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Betreff: PM Stadt - Klausurtagung: Stadtrat hat am Freitag Beratungen über Haushaltsplan 2025 aufgenommen
Liebe Kolleginnen und Kollegen,
mit einer mehrstündigen Klausursitzung im Neuen Plenarsaal des Rathauses
haben Oberbürgermeister Alexander Putz und 35
Stadträtinnen und Stadträte aller Fraktionen am Freitag die Beratungen
über den Haushaltsplan 2025 aufgenommen.
Unterm Strich klafft im Finanzplanungszeitraum, der auch das
Investitionsprogramm bis 2028 umfasst, eine Deckungslücke von mehr
als 26 Millionen Euro. Um der Regierung von Niederbayern als
Aufsichtsbehörde einen genehmigungsfähigen Haushalt vorlegen zu
können, muss dieser Fehlbetrag bis zum Haushaltsplenum am 14. März
deutlich reduziert werden. Mehr dazu in untenstehender
Pressemitteilung, um deren Veröffentlichung wir herzlich bitten.
Vielen Dank für Ihre Unterstützung!
Thomas Kolbinger
Hauptamt I Presse- und Öffentlichkeitsarbeit
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PRESSEMITTEILUNG
Klausurtagung: Stadtrat nimmt Haushaltsberatungen auf
Millionenschweres Loch in der mittelfristigen Finanzplanung:
Stadt Landshut hat 2025 keinen Spielraum mehr für neue
Investitionsprojekte
Mit einer mehrstündigen Klausursitzung im Neuen Plenarsaal des Rathauses
haben Oberbürgermeister Alexander Putz und 35
Stadträtinnen und Stadträte aller Fraktionen am Freitag die Beratungen
über den Haushaltsplan 2025 aufgenommen. Finanzreferent
Alois Wagensonner stellte mit seinem Team die Eckdaten des Etatentwurfs
vor. Und diese fallen ernüchternd aus: Während auf der
Ausgabenseite die Kosten in fast allen Bereichen deutlich steigen,
stagnieren die Steuereinnahmen, wobei die Gewerbesteuer infolge
der anhaltenden Wirtschaftsflaute sogar rückläufig ist. Unterm Strich
klafft deshalb im Finanzplanungszeitraum, der auch das
Investitionsprogramm bis 2028 umfasst, eine Deckungslücke von mehr als
26 Millionen Euro. Um der Regierung von Niederbayern als
Aufsichtsbehörde einen genehmigungsfähigen Haushalt vorlegen zu können,
muss dieser Fehlbetrag bis zum Haushaltsplenum am 14. März
deutlich reduziert werden.
Spielraum für Investitionen in Projekte, mit deren Umsetzung noch nicht
begonnen wurde, gibt es nicht mehr: Auch priorisierte
Vorhaben wie die Sanierung der Grundschule St. Peter und Paul, der erste
Bauabschnitt der Sanierung des historischen Stadttheaters
im Bernlochner und der Neubau des Feuerwehrgerätehauses Münchnerau
werden daher 2025 entgegen der bisherigen Planungen nicht in
Angriff genommen werden können. Würde man diese und alle weiteren
Projekte, die noch 2024 im Finanzplanungszeitraum berücksichtigt
waren, im Investitionsprogramm bis 2028 abbilden, würde sich die
Deckungslücke von 26 auf mehr als 90 Millionen Euro
vervielfachen.
„Mit diesem Haushaltsentwurf ist niemand glücklich: der Stadtrat nicht,
die Verwaltung nicht – und natürlich auch nicht der
Oberbürgermeister“, betonte Alexander Putz. Es gebe nichts zu
beschönigen: „Die Haushaltssituation ist so schlecht wie noch nie,
das Motto lautet deshalb ‚Rien ne va plus - Nichts geht mehr‘. Es ist
für uns alle deprimierend, die Hoffnungen und Erwartungen
vieler Bürgerinnen und Bürger enttäuschen zu müssen.“
Neben der bundesweit anhaltenden Stagflation und immer höheren Ausgaben
für von Bund und Ländern übertragene Zusatzaufgaben
speziell im Sozialbereich sieht OB Putz vor allem in einer seit Jahren
verfehlten Gesundheitspolitik des Bundes die Hauptursache
für die finanzielle Schieflage, in der sich viele Kommunen befinden.
„Leider hat sich seit Febru
ar 2024 nichts am Befund geändert:
Die Bundespolitik lässt die Krankenhäuser und mit ihnen deren kommunale
Träger im Regen stehen“, so Putz. „Oft müssen Städte und
Landkreise die Funktion des finanziellen Rettungsschirms für ihre
Kliniken übernehmen, damit die stationäre medizinische
Versorgung in der Region überhaupt aufrechterhalten werden kann.“
Die Zahlen sprechen eine klare Sprache. So flossen von 2017 bis 2021
insgesamt 28,5 Millionen Euro von der Stadt ins Klinikum.
