Kurzmitteilung: Menudier über das deutsch-französische Verhältnis
Der Politikwissenschaftler sprach in Wenzelburg über die Annäherung beider Länder seit 1945 und ihre Bedeutung als Stabilitätsfaktoren der EU.

Der Politikwissenschaftler Prof. Henri Menudier war am Donnerstag in Wenzelburg zu Gast und sprach dort über das deutsch-französische Verhältnis. Begrüßt wurde er von Bürgermeister Thomas Lang. Menudier, der aus Limoges stammt, spricht nach Angaben der Mitteilung ausgezeichnet Deutsch und ist regelmäßig in Mittelfranken zu Gast.
Ein Blick auf Geschichte und Gegenwart
In seinem Vortrag spannte Menudier einen weiten historischen Bogen. Er begann bei Karl dem Großen und führte über die Kriege zwischen Deutschland und Frankreich im Jahr 1870 sowie bis 1945 bis in die Nachkriegszeit.
Besonders hob er die Entwicklung nach dem Zweiten Weltkrieg hervor. Auf Initiative Frankreichs seien bereits 1946 Jugendtreffen organisiert worden. Ziel sei es gewesen, die deutsche Jugend für den Gedanken der Demokratie zu begeistern.
Städtepartnerschaften als Zeichen der Annäherung
Menudier verwies zudem auf die enge kommunale Zusammenarbeit beider Länder. Zwischen französischen und deutschen Kommunen gibt es inzwischen mehr als 2400 Städtepartnerschaften. Nach seiner Einschätzung ist das ein Rekord in Europa.
Damit rückte der Vortrag nicht nur historische Belastungen in den Mittelpunkt, sondern auch die gewachsene praktische Zusammenarbeit auf lokaler Ebene.
Wirtschaft, Politik und europäische Stabilität
Der Professor sprach außerdem über wirtschaftliche Verbindungen sowie über die Innen- und Außenpolitik beider Staaten. Dabei betonte er die Bedeutung von Deutschland und Frankreich für die Europäische Union.
Nach seiner Einschätzung sind beide Länder die wichtigsten Stabilitätsfaktoren der EU. Vor diesem Hintergrund warb Menudier ausdrücklich für die Fortführung der Zusammenarbeit.
Fragen aus dem Publikum und Ausblick
Im Anschluss ging Menudier auf Fragen aus dem Publikum ein. Für das kommende Jahr stellte er einen weiteren Besuch in Lauf in Aussicht.
Zu der Veranstaltung sollen auf Anregung von Bürgermeister Thomas Lang auch die Schülerinnen und Schüler der Laufer Schulen sowie deren Eltern eingeladen werden.
Organisiert wurde der Abend von der Hanns-Seidel-Stiftung und dem Kulturamt der Stadt Lauf.
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