herzing Wert auf die Bedeutung von Respekt, Würde und Menschlichkeit: "Das Verbrechen eines Einzelnen darf niemals zum Urteil über ganze Gruppen werden. Es kann Misstrauen schüren. Unsere Antwort muss Verantwortung sein: für ein friedliches Miteinander in einer Stadt, in der Würde und Respekt nicht verhandelbar sind."
Er sprach allen Helfenden seinen Dank aus – von Rettungskräften bis zu Mitarbeitenden des Klinikums und der Stadtverwaltung.
Ausblick: Erinnerungsort und digitale Plattform geplant
Die Stadt kündigte an, im Park Schöntal einen Erinnerungsort zu schaffen. Ergänzend soll eine Website als digitaler Erinnerungsort entstehen. Die Pläne werden im Februar erneut im Stadtrat vorgestellt, anschließend folgt eine Künstlerausschreibung für die Gestaltung.
Bilder der Gedenkenfeier
Der Jahrestag erinnert nicht nur an die Opfer, sondern setzt auch ein gemeinsames Zeichen: Aschaffenburg steht für Zusammenhalt, Mitgefühl und eine offene Gesellschaft.
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