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Von: Lohr am Mains Redaktion
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An: Unsere Redaktion
Betreff: PM Praxistag Kommunalwald³
Sehr geehrte Damen und Herren,
anbei erhalten Sie eine PM mit der Bitte um Veröffentlichung.
Vielen Dank
i.A. Katharina Liebler
Kommunalwald³: Wie Lohr Wirtschaft, Ökologie und Gemeinwohl verbindet
Lohr a.Main. Wie lassen sich wirtschaftliche Waldnutzung, Artenvielfalt
und die Interessen der Allgemeinheit miteinander vereinbaren? Mit dieser
Frage beschäftigte sich am 15. Oktober die Veranstaltung „Kommunalwald³:
wirtschaftlich, ökologisch, gemeinwohlorientiert“. Über 30
Bürgermeisterinnen und Bürgermeister, Stadtratsmitglieder und Fachkräfte
aus Kommunen waren für den Praxistag nach Lohr a.Main gekommen. Im
Mittelpunkt stand der Lohrer Stadtwald, der seit mehr als 25 Jahren für
eine nachhaltige und naturnahe Waldbewirtschaftung steht. Veranstaltet
wurde der Termin vom Projekt Kommunale Biodiversität („KomBi“) unter der
Verantwortung von Florian Lang gemeinsam mit der städtischen
Forstverwaltung und ihrem Leiter Michael Neuner.
Erster Bürgermeister Dirk Rieb eröffnete die Veranstaltung und
unterstrich die Bedeutung des Waldes für die Stadt und ihre Bürgerinnen
und Bürger. Der Wald ist nicht nur ein bedeutender Wirtschaftsfaktor,
sondern auch Lebensraum, Klimaschützer und Erholungsgebiet. Die
unterschiedlichen Funktionen miteinander in Einklang zu bringen, ist
eine zentrale Aufgabe kommunaler Forstwirtschaft.
Biodiversität beginnt mit konkreten Maßnahmen
Florian Lang stellte anschließend das Projekt „KomBi“ vor und
erläuterte, wie Kommunen und andere Akteure vor Ort die biologische
Vielfalt stärken können. Dabei müssen es nicht immer große, aufwendige
Vorhaben sein. Auch kleinere Maßnahmen können einen Beitrag leisten.
Warum es dabei auch auf die Bereitschaft der Kommunen ankommt,
freiwillig Verantwortung zu übernehmen, brachte Lang auf den Punkt:
„Naturschutz ist keine kommunale Pflichtaufgabe, das stimmt. Aber nichts
zu tun, nur weil es nicht in der Gemeindeordnung steht, kann nicht der
Schlüssel zum Erfolg für eine lebenswerte Zukunft sein.“
Lang unterstützt Kommunen und engagierte Akteure dabei, geeignete
Maßnahmen zu entwickeln und umzusetzen. Dafür bringt er sein fachliches
Wissen, seine Kontakte und Informationen zu Fördermöglichkeiten ein. Das
Angebot ist kostenfrei und richtet sich an alle, die sich für mehr
Biodiversität in ihrer Kommune einsetzen möchten.
Der Lohrer Stadtwald: Naturschutz und Holznutzung zusammendenken
Wie der Schutz der Biodiversität im Kommunalwald aussehen kann, zeigte
Stadtwaldleiter Michael Neuner direkt vor Ort. Mit mehr als 4.100 Hektar
ist der Lohrer Stadtwald der drittgrößte Kommunalwald Bayerns und das
größte Vermögensgut der Stadt. Bereits im Jahr 2000 ließ Lohr seinen
Wald als erster Kommunalwald Bayerns nach den Kriterien des Forest
Stewardship Council (FSC) zertifizieren. Die Zertifizierung steht für
anspruchsvolle Standards einer verantwortungsvollen Waldbewirtschaftung.
Der Ansatz des Stadtwaldes ist eine integrative Waldwirtschaft:
Naturschutz und wirtschaftliche Nutzung werden nicht als Gegensätze
betrachtet, sondern gemeinsam in die Bewirtschaftung einbezogen. Dazu
gehört beispielsweise, gezielt Biotopbäume zu erhalten und Totholz im
Wald zu belassen. Solche Strukturen bieten zahlreichen Tier- und
Pflanzenarten Lebensraum und tragen dazu bei, die biologische Vielfalt
zu unterstützen.
Lohrer Stadtwald als Best Practice
Neben dem Schutz der Artenvielfalt gehören auch der Waldumbau angesichts
des Klimawandels und die nachhaltige Bereitstellung des Rohstoffs Holz
zu den Aufgaben der Forstverwaltung. Trockenheit, Hitze und Stürme
setzen den Waldbeständen zu. Eine standortgerechte
Baumartenzusammensetzung und die Entwicklung widerstandsfähiger
Mischwälder gewinnen deshalb weiter an Bedeutung.
Gleichzeitig erfüllt der Stadtwald wichtige Aufgaben für die
Bevölkerung. Wanderwege, Naturerlebnis und Umweltbildung machen ihn zu
einem bedeutenden Erholungsraum. Hinzu kommt seine Rolle für den
Wasserhaushalt und den Schutz natürlicher Lebensgrundlagen.
Das Beispiel Lohr zeigt, dass Wirtschaftlichkeit und Artenschutz Hand in
Hand gehen können, durch eine langfristige, fachlich fundierte
Bewirtschaftung. Der Austausch zwischen dem Projekt „Kombi“ und der
städtischen Forstverwaltung bietet zugleich Anregungen für andere
Kommunen, die ihre eigenen Möglichkeiten zum Schutz der biologischen
Vielfalt weiterentwickeln möchten.
Die über 30 Teilnehmerinnen und Teilnehmer beim Praxistag Kommunalwald³
nahmen zahlreiche Einblicke in die Arbeit des Stadtwaldes, konkrete
Anregungen für die eigene kommunale Praxis und neue Impulse für den
Umgang mit der biologischen Vielfalt mit. Der Austausch zeigte:
Entscheidend sind das Wissen um geeignete Möglichkeiten, die
Zusammenarbeit vor Ort und der Mut, ins Handeln zu kommen.
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Bildmaterial: Stadtwaldleiter Michael Neuner erklärt die Maßnahmen für
Biodiversität im Lohrer Stadtwald. Credit: Katharina Liebler