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Betreff: PM Stadt und Landkreis - Stellungnahme von OB und Landrat zur veränderten Zusammensetzung des Stiftungsrates und -vorstandes der Schulstiftung Seligenthal
Liebe Kolleginnen und Kollegen,
nachfolgend dürfen wir Ihnen ein gemeinsames Statement von
Oberbürgermeister Alexander Putz und Landrat Peter Dreier zur
veränderten Zusammensetzung des Stiftungsrates und -vorstandes der
Schulstiftung Seligenthal übermitteln.
Gemeinsame Stellungnahme von Landshuts Landrat Peter Dreier und
Oberbürgermeister Alexander Putz zur veränderten Zusammensetzung des
Stiftungsrates und -vorstandes der Schulstiftung Seligenthal:
Der Stiftungsrat der Schulstiftung Seligenthal hat am Mittwoch auf
Betreiben von Äbtissin Sr. Maria Christiane Hansen mittels
Satzungsänderung eine veränderte Zusammensetzung des Stiftungsrates
und -vorstands beschlossen. Damit verlieren der Oberbürgermeister der
Stadt Landshut und der Landrat des Landkreises Landshut die ihnen bisher
qua Amt in den Gremien der Schulstiftung zustehenden Sitze. Die
Entscheidung fiel mit denkbar knapper Mehrheit: Bei Stimmengleichheit
gab das Votum der Äbtissin den Ausschlag.
Zum Hintergrund: Stadt und Landkreis kommen freiwillig für 80 Prozent
des gesetzlich vorgesehenen Gastschulbeitrags für die Schülerinnen und
Schüler der Seligenthaler Schulen (Grundschule, Wirtschaftsschule,
Gymnasium, Fachakademie für Sozialpädagogik) auf, obwohl es sich um
Schulen unter kirchlicher Trägerschaft handelt. Zusätzlich nutzt die
Schulstiftung ein Gebäude des Landkreises für ihre Wirtschaftsschule,
wobei dafür eine deutlich geringere Miete veranschlagt wird, als
ortsüblich wäre. Diese Differenz - hierbei handelt es sich um rund
drei Millionen Euro seit Beginn des Mietverhältnisses - wird als
Zuschuss erlassen. Die nun vom Stiftungsrat beschlossene
Satzungsänderung steht am Ende einer seit längerer Zeit andauernden
Entwicklung, die von erheblichen Meinungsverschiedenheiten im
Stiftungsrat über die Zukunft der Schulstiftung bzw. einzelner Schulen
und einer daraus resultierenden großen Verunsicherung der gesamten
Schulfamilien - also von Schülern, Eltern und Lehrern - geprägt war und
ist. Bereits vor knapp einem Jahr hatte die Äbtissin zudem mit dem
ehemaligen Landshuter Stadtkämmerer Rupert Aigner und dem
stellvertretenden Landrat Fritz Wittmann zwei langjährige, verdiente
Mitglieder aus dem Stiftungsrat gedrängt.
Zu den jüngsten Entwicklungen erklären Landrat Peter Dreier und
Oberbürgermeister Alexander Putz: „Das ist ein noch nie dagewesener
Vorgang und Affront gegenüber den Gebietskörperschaften von Stadt und
Landkreis Landshut nach bislang erfolgreicher Zusammenarbeit mit der
Schulstiftung Seligenthal. Der Umgang der Äbtissin mit Stadt und
Landkreis Landshut ist inakzeptabel. Damit tritt sie nicht nur eine
jahrhundertelange Partnerschaft, sondern auch das Erbe ihrer
Vorgängerinnen mit Füßen. Die Schulstiftung wurde vom Kloster
gegründet, um zusammen mit Stadt und Landkreis den Schulbetrieb
dauerhaft zu sichern - und angesichts des Verhaltens der Äbtissin ist
unser Vertrauen nachhaltig erschüttert. Denn durch die neue Satzung kann
die Äbtissin nun beliebige Personen in den Stiftungsrat berufen, wie es
ihr passt. Stadt und Landkreis Landshut haben als weltliche Vertreter
keinen festen Sitz mehr. Was sie damit bezweckt und ob die Zukunft der
Schulen damit gefährdet ist, können wir bei bestem Willen nicht
nachvollziehen.“ Der Landkreis Landshut habe seit dem Jahr 2004 rund
zehn Millionen Euro als freiwilligen Gastschulbeitrag an die
Schulstiftung gezahlt, von der Stadt Landshut fließen jährlich ca.
600.000 Euro. „So lange wir als Oberbürgermeister und Landrat in der
Verantwortung sind, werden wir den zuständigen Gremien des Stadtrats und
des Kreistags zwar empfehlen, diese Leistungen auch weiter zu gewähren,
weil eine Streichung dieser Unterstützung mit den Schülern und der
Schulfamilie die Falschen treffen würde. Wir können aber nicht
voraussagen, was in der neuen Wahlperiode unter einem neuen Landrat und
einem neuen Oberbürgermeister entschieden würde, wenn Stadt und
Landkreis nicht mehr
automatisch im Stiftungsrat vertreten sind.“
Bei Fragen können Sie sich jederzeit gerne an uns wenden!