Seither stiegen die Leistungen nochmals sprunghaft an: 2022 musste die
Stadt bereits 11,5 Millionen Euro zuschießen, 2023 erneut
11 Millionen Euro und 2024 sogar rund 20 Millionen Euro. Auch 2025 und
2026 sei wieder mit einem Zuschussbedarf des Klinikums in
dieser Größenordnung, also von jährlich 20 Millionen Euro, auszugehen:
„Leider lassen die jüngsten bundespolitischen
Entscheidungen auf keine Besserung der chronischen Unterfinanzierung des
deutschen Krankenhaussystems schließen“, sagte Putz. Erst
für 2027 (15 Millionen Euro Zuschuss) und 2028 (10 Millionen) kalkuliere
man mit einem langsam sinkenden Bedarf des Klinikums. „Da
regiert einerseits das Prinzip Hoffnung, dass eine neue Bundesregierung
eine tragfähige Lösung für diese Frage findet.
Andererseits setzen wir darauf, dass bis dahin die Fusion mit den
Lakumed-Kliniken des Landkreises umgesetzt ist: Die erwarteten
Synergieeffekte sollten dann zu sinkenden Betriebsdefiziten in allen
Häusern führen“, so der Oberbürgermeister. „Alle
Anstrengungen vor Ort werden alleine aber sicher nicht ausreichen.“
Von 2017 bis 2028 wird die Stadt Landshut ihr Klinikum voraussichtlich
mit insgesamt rund 136 Millionen Euro unterstützen müssen.
„Das ist eine gigantische Summe. Jeder kann sich ausmalen, wie viel mehr
wir uns leisten könnten, wenn wir dieses Geld zum
Beispiel in Schulen, Kindergärten, Kultur-, Sport- und
Freizeiteinrichtungen oder in unsere ebenfalls dringend
sanierungsbedürftige Verkehrsinfrastruktur stecken könnten“, sagte Putz.
Dass unter diesen schwierigen Umständen voraussichtlich
dennoch ein Investitionsvolumen von rund 84 Millionen Euro im Haushalt
abgebildet und damit die bereits laufenden Bauprojekte wie
geplant fortgeführt werden können – darunter allem voran die Neubauten
der Staatlichen Realschule sowie der Grundschulen Nordwest
und Ost – sei deswegen ein Erfolg. „In den meisten anderen kreisfreien
Städten vergleichbarer Größe sind Investitionen in dieser
Höhe nicht mehr möglich“, betonte Putz. „Vielmehr muss andernorts,
übrigens auch in Bayern, über Haushaltssperren nachgedacht
werden beziehungsweise es können keine genehmigungsfähigen Haushalte
mehr aufgestellt werden.“
Dies bleibt der Stadt Landshut laut Kämmerer Alois Wagensonner trotz
aller Schwierigkeiten erspart. Aber: „Wir werden die von der
Regierung von Niederbayern in Aussicht gestellte Netto-Neuverschuldung
für die Neubauten von zwei Grundschulen und einer
Realschule in Höhe von 45 Millionen Euro voll ausschöpfen und unsere
Allgemeine Rücklage bis 2028 auf den gesetzlich
vorgeschriebenen Stand der Mindestrücklage aufbrauchen müssen. Wir
räumen also unser über Jahrzehnte aufgebautes Sparguthaben fast
komplett ab – und können uns dennoch keine neuen Projekte mehr leisten.“
Die Haushaltsberatungen werden am Dienstag, 25. Februar, ab 9 Uhr mit
einer Sitzung des Haushaltsausschusses fortgesetzt. Am
Freitag, 14. März, ab 10 Uhr entscheidet schließlich der Stadtrat in
einer Plenarsitzung über den Haushalt 2025.
Eckdaten Haushaltsentwurf 2025:
* Gesamtvolumen Haushalt Stadt Landshut: 442,8 Millionen Euro
* davon Verwaltungshaushalt: 330,0 Millionen Euro
* davon Vermögenshaushalt: 113,4 Millionen Euro
* Investitionen und Investitionsfördermaßnahmen: 84,0 Millionen Euro
Foto:
Stadt Landshut (Verwendung mit Quellenangabe honorarfrei möglich)
Bildtext:
Der Stadtrat hat am Freitagnachmittag in einer Klausurta
gung mit den
Beratungen über den Haushalt 2025 begonnen.