Drei Bundespolizei-Einsätze im Raum München: Angriff, Anscheinswaffe, wiederholtes Betreten des Gleisbereichs

Meldungen zu drei Tatverdächtigen am 11. September und den anschließenden Maßnahmen vor Ort sowie der Einleitung von Verfahren

Von Herold-Team
ndespolizeidirektion München: Ereignisreiche Nacht für die Bundespolizei
© Bundespolizei

Die Bundespolizei München hat in der Nacht auf Freitag, 11. September, drei Einsätze im Raum München gemeldet. Dabei ging es um einen Mann im Gleisbereich auf der Stammstrecke, einen kontrollierten 20-Jährigen am Ostbahnhof mit einer Anscheinswaffe sowie einen stark alkoholisierten 21-Jährigen an der Donnersbergerbrücke.

31-Jähriger attackiert Triebfahrzeugführer

Gegen 20.30 Uhr am Donnerstagabend, 10. September, meldete die Notfallleitstelle der Deutschen Bahn der Bundespolizei eine Person, die sich zwischen den S-Bahnhaltepunkten Hirschgarten und Laim unbefugt in den Gleisen aufhielt. Nach Angaben der Bundespolizei handelte es sich um einen 31-jährigen Italiener ohne festen Wohnsitz in Deutschland.

Ein 35-jähriger Triebfahrzeugführer war zu diesem Zeitpunkt mit einem ICE auf einer Rangierfahrt in Richtung eines Abstellgleises unterwegs. Als er den Mann im Gleis erkannte, gab er einen Achtungspfiff ab und leitete eine Schnellbremsung ein. Der Zug kam nach wenigen Metern rechtzeitig vor dem Mann zum Stehen.

Im weiteren Verlauf stürzte der 31-Jährige auf die Gleisstränge. Als der Mitarbeiter der Deutschen Bahn den Ereignisort absuchte, fand er den Mann neben den Gleisen liegend. Auf eine erste Ansprache habe der Mann nicht reagiert. Anschließend sei er aufgesprungen und habe versucht, den Triebfahrzeugführer anzugreifen. Der Angriff konnte abgewehrt werden. Der Bahnbedienstete hielt den 31-Jährigen bis zum Eintreffen der alarmierten Bundespolizisten fest.

Der italienische Staatsangehörige erlitt durch den Sturz leichte Verletzungen im Gesicht und an den Beinen, die vom Rettungsdienst vor Ort behandelt wurden. Eine Mitnahme ins Krankenhaus war nicht erforderlich. Die Streife brachte den Mann zur Dienststelle in der Denisstraße. Ein freiwilliger Atemalkoholtest ergab 1,09 Promille, ein freiwilliger Drogenschnelltest verlief positiv. Nach Abschluss der Maßnahmen durfte der wegen Gewaltdelikten polizeibekannte 31-Jährige die Dienststelle wieder verlassen. Die Bundespolizei ermittelt wegen des Verdachts der Körperverletzung.

20-Jähriger am Ostbahnhof mit Anscheinswaffe kontrolliert

Gegen 0.30 Uhr am Freitag, 11. September, kontrollierten Einsatzkräfte der Bundespolizei am Münchner Ostbahnhof einen 20-jährigen Jemeniten und einen 17-jährigen Libyer, die beide vermummt waren. Bei dem 20-Jährigen fanden die Beamten eine Anscheinswaffe, die er im Hosenbund trug.

Beide Heranwachsende wurden für weitere polizeiliche Maßnahmen zum Revier im Ostbahnhof mitgenommen. Eine Überprüfung der polizeilichen Informationssysteme ergab, dass sich beide bislang unerlaubt im Bundesgebiet aufgehalten hatten und deshalb bereits eine Strafanzeige erhielten. Der 17-Jährige war zugleich als vermisst gemeldet.

Bei einer späteren Sichtung von Videomaterial stellten die Bundespolizisten zudem fest, dass der 20-Jährige einer bislang unbekannten Personengruppe im Zwischengeschoss des Ostbahnhofs seine Anscheinswaffe vorgezeigt hatte. Ein freiwilliger Atemalkoholtest ergab bei ihm 0,00 Promille. Die Anscheinswaffe gab er freiwillig heraus. Nach Abschluss der polizeilichen Maßnahmen durfte der 20-Jährige die Dienststelle wieder verlassen. Der 17-Jährige wurde einer Jugendeinrichtung übergeben. Gegen den 20-Jährigen ermittelt die Bundespolizei wegen des Verdachts der Bedrohung und des Führens einer Anscheinswaffe.

21-Jähriger mit 3,09 Promille im Gleisbereich

Gegen 1 Uhr am Freitag, 11. September, hielt sich ein 21-jähriger Ukrainer am Bahnhof Donnersbergerbrücke auf und begab sich wiederholt unbefugt in den Gleisbereich, wo er seine Notdurft verrichtete. Bauarbeiter, die dort zu dieser Zeit tätig waren, brachten den Mann aus dem Gefahrenbereich und hielten ihn bis zum Eintreffen der alarmierten Einsatzkräfte der Bundespolizei fest.

Da der 21-Jährige keine Ausweisdokumente mit sich führte, nahmen ihn die Beamtinnen und Beamten zur Identitätsfeststellung mit zur Dienststelle in der Denisstraße. Ein freiwillig durchgeführter Atemalkoholtest ergab 3,09 Promille, ein freiwilliger Drogenschnelltest schlug positiv an.

Nach einer mehrstündigen Ausnüchterung im Gewahrsamsbereich konnte der junge Mann gegen 5 Uhr die Dienststelle wieder verlassen. Die Bundespolizei leitete gegen ihn ein Ordnungswidrigkeitenverfahren wegen des unbefugten Betretens einer Bahnanlage ein.

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