Tag des Friedhofs in Roßbrunn

Landkreis Würzburg und Waldbüttelbrunn luden zum Tag des Friedhofs in Roßbrunn: Vortrag zu Trauerkultur, Workshop zur Grabgestaltung und Führung über den Friedhof.

Von Redaktion LK Würzburg3 Min. Lesezeit

Der Landkreis Würzburg, die Gemeinde Waldbüttelbrunn und der Kreisverband für Gartenbau und Landespflege Würzburg haben auf dem Friedhof in Roßbrunn den Tag des Friedhofs unter dem Motto „Friedhof im Wandel – Ort der Erinnerung, Begegnung und Zukunft“ veranstaltet. Auf dem Programm standen ein Fachvortrag über den Wandel der Friedhofskultur, ein Workshop zur zeitgemäßen Grabgestaltung sowie die Besichtigung des Friedhofs.

Landrat Thomas Eberth sagte, es sei wichtig, dass sich die Gesellschaft wieder intensiver mit Friedhöfen beschäftige. Der Friedhof sei ein wichtiger Bestandteil der Trauerarbeit und auch ein Ort der Lebenden. Zugleich verwies er auf das Potenzial der Grünflächen für Natur und Biodiversität.

Friedhofskultur im Wandel

Jessica Tokarek, Kreisfachberaterin für Gartenkultur und Landespflege, beschrieb den Wandel der Trauerkultur. Während der Tod früher in der Gesellschaft sichtbarer gewesen sei und feste religiöse Rituale Halt gegeben hätten, sei er heute häufig aus dem Alltag verschwunden. Die Trauer sei jedoch geblieben.

Neben dem klassischen Erdgrab gibt es heute eine Vielzahl an Bestattungsformen. Genannt wurden Reihen-, Wahl- und Familiengräber, Urnengräber und Kolumbarien sowie Wald-, Baum- und Seebestattungen. Der Friedhof bleibe ein Ort, an dem Hinterbliebene ihrer Trauer Ausdruck verleihen könnten, etwa durch das Anzünden einer Kerze oder das Ablegen eines Blumenstraußes. Auch die Grabpflege könne Teil der Trauerarbeit sein.

Tokarek hob zudem die ökologische Bedeutung von Friedhöfen hervor. Als grüne Lungen seien sie Lebensraum für Insekten, Vögel und viele weitere Tiere und hätten Einfluss auf das Kleinklima. Ein Friedhof der Zukunft solle deshalb Platz für unterschiedliche Bestattungsformen bieten und zugleich Raum für persönliche Trauer und Gestaltung lassen. Eine wichtige Rolle spielten dabei die Vereine vor Ort. Obst- und Gartenbauvereine kümmerten sich in vielen Gemeinden seit Jahrzehnten um die Friedhöfe und übernähmen damit Verantwortung für einen Ort, der für die ganze Gemeinde von Bedeutung sei.

Praxisworkshop am Mustergrab

Im Rahmen eines Praxisworkshops zeigte Jessica Tokarek in Roßbrunn an einem Mustergrab, wie sich Gräber mit Stauden dauerhaft und ökologisch wertvoll gestalten lassen. Dabei gab sie konkrete Empfehlungen zur Auswahl und Pflege geeigneter Pflanzen. Während der Veranstaltung stand außerdem eine Gärtnerei für Fragen rund um Grabgestaltung und Grabpflege zur Verfügung.

Friedhof Roßbrunn

Der Friedhof in Roßbrunn hat nach einer Erweiterung inzwischen einen Anteil von mehr als 80 Prozent an Urnenbestattungen erreicht. Die Friedhofskonzepte der Gemeinde wurden daraufhin grundlegend überarbeitet. Ein Beispiel ist die Baumbepflanzung mit Urnenröhren, die Angehörigen eine naturnahe und pflegeleichte Alternative zur klassischen Grabgestaltung bietet.

Mit dem Tag des Friedhofs setzten der Landkreis Würzburg und die Gemeinde Waldbüttelbrunn ein Zeichen: Friedhöfe sind und bleiben Orte der Trauer, der Erinnerung und der Begegnung für die Verstorbenen sowie für die Menschen, die zurückbleiben.

Weiterer Termin in Gaubüttelbrunn

Wer sich weiter mit Friedhofskultur beschäftigen möchte, hat dazu am Samstag, 3. Oktober 2026, in Gaubüttelbrunn Gelegenheit. Von 10 bis 13 Uhr findet dort der Tag des Friedhofs unter dem Motto „Friedhof im Wandel – Geschichte bewahren, Natur gestalten“ statt. Angekündigt sind dort die historische Bedeutung des Friedhofs, insbesondere die Grabsteine des Steinmetzes Ludwig Sonnleitner aus den 40er-Jahren, sowie moderne Ideen zur ökologischen Grabgestaltung. Verschiedene Mustergräber zeigen, wie Kräuter, Rosen, Sedum und trockenheitsverträgliche Stauden attraktive und pflegeleichte Grabflächen schaffen können.

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