Kurzmitteilung: Menudier in Lauf: Blick aufs deutsch-französische Verhältnis
Der Politikwissenschaftler sprach in der Wenzelburg über Geschichte, Partnerschaft und die Rolle beider Länder als Stabilitätsfaktoren in der EU.

Der französische Politikwissenschaftler Prof. Henri Menudier war am Donnerstag in der Laufer Wenzelburg zu Gast und sprach dort über das deutsch-französische Verhältnis. Bürgermeister Thomas Lang hieß den 85-Jährigen herzlich in Lauf willkommen.
Ein Vortrag über Geschichte, Politik und Partnerschaft
Menudier, der aus Limoges kommt, der Partnerstadt von Fürth, ist nach Angaben der Mitteilung regelmäßig in Mittelfranken zu Gast und spricht ausgezeichnet Deutsch. In seinem Vortrag spannte er einen weiten historischen Bogen: von Karl dem Großen über die drei Kriege zwischen Deutschland und Frankreich bis hin zur Nachkriegszeit.
Dabei ging es nicht nur um historische Entwicklungen, sondern auch um die politischen und gesellschaftlichen Beziehungen beider Länder in der Gegenwart. Menudier sprach über wirtschaftliche Verbindungen sowie über die Innen- und Außenpolitik Deutschlands und Frankreichs.
Jugendtreffen, Städtepartnerschaften und Zusammenarbeit
Ein Schwerpunkt seines Vortrags lag auf den frühen Versuchen, nach dem Krieg wieder Vertrauen aufzubauen. Auf Initiative Frankreichs fanden bereits 1946 Jugendtreffen statt. Ziel sei es gewesen, die deutsche Jugend für den Gedanken der Demokratie zu begeistern, so der Politikwissenschaftler.
Menudier verwies außerdem auf die zahlreichen kommunalen Verbindungen zwischen beiden Ländern. Mittlerweile gebe es zwischen französischen und deutschen Kommunen mehr als 2400 Städtepartnerschaften – ein Rekord in Europa.
Nach seinen Worten sind Deutschland und Frankreich die wichtigsten Stabilitätsfaktoren in der Europäischen Union. Entsprechend warb er für die Fortführung der Zusammenarbeit beider Länder.
Publikumsgespräche und Ausblick
Im Anschluss ging Menudier auch auf Fragen aus dem Publikum ein. Im kommenden Jahr möchte er erneut nach Lauf kommen.
Zu der Veranstaltung sollen auf Anregung von Bürgermeister Thomas Lang auch die Schülerinnen und Schüler der Laufer Schulen sowie deren Eltern eingeladen werden.
Organisation der Veranstaltung
Organisiert wurde der Vortrag von der Hanns-Seidel-Stiftung und dem Kulturamt der Stadt Lauf.
Der Besuch machte deutlich, welchen Stellenwert der persönliche Austausch für das deutsch-französische Verhältnis hat – und wie stark historische Einordnung, kommunale Partnerschaften und politische Zusammenarbeit bis heute miteinander verbunden sind.
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