Lauf plant neue Wärmenetze

Fünf Fokusgebiete bieten günstige Energiepreise – Machbarkeit und Bürgerdialoge stehen im Fokus

Die Stadt Lauf hat bei einer Informationsveranstaltung die Ergebnisse des Abschlussberichts zur Kommunalen Wärmeplanung vorgestellt. Im Mittelpunkt standen die Möglichkeiten und Herausforderungen beim Ausbau von Wärmenetzen in ausgewählten Stadtgebieten. Die präsentierten Analysen bieten eine Grundlage für künftige Schritte bei der klimafreundlichen Wärmeversorgung.

Fünf Fokusgebiete für mögliche Wärmenetze

Im Fokus der Veranstaltung standen fünf sogenannte Fokusgebiete, in denen die Versorgung mit einem Wärmenetz potenziell umgesetzt werden könnte. Diese Bereiche wurden von den Planungsbüros Prosio Lauf und der Energieagentur Nordbayern aus Nürnberg identifiziert und bei der öffentlichen Präsentation in der Bertleinaula vorgestellt.

  • Innsbrucker Straße
  • Christof-Döring-Siedlung
  • Bertlein-/Nibelungenstraße
  • Altstadt/Stettner-Areal
  • Schulzentrum und Freibad (Stadtteil rechts der Pegnitz)
  • Die Auswahl der Fokusgebiete erklärt sich durch hohe Erschließungskosten und die notwendige Wirtschaftlichkeit von Wärmenetzen. Dr. Dominik Müller (Prosio) und Alexander Schrammek (Energieagentur Nordbayern) verwiesen darauf, dass sich solche Netze besonders dort lohnen, wo viele Abnehmer auf engem Raum vorhanden sind und eine geeignete Wärmequelle vorhanden ist.

    Preise, Wirtschaftlichkeit und Rahmenbedingungen

    In den fünf Fokusgebieten könnten, bei entsprechend hoher Anschlussquote, Nettoenergiepreise von 15 bis 20 Cent pro Kilowattstunde angeboten werden – ein Wert, der mit dem aktuellen Erdgaspreis vergleichbar ist. Allerdings, so Dr. Müller, sollten bei einem Kostenvergleich mit Erdgas auch die Anschaffungs- und Installationskosten einer Gasheizung berücksichtigt werden.

    Die Preisentwicklung für Erdgas bleibt weiterhin unsicher und könnte durch geopolitische Ereignisse, steigende CO2-Kosten oder auch den Rückgang der Erdgaskundenzahlen noch ansteigen.

    Wärmequellen und Versorgungskonzepte

    Die möglichen Wärmequellen für die geplanten Netze variieren je nach Gebiet und reichen von Flusswasserwärme aus der Pegnitz bis zur Nutzung industrieller Abwärme. Die Planungsbüros haben diese Optionen in ihrem Bericht umfassend analysiert.

    Wegweisende Entscheidungen der Stadt Lauf

    Bürgermeister Thomas Lang stellte klar, dass der Abschlussbericht keine endgültige Entscheidung für oder gegen bestimmte Maßnahmen bedeutet, sondern eine solide Entscheidungsgrundlage für die nächsten Planungsschritte liefert. Die Städtischen Werke werden nun konkret prüfen, in welchen Gebieten die Umsetzung eines Wärmenetzes machbar ist.

    Für viele Bürger könnte laut Dr. Müller perspektivisch auch eine eigene Wärmepumpe die sinnvollste Option für eine klimaneutrale Wärmeversorgung darstellen. Allerdings bleibt abzuwarten, ob und wie sich das zum Jahr 2024 novellierte Gebäudeenergiegesetz noch einmal ändern könnte.

    Bürgerdialog und weitere Fragen

    Im Anschluss an die Präsentation hatten die Bürger Gelegenheit, ihre Fragen zu stellen. Besonders die Frage, warum vor allem große Wärmenetze statt kleiner Quartierslösungen betrachtet werden, wurde diskutiert. Dr. Müller hob hervor, dass für kleinere Lösungen oft zusätzliche Herausforderungen wie die Eigentümerstruktur zu berücksichtigen sind. Zudem werden viele solche Netze von privaten Initiativen oder Genossenschaften realisiert.

    Bürgermeister Lang betonte, dass auch für die Städtischen Werke die Umsetzung solcher Projekte wirtschaftlich verantwortbar sein muss. Richard Knauer vom Laufer Bauamt verwies ergänzend auf das Energieberatungsangebot des Landkreises Nürnberger Land.

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    subTitle="Weitere Informationen und Downloadmöglichkeit"

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    Die Stadt Lauf setzt mit der Kommunalen Wärmeplanung einen wichtigen Impuls für die zukünftige Energieversorgung. Die Entscheidung über die konkrete Umsetzung von Wärmenetzen steht dabei erst am Anfang eines längeren Prozesses, der mit weiteren Analysen, Bürgerbeteiligung und maßgeschneiderten Lösungen für verschiedene Quartiere fortgesetzt wird.

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