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Betreff: PM Stadt - 65 neue Obstbäume für das Naturschutzgebiet
Liebe Kolleginnen und Kollegen,
im Naturschutzgebiet „Ehemaliger Standortübungsplatz Landshut“ wurden
65 neue Apfel- und Birnbäume gepflanzt. Mehr dazu in untenstehender
Pressemitteilung, um deren Veröffentlichung wir herzlich bitten.
Vielen Dank für Ihre Unterstützung.
Stefanie Platzek
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PRESSEMITTEILUNG
65 neue Obstbäume für das Naturschutzgebiet
Alte Sorten, neue Bäume – Lebensraum und Kulturerbe zugleich
Wer durch das Naturschutzgebiet „Ehemaliger Standortübungsplatz
Landshut“ wandert, trifft auf eine Landschaft voller Leben und
Geschichte: Weitläufige Weiden, grasende Schafe und im Frühjahr ein Meer
aus Blüten. Zwischen den Hügeln stehen noch heute ehrwürdige Apfel- und
Birnbäume – stille Zeugen einer längst vergangenen Kulturlandschaft.
„Die alten, knorrigen Obstbäume stammen teils noch von früheren
Hofstellen“, erzählt Gebietsbetreuer Fabian Hertrich. Namen wie Plaika,
Sonnleithen oder Ey erinnern noch daran. „Während die Hofstellen längst
verschwunden sind, haben einige ihrer Obstbäume überlebt – manche sind
über 100 Jahre alt.“ Damit das Landschaftsbild und der ökologische
Wert der alten Streuobstwiesen erhalten bleiben, wurden nun 65 neue
Apfel- und Birnbäume gepflanzt.
Es handelt sich um hochstämmige, robuste Bäume alter, regionaltypischer
Sorten, die besonders gut an die Standortbedingungen angepasst sind.
„Die alten Bäume sind wunderschön, aber sie werden nicht ewig stehen.
Damit diese wertvollen Lebensräume auch in Zukunft bestehen, müssen wir
rechtzeitig nachpflanzen“, erklärt Hertrich. Die Pflanzung erfolgte im
Rahmen des bayerischen Förderprogramms „Streuobstpakt“ des Bayerischen
Staatsministeriums für Umwelt und Verbraucherschutz. Die Flächen selbst
befinden sich im Eigentum der Deutschen Bundesstiftung Umwelt (DBU).
Streuobstwiesen – Hotspots der Artenvielfalt
Über Jahrhunderte prägten sie das Landschaftsbild. Doch dieser
Lebensraum ist heute selten geworden. Umso bedeutender ist ihr Erhalt
wie hier im Naturschutzgebiet. Neben ihrem kulturellen Wert sind
Streuobstwiesen wahre Schatzkammern der Biodiversität. Bis zu 5.000
Tierarten können in ihnen leben – von Insekten über Vögel bis hin zu
Säugetieren. Ein typischer aber sehr seltener Bewohner ist der vom
Aussterben bedrohte Wendehals, eine bedrohte Vogelart, die alte
Spechthöhlen als Brutplätze nutzt. „Er ist ein echtes Highlight im
Naturschutzgebiet – in den letzten Jahren konnte er hier sogar
erfolgreich brüten“, erklärt Hertrich. Auch Fledermäuse finden in
morschen Baumhöhlen Unterschlupf, Siebenschläfer nutzen die Baumkronen
und Wildbienen profitieren von den Blüten, während sie gleichzeitig für
die Bestäubung der Bäume sorgen. Damit liefern die Streuobstwiesen nicht
nur leckeres Obst, sondern leisten auch einen Beitrag zur Artenvielfalt
und zum Erhalt traditioneller Kulturlandschaften.
Die jungen Bäume brauchen in den kommenden Jahren besonders viel
Pflege. Dazu gehören regelmäßige Erziehungsschnitte, um stabile Kronen
zu entwickeln. Bei Trockenheit müssen sie bewässert werden. „Nur mit
kontinuierlicher Pflege können aus den Jungbäumen eines Tages wieder
stattliche Hochstämme werden“, betont Hertrich. Um diese Arbeiten
kümmert sich der Gebietsbetreuer, der das Naturschutzgebiet betreut
und pflegt. „Wir wollen, dass diese Obstwiesen auch für kommende
Generationen blühen – als Lebensraum, als Landschaftselement und als
Stück Heimatgeschichte“, so der Gebietsbetreuer abschließend.
Übrigens: Die Ernte erfolgt durch die Lebensgemeinschaft Höhenberg,
eine Gemeinschaft für Menschen mit Assistenzbedarf. Aus den Äpfeln und
Birnen stellen sie Bio-zertifizierten Saft her – ein gelungenes Beispiel
dafür, wie Naturschutz, soziale Verantwortung und Regionalität Hand in
Hand gehen.
Fotos:
Stadt Landshut/ Fabian Hertrich (Verwendung mit Quellenangabe
honorarfrei möglich)
Bildtexte:
Gebietsbetreuer Fabian Hertrich kümmert sich um die Pflege und
Entwicklung der neuen Obstbäume im Naturschutzgebiet.
Im Frühling verwandeln sich die alten Streuobstwiesen im
Naturschutzgebiet in ein Blütenmeer – ein Paradies für Bienen und andere
Bestäuber.
Reife Äpfel auf den alten Streuobstwiesen – ein Sinnbild für die
Vielfalt und Fülle traditioneller Kulturlandschaften.
Highlight im Naturschutzgebiet: der seltene Wendehals, der hier
regelmäßig brütet.